Masterarbeit, 2016
226 Seiten, Note: 1,0
Einleitung
(A) Theoretischer Teil
1. Sport und Inklusion
1.1 Inklusion und Menschen
1.2 Inklusion und Sport konkret
1.3 Reitsport für Menschen mit und ohne Behinderung
1.4 Forschungslage und Theorie
1.4.1 Reitsport versus Inklusion
1.4.2 Inklusion und Vision durch Reitsport
1.4.3 Zusammenfassung und Ausblick
2. Ansatzpunkte der Rehabilitationswissenschaften zur Förderung von Inklusion durch Reitsportveranstaltungen
2.1 Pädagogische Aspekte
2.2 Psychologische Aspekte
2.3 Soziologische Aspekte
(B) Praktischer Teil
3. Inklusives Reitturnier – Konzeptionsentwicklung
3.1 Zielgruppe, Wertschöpfung und Ziele
3.2 Kooperationspartner: RV Kurtscheid
3.3 Der Weg zur Turnierausschreibung
3.4 Die Turnierausschreibung
3.5 Verbandliche Regularien zur Durchführung
3.6 Der Weg zum Turnier und die Öffentlichkeitsarbeit
4. Umsetzung: Erstes inklusives Reitturnier des RV Kurtscheid am 23.04.2016
4.1 Der Turniertag und meine Rolle
4.2 Nachbereitung
(C) Empirischer Teil
5. Konzeption und Methode der Untersuchung
5.1 Forschungsfragen
5.2 Forschungsdesign und Stichprobe
5.3 Operationalisierung
5.4 Reliabilität und Validität
5.5 Durchführung
5.6 Auswertung
5.6.1 Definition von Kategorien, Ankerbeispielen und Kodierregeln
5.6.2 Auswertung durch „Inhaltliche Strukturierung“
6. Ergebnisse
6.1 Forschungsfragen und -antworten: Schlussfolgerungen
6.2 Leitfaden, Nachhaltigkeit und weiteres Forschungsbedürfnis
7. Reitsport und Inklusion – Die wichtigsten Erkenntnisse
Diese Masterarbeit untersucht, inwiefern Inklusion im Reitsport gelingen kann. Ziel ist es, auf Basis einer theoretischen Aufarbeitung sowie einer qualitativen Untersuchung eines inklusiven Reitturniers einen praxisorientierten Leitfaden zu erstellen, der als Orientierungshilfe für die Durchführung inklusiver Reitsportveranstaltungen dient.
1.4.1 Reitsport versus Inklusion
Die Präsenz des starken nationalen, wie auch internationalen Leistungs- und Erfolgsgedanken im Sport ist der Ausgangspunkt exklusiver Prozesse (vgl. Kiuppis et al. 2012, 144), die es erst ermöglichen, das Bild eines Menschen mit Behinderung in ein Verhältnis von Norm und Abweichung zu setzen und damit letztlich Kategorisierung und Stigmatisierung begründen (vgl. Rheker 2005, 21). Im Leistungssport beginnt die Selektion bereits beim Pferd selbst: Sofern das Tier den körperlichen und seelischen Anforderungen des Sports nicht ausreicht, wird es oftmals durch ein anderes „Sportgerät“ ausgetauscht (vgl. ZDF 2012). Schon diese Tatsache macht den Pferdesport stark exklusiv und eher für bestimmte Personengruppen zugänglich als für andere - bedingt damit gleichzeitig das Bild der Menschen mit Behinderung: Behinderung suggeriert auch im Reitsport einen Zweifel an Leistungsfähigkeit, der durch Sportstrukturen und die Leistungsvorstellungen der Reiter beeinflusst wird.
Empirische Studien belegen, dass das größte Hemmnis von Inklusion im Sport in den Haltungen und Einstellungen seiner Akteure liegt (vgl. Gieß-Stüber/Burrmann/Radke/Rulofs/Tiemann 2014, 19). Obwohl gerade Kontakte zwischen Menschen mit und ohne Behinderung ein möglicher Ansatzpunkt zum Aufbruch negativer Grundeinstellungen sein können, bedingen sie nicht zwanghaft günstige Einstellungs- und Verhaltensänderungen und sind maßgeblich von hierfür förderlichen Bedingungen geprägt (vgl. APUZ 2011). Auch die Chance, durch günstige Bedingungen im Kontakt zwischen den Sportlern Veränderungsprozesse anzustoßen, bleibt oft durch die geringe sportliche Aktivität der Menschen mit Behinderung aus.
1. Sport und Inklusion: Dieses Kapitel beleuchtet die Rolle des Sports als Motor der Inklusion und diskutiert die gesellschaftliche Bedeutung sowie die Chancen und Risiken für Menschen mit Behinderung.
2. Ansatzpunkte der Rehabilitationswissenschaften zur Förderung von Inklusion durch Reitsportveranstaltungen: Hier werden pädagogische, psychologische und soziologische Perspektiven dargelegt, die als Fundament für eine inklusive Reitsportpraxis dienen.
3. Inklusives Reitturnier – Konzeptionsentwicklung: Das Kapitel beschreibt die strategische Planung und die operativen Rahmenbedingungen für die Etablierung eines inklusiven Reitturniers im RV Kurtscheid.
4. Umsetzung: Erstes inklusives Reitturnier des RV Kurtscheid am 23.04.2016: Ein detaillierter Bericht über den Ablauf des Turniertages sowie die Reflexion der praktischen Erfahrungen.
5. Konzeption und Methode der Untersuchung: Dieses Kapitel erläutert das methodische Vorgehen der qualitativen Forschung, inklusive Forschungsdesign, Stichprobenauswahl und Auswertungsstrategien.
6. Ergebnisse: Darstellung der Forschungsergebnisse, Beantwortung der Forschungsfragen und Ableitung von Empfehlungen zur Nachhaltigkeit inklusiver Projekte.
7. Reitsport und Inklusion – Die wichtigsten Erkenntnisse: Eine Synthese der zentralen Erkenntnisse über die Bedeutung von Vielfalt und die Rolle des Pferdes in inklusiven Prozessen.
Inklusion, Reitsport, Pferdesport, Reitturnier, Behinderung, Rehabilitationswissenschaften, Leistungsgedanke, Vielfalt, Heterogenität, Barrierefreiheit, Partizipation, Sozialraumorientierung, Sportpädagogik, Leitfaden, Inklusiver Sport.
Die Arbeit befasst sich mit der Konzeption und Umsetzung inklusiver Reitsportveranstaltungen, um Menschen mit und ohne Behinderung ein gemeinsames Sporterlebnis zu ermöglichen.
Die Schwerpunkte liegen auf den gesellschaftlichen Barrieren, den pädagogischen und psychologischen Voraussetzungen für Inklusion sowie der praktischen Implementierung inklusiver Wettbewerbsformate.
Das Ziel ist die Erstellung eines fundierten Leitfadens, der Reitvereinen und Veranstaltern hilft, inklusive Prozesse strukturell zu verankern und Barrieren abzubauen.
Die Autorin nutzt qualitative Forschungsmethoden, insbesondere Experteninterviews und eine qualitative Inhaltsanalyse, um Erfahrungen und Anforderungen an Inklusion im Reitsport zu validieren.
Der Hauptteil gliedert sich in einen theoretischen Rahmen, die detaillierte Beschreibung der Entwicklung und Durchführung eines inklusiven Reitturniers sowie eine empirische Auswertung basierend auf Experteninterviews.
Wesentliche Begriffe sind Inklusion, Partizipation, Barrierefreiheit, Leistungsgesellschaft und das „Inklusionshaus“ als theoretisches Modell.
Das Pferd fungiert als empathischer Sportpartner, der nicht zwischen den sozialen Status oder Behinderungen von Menschen unterscheidet und somit eine wertfreie Begegnung auf Augenhöhe ermöglicht.
Traditionelle Leistungsstrukturen und strenge Regelwerke wirken oft exklusiv; die Arbeit zeigt auf, wie durch flexible Formate und eine inklusive Grundhaltung diese Strukturen für Vielfalt geöffnet werden können.
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