Bachelorarbeit, 2015
46 Seiten, Note: 2,3
1 Einleitung
2 Das Bild im Geschichtsunterricht
2.1 Der Einsatz des Bildes im Wandel der Zeit
2.2 Psychologische Bildbedeutung
2.3 Bildinterpretation
3 Herrscherbilder
3.1 Ludwig XIV – Sachanalyse des Werkes von Hyacinthe Rigaud
3.1.1 Der Maler und sein Auftrag
3.1.2 Bildikonografie
3.2 Adolf Hitler – Fotografie von Heinrich Hoffmann auf dem Reichsparteitag 1934
3.2.1 Der Fotograf und das Bild als Teil der NS-Propaganda
3.2.2 Bildikonografie
3.3 Angela Merkel – Fotografie von Michael Gehler zur Bundestagswahl 2009
3.3.1 Der Fotograf und der Anlass des Bildes
3.3.2 Bildikonografie
4 Vergleichende Analyse der dargestellten Herrschaftsinszenierungen
5 Methodisch-didaktisches Aufgabenkonzept für den Schulunterricht anhand des Kernlehrplans Geschichte für das Bundesland Nordrhein-Westfalen
6 Fazit
Diese Arbeit untersucht diachron anhand von drei Fallbeispielen aus unterschiedlichen Epochen – Ludwig XIV., Adolf Hitler und Angela Merkel – wie Herrschaft visuell inszeniert wird und ob eine symptomatische Kehrtwende vom monarchischen Selbstbildnis hin zu einer volksnahen Darstellung vorliegt.
3.1.1 Der Maler und sein Auftrag
Das hier beschriebene Ölgemälde entstand 1701, zeigt den französischen Sonnenkönig Ludwig XIV. und entstammte den künstlerischen Begabungen des französischen Malers Hyacinthe Rigaud. Er wurde am 18. Juli 1659 geboren und gilt als bedeutendster Adelsporträtist der Barockzeit. Speziell im letzten Jahrzehnt des 17. Jahrhunderts konnte er sich einen Ruf am Königshof erarbeiten. Seine Begabung für das Porträtfach wurde zu Pariser Zeiten erkannt, wo er seit 1681 seinen Beruf ausübte und sich dort etablierte. Mit zunehmendem Bekanntheitsgrad und steigender Anzahl von Aufträgen musste Rigaud seinen Mitarbeiterkreis erweitern. Er stellte Künstler ein, die durch ihre speziellen Begabungen lediglich für gewisse Bildbereiche vorgesehen waren, wie zum Beispiel Charles Parrocel, der Schlachtszenerien auf den Hintergründen darstellte.
1688 erhielt er den bis dahin größten Auftrag seines Lebens, ein Bildnis vom Bruder Ludwigs XIV. anzufertigen. Das Kunstwerk beeindruckte selbst den König dermaßen, dass dieser Rigaud beauftragte, ein Königsporträt von ihm höchstpersönlich zu malen. Ursprünglich war dieses Bildnis für Philipp, den Enkel des Königs, bestimmt. Dieser befand sich im ersten Jahr des 18. Jahrhunderts im Thronstreit um die Krone Spaniens und bat seinen Großvater um ein Porträt, das seinen Anspruch auf die Krone Spaniens rechtfertigte. Dieses Porträt spiegelte in den Augen Ludwigs seine unangefochtene, durch Gott legitimierte Macht wider, sodass er es für sich behielt und darüber hinaus zahlreiche Kopien anfertigen ließ. Einerseits waren sie für seine eigene Sammlung und als Geschenke für andere europäische Herrscher bestimmt, zum anderen wurde eines der Bilder im Thron- und Apollosaal in Versailles ausgestellt. Es diente sozusagen als „Vertretung des Königs“, wenn dieser sich auf Reisen befand. Es entstand in den Räumlichkeiten der Madame de Maintenon, der zweiten Gemahlin des selbst ernannten Sonnenkönigs. Diese Orte waren insofern geeignet für die Entstehung des Bildes, da sie Treffpunkt von Politikern, Gelehrten und Jesuiten waren.
1 Einleitung: Die Einleitung umreißt die Rolle historischer Bilder als Machtinstrumente und stellt die Forschungsfrage nach der Wende vom monarchischen zum volksnahen Herrschaftsbild.
2 Das Bild im Geschichtsunterricht: Dieses Kapitel behandelt die geschichtliche Entwicklung und psychologische Bedeutung des Bildeinsatzes sowie methodische Ansätze der Bildinterpretation im Unterricht.
3 Herrscherbilder: In diesem Kapitel erfolgt die detaillierte Analyse der drei Fallbeispiele: Ludwig XIV., Adolf Hitler und Angela Merkel, inklusive ihrer jeweiligen Hintergründe und ikonografischen Merkmale.
4 Vergleichende Analyse der dargestellten Herrschaftsinszenierungen: Hier werden die Ergebnisse der drei Fallstudien gegenübergestellt und auf die zentrale These der Kehrtwende in der Herrschaftsinszenierung geprüft.
5 Methodisch-didaktisches Aufgabenkonzept für den Schulunterricht anhand des Kernlehrplans Geschichte für das Bundesland Nordrhein-Westfalen: Dieses Kapitel überträgt die Analyseergebnisse in ein schulpraktisches Konzept, das die Bildbearbeitung in den Lehrplan der Sekundarstufe 1 integriert.
6 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bestätigt die erfolgreiche Kehrtwende von der absolutistischen zur volksnahen bzw. demokratischen Machtinszenierung.
Herrschaftsinszenierung, Bildanalyse, Geschichtsunterricht, Ludwig XIV., Absolutismus, Adolf Hitler, NS-Propaganda, Angela Merkel, Bildinterpretation, Ikonografie, Herrscherbild, Politische Kommunikation, Machtdemonstration, Demokratische Inszenierung, Medienkompetenz
Die Arbeit untersucht, wie historische und aktuelle Herrscher ihre Macht durch Bilder inszenieren und ob sich hierbei über die Jahrhunderte ein Wandel vom prunkvollen monarchischen Selbstbildnis zu einer volksnahen Darstellung feststellen lässt.
Die zentralen Themen sind die Rolle von Bildern im Geschichtsunterricht, die methodische Bildinterpretation, die historische Analyse von Herrschaftsinszenierungen in drei verschiedenen Epochen sowie die didaktische Umsetzung dieser Themen in der Schule.
Das primäre Ziel ist es, eine symptomatische Kehrtwende in der bildlichen Selbstdarstellung von Machthabern nachzuweisen und zu zeigen, wie sich die Beziehung zwischen Herrscher und Volk in diesen visuellen Quellen widerspiegelt.
Die Arbeit nutzt die vierstufige Methode der Bildinterpretation nach Hans-Jürgen Pandel, um eine fundierte Sach- und ikonografische Analyse der ausgewählten Bilder durchzuführen.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung zum Bildeinsatz im Unterricht, die detaillierte Analyse der Bilder von Ludwig XIV., Adolf Hitler und Angela Merkel sowie eine vergleichende Synthese dieser Ergebnisse.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Herrschaftsinszenierung, Bildinterpretation, Herrscherbilder, Absolutismus, Propaganda und demokratische Inszenierung charakterisiert.
Während Ludwig XIV. seine Macht durch überhöhten Prunk, Distanz zum Volk und religiöse Legitimationssymbole darstellt, präsentiert sich Angela Merkel als pragmatische, volksnahe Kanzlerin, die durch "Nichtinszenierung" und Authentizität ihr politisches Amt legitimiert.
Hitlers Herrschaftsinszenierung wird als propagandistisch eingestuft, da sie gezielt die moderne Fototechnik nutzte, um seine Person durch die Einbettung in begeisterte Massen und Blick-Gemeinschaften als Zentrum der Macht zu stilisieren, wobei das Volk als legitimierendes Element diente.
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