Examensarbeit, 2004
92 Seiten, Note: 2
1. Vorwort
2. Hochbegabung
2.1. Definitionen von Hochbegabung
2.2. Hochbegabungsmodelle
2.2.1. Das “Mehr-Faktoren-Modell” nach MÖNKS
2.3. „Merkmale“ hochbegabter Kinder
2.4. Entwicklung von Hochbegabten
2.5. Hochbegabte Mädchen
2.5.1. Geschlechtsspezifische Unterschiede
2.5.2. Das Nichterkennen von hochbegabten Mädchen
2.6. Hochbegabung in der Familie
2.6.1. Struktur der Familie
2.6.2. Innerfamiliäre Beziehungen
2.6.3. Eltern hochbegabter Kinder
2.6.4. Geschwister hochbegabter Kinder
2.7. Hochbegabte in der Schule
2.7.1. Underachiever
2.8. Zusammenfassung
3. Hypothesen
4. Madeleine L’Engle: Die Zeitfalte
4.1. Inhalt
4.2. Zum Roman
4.2.1. Erzählperspektive
4.2.2.Gattung
4.3. Hochbegabte Charaktere
4.3.1. Meg
4.3.2. Charles Wallace
4.3.3. Calvin
4.4. Geschlechtertypische Darstellung
4.5. Familie
4.5.1. Die Familie von Meg und Charles Wallace
4.5.1.1. Eltern
4.5.1.2. Geschwister
4.5.2. Die Familie von Calvin
4.6. Schule
4.7. Fazit
5. Holly-Jane Rahlens: Prinz William, Maximilian Minsky und ich
5.1. Inhalt
5.2. Zum Roman
5.2.1. Erzählperspektive
5.2.2. Gattung
5.3. Hochbegabte Charaktere
5.4. Geschlechtertypische Darstellung
5.5. Familie
5.5.1. Mutter
5.5.2. Vater
5.5.3. Risa
5.5.4. Das Familienleben
5.6. Schule
5.6.1. Regelschule
5.6.2. Hebräisch-Unterricht
5.6.3. Bat-Mizwa-Unterricht bei Risa, Frau Lewi und Frau Goldfarb
5.7. Freundschaften
5.7.1. Frau Goldfarb und Frau Lewi
5.7.2. Pia Pankewitz
5.7.3. Maximilian Minsky
5.8. Fazit
6. Eoin Colfer: Artemis Fowl
6.1. Inhalt
6.2. Zum Roman
6.2.1. Erzählperspektive
6.2.2. Gattung
6.3. Hochbegabte Charaktere
6.4. Geschlechtertypische Darstellung
6.5. Familie
6.6. Schule
6.7. Fazit
7. Jan de Zanger: Warum haben wir nichts gesagt?
7.1. Inhalt
7.2. Zum Roman
7.2.1. Erzählperspektive
7.2.2. Gattung
7.3. Hochbegabte Charaktere
7.4. Geschlechtertypische Darstellung
7.5. Schule
7.5.1. Verhalten der Mitschüler
7.5.2. Verhalten des Lehrers Stiffter
7.6. Fazit
8. Brian Caswell: IQ – Das Experiment
8.1. Inhalt
8.2. Zum Roman
8.2.1. Erzählperspektive
8.2.2. Gattung
8.3. Hochbegabte Charaktere
8.3.1. Greg
8.3.2. Mikki
8.3.3. Chris
8.3.4. Gretel
8.3.5. Katie
8.3.6. Lesley und Gordon
8.3.7. Die Metamid-Babys
8.3.7.1. Myriam
8.3.7.2. Die Zwillinge (Ian und Rachael)
8.4. Geschlechtertypische Darstellung
8.5. Familie
8.6. Schule
8.7. Freunde
8.7.1. Susan
8.7.2. Erik
8.8. Fazit
9. Zusammenfassung der Ergebnisse
10. Überprüfung der Hypothesen
11. Schlussbetrachtung
12. Literaturverzeichnis
Ziel dieser Arbeit ist die Untersuchung der Darstellung von Hochbegabung in ausgewählten Werken der Jugendliteratur. Dabei wird analysiert, inwieweit die literarische Zeichnung hochbegabter Charaktere mit wissenschaftlichen Erkenntnissen der Hochbegabungsforschung übereinstimmt oder von diesen abweicht, und welche Rolle Faktoren wie Schule, Familie und soziale Kontakte spielen.
4.3.1. Meg
Meg ist schlecht in der Schule, in der Tat ist sie eine der schwächsten Schülerinnen ihrer Klasse. Sie selbst traut sich wenig zu und hält sich für dumm: „Das eigentliche Problem bin ich selbst. Ich, die dumme Margaret Murry, die immer alles falsch macht.“
Dass sie dumm sei, ist ein Gedanke Megs, der fast die gesamte Geschichte durchzieht. Sogar, wenn sie sich mit ihrem Vater über ihren Bruder unterhält, schafft sie es, eine Bemerkung über ihren Unverstand einzubringen. In Wahrheit jedoch kann sie so dumm nicht sein, denn bei den Intelligenztests, die ihre Eltern mit ihr durchgeführt haben, hat sie anscheinend sehr gute Ergebnisse erzielt. Der Vater will ihr zwar nicht sagen, wie hoch ihr IQ ist, er teilt ihr aber mit, dass der ihrige „mehr als gut“ ist. Außerdem ist sie in der Lage, Calvin, der einige Klassen über ihr ist, seine Mathematikhausaufgaben zu erklären.
Meg ist im naturwissenschaftlichen Bereich sicherlich stärker begabt als auf anderen Gebieten. So kann sie Calvin zwar erläutern, was ein Megaparsec ist und was die einzelnen Elemente von E=mc² sind, und sie weiß sofort, dass 3/7 gleich 0,428571 sind, nicht aber wer „Shakespeares ‚Romeo und Julia’“ geschrieben hat oder welche Länder an Peru grenzen. Gerade die Frage nach Shakespeare zeigt, dass Meg ihre Dummheit derart stark antizipiert, dass sie nicht einmal die der Aufgabe implizite Lösung erkennt. Sie scheint gar nicht erst richtig hinzuhören, wenn es um Bereiche geht, in denen sie sich als dumm sieht.
1. Vorwort: Erläuterung der Motivation für die Themenwahl und der persönlichen Verbindung zur Fragestellung.
2. Hochbegabung: Überblick über Definitionen, Modelle sowie die Bedeutung von Familie und Schule für die Entwicklung hochbegabter Kinder.
3. Hypothesen: Aufstellung von Vermutungen zur Darstellung von Hochbegabung in der Jugendliteratur.
4. Madeleine L’Engle: Die Zeitfalte: Analyse der Romanfiguren hinsichtlich ihrer Intelligenz und ihrer sozialen Schwierigkeiten in einem phantastischen Kontext.
5. Holly-Jane Rahlens: Prinz William, Maximilian Minsky und ich: Untersuchung der sozialen und persönlichen Entwicklung der hochbegabten Protagonistin in einem modernen Setting.
6. Eoin Colfer: Artemis Fowl: Betrachtung des Charakters als intelligenter Verbrecher innerhalb einer literarischen Tradition.
7. Jan de Zanger: Warum haben wir nichts gesagt?: Analyse der sozialen Ausgrenzung und Mobbing-Erfahrungen eines hochbegabten Schülers.
8. Brian Caswell: IQ – Das Experiment: Darstellung einer Gruppe hochbegabter Jugendlicher und ethischer Fragestellungen in einer Science-Fiction-Umgebung.
9. Zusammenfassung der Ergebnisse: Synthese der Erkenntnisse über die literarische Behandlung von Hochbegabung.
10. Überprüfung der Hypothesen: Validierung der in Kapitel 3 aufgestellten Thesen basierend auf den Romananalysen.
11. Schlussbetrachtung: Fazit zur Vielfalt und Realitätsnähe der literarischen Darstellung von Hochbegabung.
12. Literaturverzeichnis: Auflistung der verwendeten Primär- und Sekundärliteratur.
Hochbegabung, Jugendliteratur, Intelligenz, Intelligenzquotient, Underachiever, Familie, Schule, Sozialisation, Geschlechterrollen, Außenseiter, Begabtenförderung, Adoleszenz, Identität, Inklusion, pädagogische Psychologie.
Die Arbeit untersucht, wie Hochbegabung in der erzählenden Jugendliteratur dargestellt wird und ob diese Darstellungen den Erkenntnissen der wissenschaftlichen Hochbegabungsforschung entsprechen.
Im Zentrum stehen die Charakterisierung hochbegabter Figuren, ihr soziales Umfeld (Familie, Schule, Freunde) und ihre geschlechtsspezifische Darstellung.
Das Ziel ist es herauszufinden, ob die Jugendliteratur ein realistisches Bild von Hochbegabung vermittelt und wie Autoren mit diesem Phänomen in ihren Erzählungen umgehen.
Es wird eine literaturwissenschaftliche Analyse durchgeführt, bei der spezifische Jugendromane anhand von Kriterien der Hochbegabungsforschung und psychologischer Aspekte untersucht werden.
Der Hauptteil enthält eine fundierte theoretische Einführung in das Thema Hochbegabung sowie detaillierte Einzelanalysen von fünf spezifischen Jugendromanen verschiedener Autoren.
Die zentralen Schlagworte sind Hochbegabung, Jugendliteratur, soziale Identität, Underachievement und Geschlechterrollen.
Das Underachievement wird oft durch Konflikte in der Schule dargestellt, bei denen die hochbegabten Jugendlichen aufgrund von Langeweile oder sozialer Isolation absichtlich schlechtere Leistungen erbringen.
Die Arbeit zeigt, dass traditionelle Rollenbilder in der Jugendliteratur teils reproduziert, teils durchbrochen werden, wobei hochbegabte Mädchen oft spezifischen sozialen Erwartungsdruck erleben.
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