Bachelorarbeit, 2016
67 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
2. Resilienz bei Kindern und Jugendlichen
2.1 Das Resilienzkonzept
2.2 Das Risikofaktorenkonzept
2.2.1 Interne Entwicklungsrisiken im Kindes- und Jugendalter
2.2.2 Externe Entwicklungsrisiken im Kindes- und Jugendalter
2.3 Das Schutzfaktorenkonzept
2.3.1 Interne Schutzfaktoren im Kindes- und Jugendalter
2.3.2 Externe Schutzfaktoren im Kindes- und Jugendalter
3. Die Ganztagsschule
3.1 Hintergründe, Ziele und Merkmale der Ganztagsschule
3.2 Das erweiterte Bildungsverständnis der Ganztagsschule
3.2.1 Individuelle Förderung an der Ganztagsschule
3.2.2 Peerbeziehungen in der Ganztagsschule
3.2.3 Einbeziehung der Eltern
3.2.4 Außerunterrichtliche Angebote und außerschulische Partner
4. Das resilienzfördernde Potenzial der Ganztagsschule
4.1 Die Abschwächung von Risikofaktoren
4.2 Die Unterstützung von schützenden Faktoren
5. Grenzen des resilienzfördernden Potenzials der Ganztagsschule
6. Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht das resilienzfördernde Potenzial von Ganztagsschulen. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, welche Möglichkeiten das erweiterte Bildungsverständnis der Ganztagsschule Kindern und Jugendlichen bietet, die spezifischen Risikoeinflüssen ausgesetzt sind, um psychische Widerstandskraft auszubilden, und wo die Grenzen dieses Einflusses liegen.
2.1 Das Resilienzkonzept
Bei dem Begriff „Resilienz“ handelt es sich um eine Ableitung von dem englischen Wort „resilience“ (lat. resilere = abprallen), welches die Bedeutung „Spannkraft“, „Elastizität“ oder „Strapazierfähigkeit“ trägt. Als Synonyme für Resilienz werden in der Fachliteratur der Psychologie, Pädagogik und Sozialwissenschaften beispielsweise die Begriffe „Stressresistenz“, „psychische Robustheit“, „psychische Widerstandsfähigkeit“ oder „psychische Elastizität“ verwendet. Allgemein ist die Fähigkeit zur erfolgreichen Bewältigung belastender Lebensumstände und negativer Folgen von Stress gemeint. Die Resilienz von Kindern und Jugendlichen bezeichnet deren psychische Widerstandsfähigkeit gegenüber biologischen, psychologischen und psychosozialen Entwicklungsrisiken. Eine gegenüber diesen Entwicklungsrisiken ausgebildete psychische Widerstandsfähigkeit führt durch Bewältigungskompetenzen zu persönlichkeitsstärkenden und entwicklungsfördernden Eigenschaften und zieht keine psychischen Auffälligkeiten nach sich (vgl. Wustmann 2004, S. 18 f.). Kommt es zu keiner erfolgreichen Bewältigung, können Defizite in der Entwicklung oder psychische sowie psychosomatische Auffälligkeiten auftreten (vgl. Wustmann 2004, S. 20 f.). Es handelt sich bei resilienten Menschen „nicht um den unverwundbaren Menschen, sondern um einen Menschen, der trotz starker Krisen relativ stabil bleibt“ (Michel/ Sattler 2007, S. 105).
Resilienz ist kein angeborenes Persönlichkeitsmerkmal, sondern das Resultat von Bewältigungskompetenzen, die während der wechselseitigen Beziehung zwischen Person und Umwelt erlangt werden (vgl. Sturzbecher/ Dietrich 2007, S. 6 f.). Resilienz wird durch einen Entwicklungsprozess erworben, der sich durch die Interaktion zwischen Individuum und Umwelt ereignet und im Kontext der Entwicklungsbedingungen und Lebensverhältnissen der Kinder und Jugendlichen gesehen werden muss (vgl. Zander 2008, S. 19). Die psychische Widerstandskraft ist keine über den gesamten Lebenslauf stabile Fähigkeit, sie kann auch nicht auf alle Lebensbereiche eines Menschen übertragen werden.
1. Einleitung: Einführung in die Resilienzproblematik bei Kindern und Jugendlichen sowie Darstellung der Zielsetzung und Struktur der Arbeit im Kontext der Ganztagsschule.
2. Resilienz bei Kindern und Jugendlichen: Theoretische Herleitung des Resilienzbegriffs sowie Analyse von Risiko- und Schutzfaktoren als interne und externe Einflussgrößen.
3. Die Ganztagsschule: Erläuterung der Hintergründe, Ziele und des erweiterten Bildungsverständnisses der Ganztagsschule, unterteilt in zentrale Förderbereiche wie individuelle Unterstützung, Peerbeziehungen, Elternarbeit und außerunterrichtliche Aktivitäten.
4. Das resilienzfördernde Potenzial der Ganztagsschule: Untersuchung der Frage, inwieweit die schulischen Strukturen zur Abschwächung von Risikofaktoren beitragen und aktiv schützende Faktoren stärken können.
5. Grenzen des resilienzfördernden Potenzials der Ganztagsschule: Kritische Analyse der strukturellen, personellen und außerschulischen Limitationen, die eine resilienzfördernde Wirkung einschränken können.
6. Fazit: Zusammenfassende Bewertung des Potenzials von Ganztagsschulen zur Resilienzförderung unter Berücksichtigung der Diskrepanz zwischen theoretischen Möglichkeiten und der Umsetzung in der Praxis.
Resilienz, Ganztagsschule, Risikofaktoren, Schutzfaktoren, Vulnerabilität, individuelle Förderung, Peerbeziehungen, außerschulische Partner, psychische Widerstandskraft, Entwicklungsrisiken, Bildungsverständnis, Sozialkompetenz, Erziehungsalltag, Selbstwirksamkeit, Schulklima.
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Frage, wie Ganztagsschulen durch ein erweitertes Bildungsverständnis dazu beitragen können, die psychische Widerstandskraft (Resilienz) von Kindern und Jugendlichen zu fördern.
Die zentralen Felder sind die Resilienzforschung (Risiko- und Schutzfaktoren) und die pädagogische Gestaltung der Ganztagsschule mit ihren spezifischen Unterstützungsstrukturen.
Die Forschungsfrage ist, welche Möglichkeiten die Ganztagsschule Kindern bietet, die bestimmten Belastungen ausgesetzt sind, um Resilienz zu entwickeln, und wo die Grenzen dieses Einflusses liegen.
Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf einer fundierten Literaturanalyse basiert und wissenschaftliche Studien (wie z.B. die Kauai-Studie oder die StEG-Begleitstudie) miteinander in Bezug setzt.
Der Hauptteil analysiert die theoretischen Konzepte von Resilienz, die Merkmale der Ganztagsschule sowie deren konkrete Möglichkeiten zur Risikominimierung und zur Unterstützung schützender Faktoren.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Resilienz, Ganztagsschule, Schutzfaktoren, individuelle Förderung und das erweiterte Bildungsverständnis maßgeblich geprägt.
Peerbeziehungen werden als wichtiger Schutzfaktor analysiert, da sie soziale Unterstützung, Identitätsbildung und Gelegenheiten zum sozialen Lernen bieten, die in Ganztagsschulen durch organisierte Kontexte zusätzlich gestützt werden können.
Risikofaktoren werden als Belastungen definiert, die die Wahrscheinlichkeit psychischer Störungen erhöhen, während Schutzfaktoren (interne Ressourcen wie Empathie oder externe Ressourcen wie eine stabile Bezugsperson) als Puffer fungieren, die zur Bewältigung beitragen.
Die Grenzen liegen unter anderem in der Qualität der Umsetzung des Ganztagsschulkonzepts, der Unbeeinflussbarkeit des sozialen Umfelds sowie der Tatsache, dass primäre Vulnerabilitätsfaktoren durch Schule kaum verändert werden können.
Es dient als theoretischer Rahmen, um zu erklären, warum die Schule über die reine Wissensvermittlung hinaus auch soziale, emotionale und persönlichkeitsbildende Funktionen übernehmen muss, um als resilienzfördernder Ort zu fungieren.
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