Bachelorarbeit, 2016
49 Seiten, Note: 1,0
1 Einleitung
2 Lobbying
2.1 Lobbying und Demokratie
2.2 Akteure, Zielpersonen und Inhalte
2.3 Lobbying in Europa und den USA
2.4 Lobbying in Österreich
2.4.1 (Neo-)Korporatismus
2.4.2 Sozialpartnerschaft
2.5 Spannungsfelder und Korruption
2.5.1 Strasser-Affäre
2.5.2 Telekom-Affäre
2.6 Normierungen
2.6.1 Regelungen der USA
2.6.2 Regelungen auf EU-Ebene
2.6.3 Regelungen in Österreich
3 Lobbying- und Interessenvertretungs-Transparenz-Gesetz
3.1 Politische Debatte und Entstehung
3.2 Inhalt des Gesetzes
3.2.1 Ziele des Gesetzes
3.2.2 Anwendungsbereiche und Kompetenzen
3.2.3 Ausnahmen
3.2.4 Verhaltenspflichten
3.2.5 Lobbying- und Interessenvertretungs-Register
3.2.6 Sanktionen
4 Conclusio
Die Arbeit untersucht die Regulierung des Lobbyismus in Österreich durch das Lobbying- und Interessenvertretungs-Transparenz-Gesetz vor dem Hintergrund einer historisch gewachsenen Verflechtung von Politik und Interessenvertretung. Ziel ist es, die Effektivität dieses Gesetzes hinsichtlich Transparenz und Korruptionsprävention zu bewerten.
2.4.1 (Neo-)Korporatismus
Österreich gilt als Paradebeispiel einer Verhandlungsdemokratie: In einem Ranking mit 24 weiteren Ländern belegte Österreich den vordersten Platz in Bezug auf korporatistische Arrangements. Dieser Typus eines politischen Systems bedingt, dass wichtige Entscheidungen nicht schlichthin durch Mehrheitsentscheide, sondern via Aushandlungsprozessen gefällt werden. Essentiell hierfür ist die aktive Anteilnahme bestimmter gesellschaftlicher Gruppen und Akteure am politischen Entscheidungsprozess. Es treten mithin also ausgewählte Verbände in institutionalisierte Beziehungen zu staatlichen Entscheidungsträgern, wobei der Beitrag zum politischen System in der Repräsentation und der Beteiligung an verbindlichen Entscheidungen besteht.
Dieses Prinzip, als zentrales Element österreichischer Politik, wird Korporatismus bezeichnet. Der Korporatismus kann grundsätzlich in zwei konträren Ausformungen geschehen: die autoritäre, dabei wird er zum Unterdrückungsinstrument zur Zerschlagung von Arbeiterbewegungen; zum anderen die liberale, wobei er sich als demokratisches Integrationsmittel zu Gunsten der (ua.) Arbeitnehmer manifestiert. Erstere findet sich vorwiegend – sofern überhaupt – in totalitären Regimen wieder.
Der Definition von Schmitter und Lehmbruch folgend kann für korporatistische Verbände weiters festgehalten werden, dass sie nach funktionalen Aspekten voneinander abgegrenzt sind, über staatliche Anerkennung verfügen, innerhalb der von ihnen vertretenen Bereiche über Repräsentationsmonopol verfügen und meist personelle Verflechtungen mit der Regierung bestehen.
1 Einleitung: Die Einleitung führt in die Problematik des Lobbyismus ein, thematisiert das Spannungsfeld zwischen demokratischer Partizipation und Einflussnahme und stellt die Forschungsfragen der Arbeit vor.
2 Lobbying: Dieses Kapitel erläutert den Begriff des Lobbyings, analysiert dessen Rolle in der Demokratie, beschreibt die relevanten Akteure sowie internationale Unterschiede (EU/USA) und diskutiert kritisch die Verflechtungen von Korruption und Interessenvertretung in Österreich.
3 Lobbying- und Interessenvertretungs-Transparenz-Gesetz: Das Hauptkapitel widmet sich der politischen Genese, den Zielen, Anwendungsbereichen, Verhaltenspflichten sowie dem Transparenzregister und dem Sanktionsregime des österreichischen Lobbying-Gesetzes.
4 Conclusio: Die Conclusio fasst die Ergebnisse zusammen, kritisiert die Lücken in der aktuellen Gesetzgebung und bewertet den Fortschritt bei Transparenz und Legitimität im Vergleich zu internationalen Standards.
Lobbying, Interessenvertretung, Österreich, Transparenzgesetz, Korporatismus, Sozialpartnerschaft, Korruption, Transparenzregister, Lobbying-Gesetz, Demokratie, politische Entscheidungsfindung, Gesetzgebung, Lobbyist, Regulierungsrahmen, Integrität
Die Arbeit analysiert die gesetzliche Regulierung des Lobbyismus in Österreich und bewertet, inwieweit das „Lobbying- und Interessenvertretungs-Transparenz-Gesetz“ für mehr Transparenz in politischen Prozessen sorgt.
Zentrale Themen sind die historische Rolle des Korporatismus in Österreich, die Abgrenzung zwischen legitimer Interessenvertretung und Korruption sowie ein Vergleich mit internationalen Regulierungsmodellen.
Das primäre Ziel ist es, die Effektivität des österreichischen Lobbying-Gesetzes von 2012 kritisch zu hinterfragen und zu prüfen, ob es das Ziel einer höheren Transparenz erreicht hat.
Es handelt sich um eine politikwissenschaftliche Analyse, die auf der Auswertung von Fachliteratur, Rechtsgrundlagen, parlamentarischen Unterlagen und Skandalanalysen basiert.
Im Hauptteil werden neben den theoretischen Grundlagen des Lobbyings und dem österreichischen Korporatismus vor allem die konkreten Inhalte, Anwendungsbereiche und das Registerwesen des österreichischen Lobbying-Gesetzes detailliert dargelegt.
Zu den wichtigsten Begriffen zählen Lobbying, Transparenzgesetz, Österreich, Korporatismus, Sozialpartnerschaft und Korruptionsprävention.
Der Korporatismus wird kritisiert, da er zu einer engen personellen Verflechtung zwischen Verbänden und Regierung führt, was einen Prozess der „De-Parlamentarisierung“ auslösen kann, da Entscheidungen primär in exklusiven Zirkeln getroffen werden.
Diese Skandale deckten massive Defizite in der Transparenz auf und erhöhten den öffentlichen Druck, was die Bundesregierung dazu zwang, mit dem „Transparenzpaket 2012“ schärfere Regulierungen zu erlassen.
Im Vergleich zu US-amerikanischen Regelungen wird das österreichische Register oft als weniger restriktiv und aufgrund der Freiwilligkeit vieler Aspekte als weniger effektiv in der Kontrolle bewertet.
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