Bachelorarbeit, 2015
43 Seiten, Note: 1,3
1 Einleitung
2 Begriffsbestimmungen
2.1 Lernen
2.2 Virtuelle Lernumgebungen
2.3 Kollaborative Online–Lerngemeinschaften
2.4 Soziale Interaktion
2.5 Massive Open Online Course
3 Theoretischer Hintergrund
3.1 Konstruktivismus
3.1.1 Konstruktivistische Ansätze
3.1.2 Sozialkonstruktivismus
3.2 Konnektivismus
3.3 Community of Practice
3.4 Partizipationskultur
3.5 Fragestellung
4 Methodik
4.1 Ein- und Ausschlusskriterien für Literatur
4.2 Vorgehen
4.3 Einbezogene Quellen
5 Ergebnisse
5.1 Bildung von kollaborativen Online-Lerngemeinschaften
5.2 Zusammenhang zwischen aktiver Teilnahme an Forendiskussionen und Prüfungsergebnissen
6 Diskussion
Die Arbeit untersucht mittels eines systematischen Reviews, inwiefern soziale Interaktion in MOOCs den Lernprozess der Teilnehmer beeinflusst. Das primäre Ziel ist es, Erkenntnisse darüber zu gewinnen, wie soziale Funktionalitäten wie Diskussionsforen die Bildung kollaborativer Lerngemeinschaften fördern und welchen Einfluss eine aktive Teilnahme auf den Prüfungserfolg hat, um so zukünftige MOOC-Designs zu verbessern.
2.4 Soziale Interaktion
Der Ausdruck sozial ist zunächst einmal mit Worten wie innergesellschaftlich oder gemeinschaftlich gleichzusetzen (Pühse, 2001). Interaktion lässt sich aus den lateinischen Wörtern „inter“ und actio“ herleiten und steht für den Prozess des Handelns zwischen Individuen (König, 2009). In der Psychologie ist der Begriff der sozialen Interaktion sehr weit gefasst. So sind alle reziproken Vorgänge, die beim Kontakt zwischen zwei oder mehreren Menschen geschehen, als soziale Interaktion zu verstehen. Für eine Präzision des Begriffs der sozialen Interaktion stellt Crott (1979), angelehnt an den statistischen Wechselwirkungsbegriff, folgenden Minimalkonsens fest: Das Verhalten von Personen ist nicht unabhängig voneinander zu betrachten, sondern beeinflusst sich gegenseitig. Dabei wird soziale Interaktion, im Gegensatz zur bloßen Reaktion auf eine Person oder die Umwelt, als eine Art kontingente Interaktion begriffen, d.h. als eine wechselseitige Abhängigkeit des Verhaltens von zwei oder mehr Personen (ebd.).
Um den Prozess der Interaktion darzustellen, gibt es verschiedene Interaktionsmodelle. Ein Ansatz zur Klassifizierung wechselseitiger Beeinflussung stammt von Jones und Gerard (1967). Diese unterscheiden vier Grundtypen von Interaktionssequenzen (vgl. Abb. 1). Eine Interaktionssequenz wird durch eine Serie von Aktionen und Reaktionen bestimmt. Das Verhalten von Person A bestimmt das von Person B und dieses wiederum die Reaktion von Person A. Gleichzeitig verfolgen die Beteiligten bestimmte Pläne, die in der Interaktionsforschung häufig als Strategien bezeichnet werden. Das Klassifikationsschema von Jones und Gerard umfasst vier verschiedene Kontingenzen (vgl. Abb. 1):
1 Einleitung: Einführung in das Phänomen der MOOCs, deren Relevanz für das moderne E-Learning sowie Darlegung der Problemstellung hinsichtlich der bisher wenig erforschten sozialen Interaktion.
2 Begriffsbestimmungen: Definition der zentralen Konzepte wie Lernen, virtuelle Lernumgebungen, kollaborative Lerngemeinschaften, soziale Interaktion und MOOCs zur theoretischen Fundierung.
3 Theoretischer Hintergrund: Darstellung relevanter lerntheoretischer Ansätze wie Konstruktivismus, Konnektivismus, Community of Practice und Partizipationskultur, die als theoretischer Rahmen der Arbeit dienen.
4 Methodik: Beschreibung des systematischen Vorgehens bei der Literaturrecherche und Definition der Ein- und Ausschlusskriterien für die Auswahl der untersuchten Primärstudien.
5 Ergebnisse: Analyse der empirischen Daten bezüglich der Bildung kollaborativer Gemeinschaften in Foren sowie der Korrelation zwischen Forenaktivität und Prüfungserfolgen.
6 Diskussion: Kritische Reflexion der Ergebnisse vor dem theoretischen Hintergrund, Ableitung von Implikationen für zukünftige MOOC-Konzepte und Aufzeigen von Grenzen der vorliegenden Untersuchung.
MOOC, Massive Open Online Course, soziale Interaktion, E-Learning, Online-Lerngemeinschaft, Konstruktivismus, Konnektivismus, Community of Practice, Partizipationskultur, Forendiskussion, Prüfungsergebnis, Wissenserwerb, Kollaboration, virtuelle Lernumgebung.
Die Arbeit untersucht die Auswirkungen der sozialen Interaktion zwischen Kursteilnehmern in Massive Open Online Courses (MOOCs) auf deren Lernprozess.
Zu den Kernbereichen zählen die theoretische Einordnung von E-Learning-Formaten, die Analyse von Interaktionsmustern in Diskussionsforen und die Erforschung von Faktoren, die den Lernerfolg in Online-Kursen beeinflussen.
Ziel ist es zu klären, inwiefern die in MOOCs stattfindende soziale Interaktion den Lernprozess beeinflusst und ob aktive Teilnahme an Foren zur Bildung kollaborativer Lerngemeinschaften sowie zu besseren Prüfungsergebnissen führt.
Es wurde ein systematisches Review erstellt, bei dem fünf ausgewählte Primärstudien analysiert und die darin enthaltenen Daten sowie Ergebnisse synthetisiert wurden.
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen, methodisches Vorgehen bei der Literaturauswahl, Darstellung der empirischen Ergebnisse aus den Studien sowie deren kritische Diskussion.
Die Arbeit lässt sich am besten mit Begriffen wie MOOC, soziale Interaktion, Online-Lerngemeinschaften, Konnektivismus und Lernerfolg beschreiben.
Die Analyse ergab, dass die Forumsbeteiligung in den untersuchten MOOCs meist unbeständig war und eher in lose strukturierten Gruppen stattfand, statt nachhaltige kollaborative Lerngemeinschaften zu bilden.
Es konnte eine signifikante Korrelation nachgewiesen werden, bei der Teilnehmer, die sich aktiv in Foren beteiligten, tendenziell bessere Prüfungsergebnisse erzielten als nicht teilnehmende User.
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