Bachelorarbeit, 2012
54 Seiten, Note: 3,0
Einleitung
Fragestellung
Forschungsstand
Methodisches Vorgehen
1. Die Energie- und Gaspolitik als Ausdruck russischer Außenpolitik unter Vladimir Putin
1.1. Die Außenpolitik in den 1990er Jahren
1.2. Neue außenpolitische Ausrichtung in der Amtszeit Vladimir Putins
1.3. Die „Neue Energiepolitik“ (NEP) Russlands als Wegweiser einer neuen Supermacht
1.4. Das außenpolitische Handeln der Putin-Administration in den ehemaligen Sowjetrepubliken
1.5. Das außenpolitische Handeln der Putin-Administration gegenüber der EU, USA und China
2. Der Konzern Gazprom
2.1. Vom sowjetischen Ministerium für Gas und Öl zum heutigen Gasmonopolisten
2.1.1. Von der Entstehung Gazproms bis zur Entlassung Rem Wjachirew
2.1.2. Die Wende im Konzern, der neue Leiter Alexej Miller
2.2. Die Struktur Gazproms
2.2.1. Die horizontale Struktur Gazproms
2.2.2. Die vertikale Struktur Gazproms
3. Die Rolle der Pipeline-Projekte Gazproms in der russischen Politik unter Putin
3.1. Nord Stream Pipeline
3.2. South-Stream Pipeline
4. Gazproms Rolle in der Putinschen Politik
4.1. Der Gasstreit mit den „Brüdern“ Ukraine und Weißrussland
4.1.1. Die Beziehung Russlands und Gazproms zur Ukraine bis zum Energiekonflikt 2006
4.1.2. Der russisch-ukrainische Energiekonflikt von 2006
4.1.3. Die Beziehung Russlands und Gazproms zu Weißrussland bis zu den Energiekrisen 2004 und 2007
4.1.4. Die weißrussische Energiekrise von 2004
4.1.5. Die kleine Energiekrise von 2007
4.2. Verhandlung im zentralasiatischen Raum erläutert am Beispiel Turkmenistan
Fazit
Diese Arbeit untersucht die zunehmende Politisierung des Gaskonzerns Gazprom während der ersten beiden Amtszeiten Wladimir Putins (2000–2008) und analysiert, wie der Konzern als Instrument der russischen Außenpolitik eingesetzt wurde, um ökonomische und strategische Interessen zu verfolgen.
2.1.1. Von der Entstehung Gazproms bis zur Entlassung Rem Wjachirew
Als das System auf dem Raum der Sowjetunion, des späteren Russlands, einem Wandel vom Kommunismus und Planwirtschaft zu Demokratie und Marktwirtschaft vollzog, kam es zu vermehrten Privatisierungsprozessen im Bereich der staatlichen Wirtschaft. Auch der Gas- und Öl-Sektor war von diesem Prozess betroffen.
Aus Sorge, dass die Grundversorgung an Energie und Wärme in einheimischen Wohnungen und Fabriken nicht gewährleistet werden konnte, bewilligte der damalige Generalsekretär der KPdSU Michail Gorbatschow auf Anraten des Ministers für Gasindustrie Viktor Tschernomyrdin die Gründung Gazproms. Hierfür wurde die Gasindustrie des „Ministeriums für Erdöl und Gaswirtschaft der UdSSR“ ausgliedert und zu einem staatlichen Konzern umgewandelt, Gazprom war geboren. Der erste Geschäftsleiter des Konzerns wurde der Ideengeber und Initiator Viktor Tschernomyrdin selbst, der es bis 1992 auch blieb. Sein Nachfolger wurde Rem Wjachirew.
Durch den neugegründeten staatlichen Konzern Gazprom wurde die Grundversorgung an Energie und Wärme gesichert. Somit blieb die Gasindustrie von dem Privatisierungsprozess weitestgehend verschont. Dies bedeutete aber nicht, dass Gazprom selbst vom Transformationsprozess in Russland verschont blieb. In diesen Zusammenhang ist die Umwandlung des Konzerns von einem Staatskonzern zu einer Aktiengesellschaft zu sehen, die im Jahr 1992 vollzogen wurde, als Russland vom Zerfall der Sowjetunion sowie vom politischen und wirtschaftlichen Wandel geprägt war. Obwohl Gazprom mit diesem Schritt faktisch privatisiert wurde, blieb die Kontrollmehrheit der Aktien beim russischen Staat. Durch diesen Zug war Gazprom auf dem Papier Privatisiert aber in der Realität an den Staat gebunden.
1. Die Energie- und Gaspolitik als Ausdruck russischer Außenpolitik unter Vladimir Putin: Analysiert die außenpolitische Neuorientierung Russlands hin zu einer „Energiesupermacht“ und die Nutzung von Energie als strategisches Mittel gegenüber dem GUS-Raum und dem Westen.
2. Der Konzern Gazprom: Untersucht die historische Entstehung, die Konzernstruktur und die politische Einbindung von Gazprom, insbesondere durch die Neuausrichtung unter Alexej Miller.
3. Die Rolle der Pipeline-Projekte Gazproms in der russischen Politik unter Putin: Beleuchtet die strategische Bedeutung von Nord Stream und South Stream für die Unabhängigkeit von Transitländern und die geostrategische Positionierung Russlands.
4. Gazproms Rolle in der Putinschen Politik: Diskutiert konkrete Fallbeispiele der Gaskonflikte mit der Ukraine und Weißrussland sowie die energiepolitischen Beziehungen zu Zentralasien am Beispiel Turkmenistans.
Fazit: Fasst zusammen, wie Gazprom unter Putin von einem Geldgeber zu einem politisch gelenkten Werkzeug zur Durchsetzung staatlicher Interessen wurde.
Gazprom, Wladimir Putin, Russische Außenpolitik, Energiesupermacht, Pipeline-Politik, Erdgas, GUS-Staaten, Nord Stream, South Stream, Energiekonflikte, Ukraine, Weißrussland, Turkmenistan, Staatskapitalismus, Energiestrategie.
Die Arbeit analysiert die zunehmende Politisierung des russischen Gaskonzerns Gazprom während der Amtszeit von Wladimir Putin von 2000 bis 2008.
Zentral sind die Verflechtung der Konzernaktivitäten mit der russischen Außenpolitik, die Rolle von Gazprom als Druckmittel gegenüber Nachbarstaaten und die strategische Bedeutung von Pipeline-Projekten.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, inwieweit die russische Regierung Gazprom für ihre politischen Ziele instrumentalisierte und welchen Nutzen das Exportgut Erdgas für die russische Machtpolitik hatte.
Die Arbeit basiert auf einer Literatur- und Quellenanalyse der russischen Energie- und Außenpolitik sowie der Untersuchung der Konzernstruktur und spezifischer Fallbeispiele (Gaskonflikte).
Der Hauptteil behandelt die neue Energiepolitik Russlands, die Unternehmensstruktur Gazproms, die Pipeline-Projekte (Nord Stream/South Stream) sowie die Gasstreitigkeiten mit der Ukraine und Weißrussland.
Wichtige Begriffe sind Energiepolitik, Energiesupermacht, Pipeline-Projekte, Instrumentalisierung, Post-Sowjetraum und Staatskapitalismus.
Gazprom kontrolliert das Exportmonopol für russisches Gas und fungiert aufgrund seiner engen Bindung an den russischen Staat de facto als verlängerter Arm der Regierung bei Verhandlungen mit anderen Ländern.
Der Autor kommt zu dem Schluss, dass diese Konflikte sowohl durch wirtschaftliche Motive als auch durch machtpolitische Ambitionen der russischen Führung motiviert waren, um die Kontrolle über Transitwege zu sichern.
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