Examensarbeit, 2016
111 Seiten, Note: 1,0
I. Einleitung
1. Erkenntnisinteresse und Fragestellung
2. Aufbau und Inhalt
3. Methodik
II. Enlivenment als fundamentale Veränderung der Konzepte von Natur, Kultur und Politik
1. Andreas Weber – Hintergründe und Einordnung
2. Enlivenment
2.1. Poetik der Wirklichkeit
2.2. Anthropozän
2.3. Poetik, Lebendigkeit und Beziehungen
2.4. Dualismus und Aufklärung
2.5. Biosphäre – empirische Subjektivität und poetische Objektivität
2.6. Nachhaltigkeit
2.7. Sinnverlust
2.8. Allmende und Commons
2.9. Freiheit, Utopie und Kultur
2.10. Romantik 2.0
2.11. Ziele von Enlivenment
III. Was ist Natur? – Historische Naturbilder
1. Naturbegriff
1.1. Naturalismus
1.2. Kulturalismus
1.3. Naturbegriff in Praxis: Wissenschaft
1.3.1. Konsequenzen für die Gegenwart
2. Naturphilosophische Entwicklungen
3. Jahrhunderte in Transformation – Formation – Transformation
IV. Zeitgenössischer Diskurs von Natur-Kultur-Konzepten
1. Philippe Descola: Anthropologie der Natur
2. Hartmut Rosa: Resonanz
3. Bruno Latour: Akteur-Netzwerk-Theorie
4. Auswertung
V. Commons – Gemeinschaft, Demokratie, Utopie
VI. Fazit
Die vorliegende Magisterarbeit untersucht das Konzept des "Enlivenment" von Andreas Weber im Kontext zeitgenössischer gesellschaftskritischer Diskurse. Ziel ist es, herauszuarbeiten, wie Webers naturphilosophischer Ansatz, der eine Brücke zwischen menschlicher Kultur und der Lebendigkeit der Natur schlägt, zur Lösung ökologischer und sozialer Krisen beitragen kann und welche Relevanz seine Ideen für moderne Transformationsbewegungen besitzen.
2. Enlivenment
Im anthropozänen Zeitalter entwirft Andreas Weber ein Konzept, welches es möglich machen soll, der globalen ökologischen Krise neue Lösungen entgegenzustellen. Dieses grenzt er vom bisherigen Menschen- und Naturbild insofern ab, dass er alle Wesen als Teilnehmer eines gemeinsamen Haushaltes von Stoff, Begehren und Imagination versteht – einer Ökonomie der metabolischen und poetischen Verwandlungen - und generiert damit ein alternatives Weltbild einer untrennbaren Verbundenheit des Menschen mit der Natur, denn sie sind „lebendige Geschöpfe auf einer lebendigen Erde, können […] diese Prinzipien fühlen, schlicht und allein deshalb, weil wir aus ihnen gemacht sind.“
Mehr im Anschluss als in Abgrenzung zur Aufklärung ´Enlightenment´ nennt er dieses Konzept Enlivenment - Verlebendigung - und versteht diese als „Aufklärung der Aufklärung“, „als wahres Erbe einer Aufklärung, die von ungerechtfertigten Dogmen wegführen und die Freiheit jedes Subjekts stärken wollte.“
I. Einleitung: Einführung in die naturphilosophische Problematik und die methodische Herangehensweise der Diskursanalyse zur Untersuchung von Webers Konzepten.
II. Enlivenment als fundamentale Veränderung der Konzepte von Natur, Kultur und Politik: Detaillierte Vorstellung des Enlivenment-Konzepts, das auf die Verbindung von empirischer Subjektivität und poetischer Objektivität setzt.
III. Was ist Natur? – Historische Naturbilder: Historische Kontextualisierung des Naturbegriffs von der Aufklärung bis zur Gegenwart unter Berücksichtigung wissenschaftlicher Entwicklungen.
IV. Zeitgenössischer Diskurs von Natur-Kultur-Konzepten: Analytische Einführung in die Theorien von Philippe Descola, Hartmut Rosa und Bruno Latour und deren Bezug zum Mensch-Natur-Verhältnis.
V. Commons – Gemeinschaft, Demokratie, Utopie: Untersuchung der Commons-Ökonomie als praktisches Anwendungsfeld für die Ideen des Enlivenment und deren transformatives Potenzial.
VI. Fazit: Synthese der Ergebnisse, die eine Notwendigkeit für ein neues, nicht-dualistisches Verständnis unserer Verbundenheit mit der Natur betont.
Enlivenment, Andreas Weber, Naturphilosophie, Anthropozän, Commons, Diskursanalyse, Nachhaltigkeit, Lebendigkeit, Mensch-Natur-Verhältnis, Poetik der Wirklichkeit, Gesellschaftlicher Wandel, Transformation, Symboltheorie, Bioliberalismus.
Die Arbeit analysiert das philosophische Konzept des "Enlivenment" von Andreas Weber und seine Relevanz für die Bewältigung globaler ökologischer und gesellschaftlicher Krisen.
Zentrale Themen sind die Überwindung des modernen Natur-Kultur-Dualismus, die Kritik am Bioliberalismus und die Erforschung alternativer Wirtschafts- und Lebensformen wie der Commons-Ökonomie.
Ziel ist es zu ergründen, wie Webers theoretische Ansätze in eine gesellschaftliche Praxis überführt werden können, die den Menschen wieder als Teil der lebendigen Biosphäre begreift.
Die Arbeit nutzt schwerpunktmäßig die Diskursanalyse nach Michel Foucault, um die untersuchten Theorien in ihren historischen und gesellschaftlichen Kontext einzubetten.
Der Hauptteil behandelt die theoretischen Grundlagen des Enlivenment, eine historische Einordnung der Naturbilder, den Diskurs bei zeitgenössischen Autoren wie Descola, Rosa und Latour sowie die Praxis der Commons.
Begriffe wie "Poetische Objektivität", "Empirische Subjektivität", "Commons", "Lebendigkeit" und "Transformation" stehen im Zentrum der Arbeit.
Weber grenzt Enlivenment von Utopien ab, da diese oft starre, vorgefertigte Konzepte verfolgen, während Enlivenment eine "Zärtlichkeit zu dem, was wirklich ist" und eine ständige Neuverhandlung von Widersprüchen fordert.
Weber fordert eine Erweiterung der Wissenschaftspraxis um eine "Ökologie in der ersten Person", die das subjektive Erleben und die Bedeutung des Lebendigen einbezieht statt nur auf messbare Daten zu fokussieren.
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