Examensarbeit, 2011
55 Seiten, Note: 2,0
1. Einleitung
2. Surfkultur
2.1 Die Geschichte des Wellenreitens
2.2 Bedeutung des Surfens
2.3 Surf-Magazine
2.4 Modeindustrie und Marketing
2.5 Surfen als Sportart für jung und alt
2.6 Surfrider Foundation
2.7 Surfen als Lebenseinstellung
3. Communities
3.1 Surf Community
3.1.1 Surfen als geteilte Leidenschaft
3.1.2 Die Grundlagen des Surfens
3.2 Communities aus Sicht der Wissenschaft
3.2.1 Definition und Merkmale einer Community
3.2.2 Sense of Community
3.2.3 Social Network
3.2.4 Community of Practice
3.2.5 Speech Community
4. Slang
4.1 Definition des Begriffs „Slang“
4.2 Merkmale
4.3 Formen
4.4 Themen
4.5 Verwendung und Funktionen
4.6 Wirkung
4.7 Wer spricht Slang?
5. Surfslang
5.1 Einführung in den Surfslang
5.2 Typische Begriffe
5.3 Synonymie und Bedeutungswandel
5.4 Entstehungsgebiete des Surfslangs
5.5 Entwicklung des Begriffs „dude“
5.6 „Surfish as a Second Language“
6. Filmanalyse
6.1 Übersetzung von Surfslang
6.2 Blue Crush
6.3 Apocalypse Now
6.4 Point Break
6.5 Auswertung
7. Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht die sprachwissenschaftlichen Aspekte der Surfer-Community und analysiert, wie sich der spezifische Surfslang entwickelt, verbreitet und innerhalb der Gruppe als Identitätsmerkmal fungiert. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, welche Funktionen der Surfslang für die Community erfüllt und wie dieser in verschiedenen Medien, insbesondere in Spielfilmen, in die deutsche Sprache übersetzt wird.
3.1.1 Surfen als geteilte Leidenschaft
Das Verhältnis zwischen Surfern untereinander kann man verallgemeinernd als familiär definieren. Wo man sich gegenseitig helfen kann, wird dies auch getan. Man fühlt sich in dem was man tut verstanden und teilt die gemeinsame Leidenschaft: das Wellenreiten. Es sind Dinge wie „the motion of the waves“, „the instability of the sand beneath their feet“, „the sting of spray in their eyes“ und „the sudden weight of costumes filled with water and sand“, die sie miteinander verbinden (Lencek & Bosker 1998: 141). Das Gefühl mit der Welle zu verschmelzen kann man nur verstehen, wenn man es selbst schon erlebt hat. Surfer sind sich darüber einig, dass diese Einheit mit der Welle, insbesondere getting tubed (sich im Hohlraum der Welle befinden) ein unbeschreiblich schönes Erlebnis darstellt (vgl. Cralle 2001: 110; Booth 2004: 98; Stillman 1991). In dieser tube entdeckt der Surfer ein Geheimnis, ein Reich, das alles andere in den Schatten stellt, in dem Zeit keine Rolle spielt, wo sich Angst mit Spaß in einen Adrenalinrausch vereint (vgl. Booth 2004: 98). In einer Befragung für eine Studie James Ehrlichs (2003: 32), bringt es eine Surferin auf den Punkt:
Getting tubed, getting barreled, pitted, slotted, throttled, shacked, covered-up, whatever you call it, it’s a sensational experience. You’re actually inside of a living, breathing, thing and you’re moving with it, capturing its’ energy as it captivates you. You’re moving with the energy and with the ocean at an interval that is changing like every tenth of a second or something. You don’t know what is going to happen, but you have to right there (points to her eyes) and ready for anything, and at the same time, blindly confident that you know you are going to make it (out). It could pound you, lip you in the head, swallow you, eat you, or spit you right out. It’s this experience that’s totally amazing because you’re conquering, maybe I shouldn’t say conquering, maybe I should say dealing with something that has a hold of you for a couple of seconds, but it might as well be a couple of years, because the rush and the experience is so mesmerizing and its all you focus on. No work, school, job, boss, family, fights, friends, chores, worries, gripes, lovers, nothing but the barrel. It’s almost as amazing as time travel. You’re like (shakes her arms and hands and does the “deer in the headlights” expression Whooooaaaaa! (Emphatic use of body language as expression.)
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Thematik des Surfslangs ein und erläutert den Anlass sowie das Ziel der Arbeit, die Sprache der Surfer wissenschaftlich zu betrachten.
2. Surfkultur: Dieses Kapitel gibt einen historischen Überblick über die Entwicklung des Wellenreitens und beleuchtet die kulturellen sowie sozialen Hintergründe der Surfbewegung.
3. Communities: Hier werden Surf-Communities sowohl aus soziologischer als auch aus soziolinguistischer Perspektive analysiert, wobei Konzepte wie „Sense of Community“ und „Community of Practice“ im Fokus stehen.
4. Slang: Dieses Kapitel definiert den Begriff Slang, beschreibt seine Merkmale und Funktionen und zeigt auf, wie er zur Identitätsbildung innerhalb von Gruppen beiträgt.
5. Surfslang: Der spezifische Wortschatz der Surfer wird hier detailliert analysiert, inklusive Entstehungsgebieten, typischen Begriffen und dem Phänomen des stetigen Bedeutungswandels.
6. Filmanalyse: Anhand ausgewählter Spielfilme wird untersucht, wie Surfslang in deutsche Synchronfassungen übersetzt wurde und wo dabei Probleme oder Herausforderungen auftreten.
7. Fazit: Das Fazit fasst die zentralen Erkenntnisse der Arbeit zusammen und gibt einen Ausblick auf die zukünftige Bedeutung des Surfslangs in der deutschsprachigen Filmwelt.
Surfkultur, Surfslang, Wellenreiten, Community of Practice, Speech Community, Soziolinguistik, Slang, Identitätsbildung, Filmanalyse, Übersetzung, Sprachwandel, Sportkultur, Jugendsprache, soziale Netzwerke, Surf-Community.
Die Examensarbeit befasst sich mit der linguistischen Untersuchung des sogenannten Surfslangs und der Surfkultur als soziale Gemeinschaft.
Zentrale Themen sind die historische Entwicklung des Surfens, soziologische Aspekte von Communities sowie die soziolinguistischen Merkmale und Funktionen von Slang.
Ziel ist es zu verstehen, wie Surfslang als Kommunikationswerkzeug und Identitätsmerkmal fungiert und wie dieses spezifische Vokabular in übersetzten Medien (Filmen) dargestellt wird.
Die Arbeit basiert auf einer Literaturrecherche zu soziolinguistischen Theorien und einer kontrastiven Filmanalyse zwischen englischen Originalversionen und deutschen Synchronfassungen.
Der Hauptteil gliedert sich in eine fundierte theoretische Aufarbeitung der Community-Strukturen und Slang-Definitionen, gefolgt von einer detaillierten Analyse des Surfslangs selbst und dessen Übersetzung in Filmen.
Kernbegriffe sind Surfkultur, Surfslang, Community of Practice, soziolinguistische Identität und die Herausforderungen der Übersetzung von Fachjargon.
Es fehlen oft äquivalente Begriffe im Deutschen, und eine wortgetreue Übersetzung würde den Charakter und das spezifische Lebensgefühl, das der Slang ausdrückt, zerstören.
Während bei neueren Filmen wie Blue Crush teilweise bereits fachkundigere Übersetzungen oder der Verbleib von Originalbegriffen zu beobachten ist, mangelt es bei älteren Produktionen wie Apocalypse Now an einem Verständnis für die Surf-Fachsprache, was zu inhaltlich falschen Übersetzungen führt.
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