Masterarbeit, 2016
35 Seiten, Note: 2,5
Philosophie - Praktische (Ethik, Ästhetik, Kultur, Natur, Recht, ...)
1. Einleitung
3. Was ist Ablass?
3.1 Sündenstrafen
3.2 Verdienste, gute Werke
3.3 Der Ablass
9. Argumentationsvarianten für den ethischen Diskurs
9.1 Konsequentialistische bzw. utilitaristische Argumentation
9.2 Deontologische Argumentation
9.3 Tugendethische Argumentation
11. Warum sollte etwas nicht handelbar sein?
11.1 Kommodifizierung und Korruption
12. Was für ein „Gut“ ist der Ablass?
13. Welchen Zweck haben die guten Werke?
14. Welche Norm liegt dem Ablasshandel zugrunde?
15. Wirtschaftsethik bei Martin Luther
17. Das Äquivalent von Gut und Geld bei Georg Simmel
20. Kommodifizierung und Korruption bei Aristoteles – Der Zweck der Güter
23. Korruption durch Ablasshandel?
23.1 Konsequentialismus
23.2 Kontraktualismus
23.3 Deontologie
23.4 Tugendethik
23.5 Wird die Norm des Ablasses korrumpiert?
27. KYOTO-Protokoll
27.1 Verpflichtungen
27.2 Emissionshandel
27.3 Ist der Emissionshandel mit dem Ablass vergleichbar und wird durch den Handel ein Wert korrumpiert?
30. Schlussbemerkung
Die Arbeit untersucht die moralische Zulässigkeit des Ablasshandels aus einer wirtschaftsethischen Perspektive und prüft, ob die Kommodifizierung dieses kirchlichen Instruments zu einer Korruption des zugrunde liegenden Wertes führt, wobei die gewonnenen Erkenntnisse auf den modernen Emissionshandel übertragen werden.
Was für ein „Gut“ ist der Ablass?
Rein materiell betrachtet ist der Ablass ein Stück Papier, auf dem der Erlass einer auferlegten Strafe bescheinigt wird. Man erwirbt einen Ablass und bekommt einen schriftlichen Nachweis zur eigenen Absicherung. Auch für Verstorbene war die Ausstellung des Briefes möglich. Sie war möglicherweise auch die einzige Form, wie man dem Käufer zeigen konnte, dass der Ablass für den Verstorbenen gilt. Vor wem man diesen Brief im Zweifelsfall allerdings vorzeigen soll, ist unklar. Der Erlass der Sündenstrafen ist schlussendlich im Fegefeuer, zur Erlösung, notwendig. Das dort, vor der Tür des Paradieses, niemand sitzt und die Ablassbriefe kontrolliert, dürfte klar sein. Demnach existiert dieser Nachweis in Papier nur zur Untermauerung des Glaubens an den Ablass. Ähnlich wie in einer Taufbescheinigung wird etwas dokumentiert, das nur transzendentale Bedeutung hat.
Einleitung: Die Arbeit führt in die Fragestellung ein, ob das historische Phänomen des Ablasshandels eine Form der unzulässigen Kommodifizierung darstellt, und schlägt eine Brücke zur heutigen Marktlogik.
Was ist Ablass?: Dieses Kapitel erläutert die dogmatischen Grundlagen von Sündenstrafen und die Entwicklung der Ablasspraxis innerhalb der katholischen Kirche.
Argumentationsvarianten für den ethischen Diskurs: Es werden grundlegende ethische Perspektiven wie Utilitarismus, Deontologie und Tugendethik vorgestellt, die für die spätere Bewertung herangezogen werden.
Warum sollte etwas nicht handelbar sein?: Hier wird der Kernbegriff der Korruption durch Kommodifizierung erörtert, also das Risiko, dass der Handel mit bestimmten Gütern deren ideellen Wert zerstört.
Was für ein „Gut“ ist der Ablass?: Das Kapitel analysiert den Ablass als transzendentales Gut, das durch die Geldzahlung materiell zweckentfremdet wird.
Welchen Zweck haben die guten Werke?: Es wird untersucht, welche Rolle "gute Werke" innerhalb der Gemeinschaft der Gläubigen einnahmen und wie ihre Funktion durch Ablasszahlungen verloren ging.
Welche Norm liegt dem Ablasshandel zugrunde?: Dieses Kapitel beleuchtet die kulturellen und gesellschaftlichen Normen, die den Ablass als Teil eines frühchristlichen "Gesellschaftsvertrags" definieren.
Wirtschaftsethik bei Martin Luther: Luther wird als Kritiker der Vermarktung religiöser Werte und des Kaufmannsgeistes der Kirche analysiert.
Das Äquivalent von Gut und Geld bei Georg Simmel: Simmels Theorie zum Geldwert wird genutzt, um die Problematik der Quantifizierung nicht-materieller, persönlicher Werte zu verdeutlichen.
Kommodifizierung und Korruption bei Aristoteles – Der Zweck der Güter: Aristoteles' Unterscheidung zwischen zweckentsprechendem Gebrauch und Erwerbsstreben dient als philosophisches Fundament für die Kritik am Ablasshandel.
Korruption durch Ablasshandel?: Eine abschließende Zusammenführung der Argumente zeigt auf, dass der Ablasshandel aus verschiedenen ethischen Sichtweisen als korrumpierend zu bewerten ist.
KYOTO-Protokoll: Das Protokoll wird als aktuelles Fallbeispiel für die Übertragung von Ablasslogiken in den Bereich des Klimaschutzes vorgestellt.
Schlussbemerkung: Die Arbeit resümiert, dass die Kommodifizierung von Werten ein zeitloses Problem darstellt und mahnt zur Vorsicht, wenn ideelle Werte durch Marktlogiken ersetzt werden.
Ablasshandel, Kommodifizierung, Korruption, Wirtschaftsethik, Sündenstrafen, Martin Luther, Georg Simmel, Aristoteles, Emissionshandel, Kyoto-Protokoll, Moral, Werte, Gesellschaftsvertrag, Tugendethik, Bußsakrament.
Die Arbeit untersucht das ethische Problem der "Verwirtschaftlichung" religiöser Praktiken am Beispiel des historischen Ablasshandels und zieht Parallelen zu modernen Phänomenen wie dem Emissionshandel.
Zentrale Themen sind die christliche Rechtfertigungslehre, die Begriffe der Kommodifizierung und Korruption, die Wirtschaftsethik bei Luther, Simmel und Aristoteles sowie die Anwendung dieser Theorien auf den heutigen Klimaschutz.
Das Ziel ist es, zu klären, ob der Ablasshandel moralisch vertretbar ist und ob durch die Handelbarkeit von Ablässen eine Korruption des zugrunde liegenden ethischen Wertes stattfindet.
Die Autorin nutzt eine philosophisch-ethische Analyse, die historische Quellen und Theorien bekannter Denker wie Martin Luther, Georg Simmel und Aristoteles kombiniert, um eine normative Bewertung vorzunehmen.
Der Hauptteil befasst sich mit der Definition von Ablass und Sündenstrafen, der philosophischen Fundierung des Kommodifizierungseinwands und der ethischen Kritik am Ablasshandel durch verschiedene philosophische Strömungen.
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Kommodifizierung, Korruption, Ablasshandel, Wirtschaftsethik und Emissionshandel treffend beschreiben.
Die Autorin sieht den Emissionshandel als vergleichbar korrumpierend an, da er den eigentlichen Sinn des Umweltschutzes – die tatsächliche Änderung des Verhaltens und der Emissionen – durch finanzielle Abgeltung entleert.
Das Fazit lautet, dass der Ablasshandel ethisch nicht vertretbar ist, da er den moralischen Wert der Sühne und der inneren Umkehr korrumpiert und ein Instrument des Glaubens zweckentfremdet.
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