Bachelorarbeit, 2014
56 Seiten, Note: 1.7
1. Einleitung
1.1 Forschungskontext
1.2 Vorgehen
2. Theoretischer Rahmen: Die Selektorats-Theorie
2.1. Grundlagen
2.1.1 Die Einwohner (N)
2.1.2 Das Selektorat (S)
2.1.3 Die Winning Coalition (W)
2.2 Die Loyalitätsnorm (W/S)
2.3 Güterverteilung
2.3.1 Öffentliche Güter
2.3.2 Private Güter
2.4 Affinitäten
2.5 Staatseinnahmen
2.6 Zusammenfassung und Hypothesen
3. Forschungsdesign
3.1 Methodik
3.2 Operationalisierung und Analysephasen
4. Fallstudie: Venezuela 1958 – 2013
4.1 Elitenpakt und demokratische Konsolidierung 1958 - 1972
4.1.1 Winning Coalition
4.1.2 Öffentliche Güter
4.1.3 Private Güter
4.1.4 Zusammenfassung
4.2 Die Jahre des Ölbooms 1973 - 1982
4.2.1 Winning Coalition
4.2.2 Öffentliche Güter
4.2.3 Private Güter
4.2.4 Zusammenfassung
4.3 Staatsbankrot und Scheitern des Elitenpaktes 1983 - 1998
4.3.1 Winning Coalition
4.3.2 Öffentliche Güter
4.3.3 Private Güter
4.3.4 Zusammenfassung
4.4 Die Ära Chávez 1999 – 2013
4.4.1 Winning Coalition
4.4.2 Öffentliche Güter
4.4.3 Private Güter
4.4.4 Zusammenfassung
5. Bewertung der Ergebnisse
5.1 Hypothese 1 (H1)
5.2 Hypothese 2 (H2)
5.3 Bestimmung der Winning Coalition
6. Fazit
Die Arbeit untersucht, inwieweit die Selektorats-Theorie die Verteilung von öffentlichen und privaten Gütern in Venezuela im Zeitraum von 1958 bis 2013 erklären kann. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, ob sich die Strategien der politischen Führung zur Sicherung ihrer Macht und Loyalität der "Winning Coalition" durch das Modell abbilden lassen und wie die Abhängigkeit von Erdöleinnahmen diesen Prozess beeinflusst hat.
4.1.1 Winning Coalition
Wie erwähnt beläuft sich die Winning Coalition in einem präsidentiellen System mit allgemeinen Wahlrecht wie in Venezuela normalerweise aufgrund der Mehrheitswahl auf etwa die Hälfte des Selektorats (Bueno de Mesquita et al. 2003: S.54). Letzteres bestand in Venezuela aus allen Staatsbürgern über 18 Jahren und belief sich zahlenmäßig im Jahr 1958 auf etwa 3,4 Millionen Personen (IDEA). Diese konnten alle fünf Jahren an kompetitiven Präsidentschaftswahlen teilnehmen, die zumindest bis 1992 den allgemeinen Standards entsprachen und als frei und fair bezeichnet werden konnten (Kestler 2009: S.13).
Durch die paktierte Transition entstand in Venezuela jedoch ein besonderes System des Elitenausgleichs, das als eine Art Proporz- oder Konkordanzdemokratie bezeichnet worden ist (Paulus 2013: S.153). Es basierte auf der Inklusion weiter Teile der Bevölkerung und einflussreicher Eliten in die Verteilung der Ölrente, stabilisierte die Demokratie und schuf so praktisch ein System ohne Verlierer (Karl 1987: S.87). Auf diese Weise konstituierte sich eine sehr breite Winning Coalition. Diese bestand im Wesentlichen aus den beiden Volksparteien AD und COPEI und ihren Anhängern sowie den anderen „starken Akteuren“ des Elitenpaktes: den Gewerkschafts- und Unternehmerverbänden, der Kirche und den Streitkräften. Diese Gruppen und ihre Rolle bei der Stabilisierung des Systems sollen im Folgenden kurz dargestellt werden.
1. Einleitung: Die Einleitung führt in das Forschungsthema ein und stellt die zentrale Fragestellung zur Anwendbarkeit der Selektorats-Theorie auf Venezuela vor.
2. Theoretischer Rahmen: Die Selektorats-Theorie: Dieses Kapitel erläutert die Grundannahmen der Selektorats-Theorie, insbesondere die Konzepte der Winning Coalition, Loyalitätsnorm und Güterverteilung.
3. Forschungsdesign: Hier wird die Methodik der diachronen Einzelfallstudie dargelegt und die Vorgehensweise zur Operationalisierung der Hypothesen beschrieben.
4. Fallstudie: Venezuela 1958 – 2013: Das Hauptkapitel analysiert die vier Phasen der venezolanischen Geschichte unter dem Gesichtspunkt der Güterverteilung und Machtstruktur.
5. Bewertung der Ergebnisse: Dieses Kapitel evaluiert die aufgestellten Hypothesen anhand der gewonnenen Erkenntnisse und diskutiert die Erklärungskraft des Modells.
6. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und reflektiert kritisch die Anwendung der Selektorats-Theorie auf den speziellen Fall Venezuela.
Selektorats-Theorie, Venezuela, Ölrente, Rentierstaat, Winning Coalition, Güterverteilung, Klientelismus, Demokratische Transition, Hugo Chávez, Elitenpakt, Politische Ökonomie, öffentliche Güter, private Güter, Korruption, Regimestabilität
Die Arbeit analysiert die politische Entwicklung Venezuelas zwischen 1958 und 2013 mithilfe der Selektorats-Theorie, um die Mechanismen hinter der Machtssicherung und Ressourcenverteilung zu verstehen.
Die zentralen Themen sind die Rolle von Erdöleinnahmen als politisches Instrument, die Ausgestaltung klientelistischer Netzwerke und die Frage, wie politische Führung ihre Macht durch die gezielte Zuteilung öffentlicher und privater Güter festigt.
Das primäre Ziel ist zu klären, ob die Selektorats-Theorie die spezifischen Muster der Verteilung öffentlicher und privater Güter in Venezuela über den gesamten Untersuchungszeitraum hinweg erklären kann.
Die Arbeit nutzt eine diachrone Einzelfallstudie im Längsschnitt unter Anwendung der Kongruenz-Methode, um theoretische Vorhersagen mit der empirischen Realität abzugleichen.
Der Hauptteil gliedert sich in vier historische Analysephasen: die Ära des Elitenpaktes ab 1958, die Jahre des Ölbooms ab 1973, die Phase des Staatsbankrotts ab 1983 und die Ära Chávez ab 1999.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Rentierstaat, Winning Coalition, Klientelismus, Ressourcenfluch und politische Ökonomie charakterisiert.
Die Analyse zeigt, dass Chávez die Winning Coalition gegenüber dem alten System verkleinerte und durch eine stärkere Polarisierung der Gesellschaft kennzeichnete, während gleichzeitig das Modell des staatszentrierten Rentierstaates beibehalten und verschärft wurde.
Die Theorie scheitert teilweise daran, die komplexe, historisch gewachsene Verteilung von Gütern in Venezuela vollständig zu erfassen, da sie von einer einheitlichen Interessenlage innerhalb des Selektorats ausgeht, die in der Realität durch tiefgreifende soziale Unterschiede überlagert wird.
Sie dienten der Regierung Chávez als Instrument zur Umgehung der klassischen Staatsstruktur, um Gelder direkt an Anhänger zu verteilen und damit gezielt die politische Loyalität der ärmeren Bevölkerungsschichten zu sichern.
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