Bachelorarbeit, 2016
105 Seiten, Note: 1,7
1. Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Zielsetzung
1.3 Aufbau der Arbeit
1.4 Methodisches Vorgehen
2. Commitment und Overcommitment in Nonprofit Organisationen
2.1 Organisationales Commitment
2.1.1 Commitment Komponenten
2.1.2 Ursachen von affektivem Commitment
2.1.3 Foci und Korrelationen der Komponenten
2.1.4 Positive Auswirkungen von Commitment
2.1.5 Die besondere Rolle der Identifikation für das Commitment
2.2 Overcommitment - Negative Aspekte von Commitment und Identifikation
2.2.1 Unethisches Verhalten und Diskriminierung
2.2.2 Erschwertes Change-Management und Verhinderung positiver Fluktuation
2.2.3 Eskalierendes Commitment
2.2.4 Selbstzensur durch Homogenität und Gruppendenken
2.2.5 Gesundheit
2.2.6 Weitere Auswirkungen auf die Mitarbeiter
2.3 Gründe für Overcommitment in Nonprofit Organisationen
2.3.1 Commitment-Treiber in NPOs
2.3.2 Stress-Treiber in NPOs
2.4 Bisherige empirische Forschung zum (Over-) Commitment
3. Empirische Onlinebefragung von Mitarbeitern in NPOs zu Identifikation, Commitment und Overcommitment in Bezug auf Eigen- und Organisationswahrnehmung
3.1 Ziele der Erhebung
3.2 Das Forschungsdesign
3.2.1 Messinstrumente der Erhebung
3.2.2 Erhebungs-Werkzeug und Verbreitung
3.3 Ergebnisse und Interpretationen
3.3.1 Beschreibung der Stichprobe
3.3.2 Ergebnisse der Stichprobe zu Commitment und Overcommitment und Vergleich mit anderen Erhebungen
3.4 Grenzen der Untersuchung und kritische Diskussion
4. Handlungsempfehlungen
4.1 Maßnahmen aus den Ist- und Sollreaktionen des Fragebogens
4.2 Maßnahmen gegen Group-Think
4.3 Maßnahmen zur Gesundheitsförderung und Burnout-Prävention
4.4 Maßnahmen zur Förderung der Work-Life Balance
5. Fazit
5.1 Zusammenfassung
5.2 Ausblick
Die Arbeit untersucht das Phänomen des Overcommitments bei Mitarbeitern in Nonprofit Organisationen (NPOs). Ziel ist es, zu analysieren, wie Commitment-Komponenten und Identifikation bei NPO-Mitarbeitern gewichtet sind, Symptome für eine ungesunde Überbindung aufzuzeigen und Handlungsempfehlungen zur Prävention von Burnout und Überforderung zu entwickeln.
2.2.3 Eskalierendes Commitment
Commitment kann eskalieren und zu Fanatismus werden. Eskalierendes Commitment ist eine Art psychologische Falle: "Das Individuum hat in der Erwartung zu investieren begonnen, ein bestimmtes Ziel zu erreichen. Im Prozeß der Zielerreichung wird es jedoch notwendig, wiederholte Investitionen zu tätigen. In dem Ausmaß, in dem Individuen ihre Investitionen nur deshalb fortsetzen, um ihre vorherigen Investitionen zu rechtfertigen werden sie als 'gefangen' bezeichnet, das Commitment gegenüber einer einmal eingeschlagenen Handlungsrichtung eskaliert."
Menschen streben nach Konsistenz. Hinzu kommt die Befürchtung, dass die bisherigen Investitionen endgültig verloren wären, wenn sie ihr Verhalten ändern würden. Daher vermeiden sie es, diese Verluste zu realisieren. "Doch mit diesem Versuch, Verluste zu vermeiden steigt das Risiko immer höherer Verluste."
Kennzeichnend für solche Situationen sind folgende situative Merkmale: (1) Die erfolgten Investitionen können als unwiederbringliche Kosten angesehen werden. (2) Das Individuum muss die Wahl haben die weiteren Investitionen zu tätigen oder auszusteigen (3) Es ist nie absolut sicher, dass das Ziel auch erreicht wird. Und (4) das Individuum tätigt wiederholte Investitionen und erhält dazwischen je Rückmeldungen, dass die bisherigen Investitionen nicht ausreichen um das Ziel zu erreichen.
Mit diesen Investitionen ist nicht nur Geld, sondern auch Zeit, Arbeitsaufwand etc. gemeint. Daher kann diese Falle in die Selbstausbeutung führen. Hauptgrund für dieses Verhalten ist die Selbstrechtfertigungstendenz.
Sie ist insbesondere dann zu erwarten, wenn die Person sichtbar für die negativen Konsequenzen verantwortlich ist, die eigene Kompetenz bereits in Frage gestellt worden ist, die betreffenden Entscheidungen öffentlich vertreten wurden, die bisher getätigten Investitionen bereits hoch waren, der Einfluss von Zufall eher unwahrscheinlich ist und zudem weitergehende Interessen auf dem Spiel stehen (weitere Karriere etc.). Commitment kann also "[…] trotz absehbaren Mißerfolgs eskalieren, und zwar vor allem als Ergebnis der Rechtfertigung bereits investierter Ressourcen." In NPO könnte eskalierendes Commitment z.B. gegenüber einem leistungsschwachen Mitarbeiter, gegenüber einem Dienstleister, gegenüber einem verlustreichen Projekt oder gegenüber einem unhaltbaren Klienten entstehen.
1. Einleitung: Definiert das Thema Overcommitment in Nonprofit Organisationen und legt die Problemstellung sowie das methodische Vorgehen der Arbeit dar.
2. Commitment und Overcommitment in Nonprofit Organisationen: Bietet einen theoretischen Rahmen zu Commitment-Komponenten und den negativen psychologischen sowie organisationalen Folgen eines Übermaßes an Bindung.
3. Empirische Onlinebefragung von Mitarbeitern in NPOs zu Identifikation, Commitment und Overcommitment in Bezug auf Eigen- und Organisationswahrnehmung: Dokumentiert das Forschungsdesign, die Stichprobenbeschreibung und die Ergebnisse der Onlinebefragung.
4. Handlungsempfehlungen: Leitet auf Basis der empirischen Ergebnisse praktische Maßnahmen zur Burnout-Prävention, zur Vermeidung von Gruppendenken und zur Work-Life-Balance ab.
5. Fazit: Fasst die Kernerkenntnisse zusammen und gibt einen Ausblick auf notwendige zukünftige Forschung zur Mitarbeiterbindung im Nonprofit-Sektor.
Overcommitment, Nonprofit Organisationen, organisationales Commitment, affektives Commitment, Identifikation, Burnout, Gruppendenken, Mitarbeiterbindung, Work-Life-Balance, Gesundheitsförderung, Gratifikationskrise, Arbeitszufriedenheit, Personalführung, Empowerment, Selbstausbeutung.
Die Arbeit beschäftigt sich mit dem Phänomen des Overcommitments, also einer zu starken emotionalen Bindung an die Organisation, in Nonprofit Organisationen (NPOs) und deren Auswirkungen auf die Mitarbeitergesundheit und die Organisationskultur.
Die zentralen Themen umfassen die Definition von Commitment, die Ursachen für eine ungesunde Überbindung, die negativen Folgen wie Burnout und Gruppendenken sowie Strategien zur Prävention durch professionelles Personalmanagement.
Das Hauptziel ist es, Symptome von Overcommitment in NPOs zu identifizieren und Handlungsempfehlungen zu entwickeln, um NPO-Mitarbeiter vor den Folgen einer übermäßigen Bindung zu schützen, ohne deren Engagement zu untergraben.
Es wurde eine Kombination aus klassischer Literaturrecherche zur theoretischen Einordnung und eine quantitative empirische Onlinebefragung zur Erhebung von Primärdaten bei NPO-Mitarbeitern durchgeführt.
Der Hauptteil gliedert sich in eine fundierte theoretische Aufarbeitung der Commitment-Komponenten und deren Schattenseiten sowie die Präsentation und Interpretation einer eigenen empirischen Onlinebefragung zur Wahrnehmung von Overcommitment in der Praxis.
Die Arbeit ist insbesondere durch Begriffe wie Overcommitment, Nonprofit-Management, Burnout-Prävention, Identifikation und organisationales Commitment gekennzeichnet.
Die Arbeit stellt fest, dass die Identifikation mit den Werten und der Zielsetzung der Organisation in NPOs eine deutlich stärkere Rolle bei der Entstehung von affektivem Commitment spielt als in gewinnorientierten Unternehmen.
Aufgrund der hohen Sinnhaftigkeit der Arbeit, der starken Werteorientierung und einer Kultur, die Selbstaufopferung tendenziell eher belohnt als kritisiert, sind Mitarbeiter im Nonprofit-Sektor anfälliger für eine emotionale Überbindung bis hin zur Erschöpfung.
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