Bachelorarbeit, 2017
53 Seiten, Note: 1,7
Einleitung
1. Aktueller Anlass
1.1 Der soziale Gradient an Morbidität und Mortalität
1.2 Die „Neue Morbidität“
1.3 Das Präventionsgesetz
2. Begriffliche Annäherungen
2.1 Der Begriff „Soziale Arbeit“
2.2 Die Begriffe „Gesundheit“ und „Krankheit“
2.2.1 Von der Pathogenese zur Salutogenese
2.2.2 Das salutogenetische Modell nach Aaron Antonovsky
2.2.3 Das heutige Verständnis
Exkurs: Gesundheit und Krankheit als gesellschaftliche Konstrukte
3. Überblick über das Aufgabenspektrum der Sozialen Arbeit in Bezug auf Themen der Gesundheit und Krankheit
3.1 Historische Bezugspunkte der Sozialen Arbeit und Gesundheit
3.2 Soziale Arbeit im Gesundheitswesen
3.3 Gesundheitsarbeit im Sozialwesen
3.4 Sozialpädagogische Gesundheitsförderung
3.4.1 Gesundheitsbezogene Prävention
3.4.2 Gesundheitsförderung
4. Strategien und Methoden der Gesundheitsförderung und Prävention
4.1 Gesundheitsselbsthilfe
4.1.1 Schutz- und Risikofaktoren
4.1.2 Gesundheitsidentität
4.1.3 Empowerment
4.1.4 Partizipation
4.1.6 Capability
4.2 Gesundheitserziehung und -bildung
4.3 Implizite Gesundheitsförderung und Prävention
5. Soziale Arbeit und Gesundheit im Wechselverhältnis
5.1 Interdisziplinäre und interprofessionelle Kooperation
5.2 Soziale Arbeit mit gesundheitsförderlichen und präventiven Strategien
6. Quo Vadis? – Neue Gestaltungsspielräume der gesundheitsbezogenen Sozialen Arbeit
6.1 Perspektivenwechsel hin zur Salutogenese
6.2 Potenzial des Empowerment-Ansatzes
6.3 Kooperationen
6.4 Upstream und Downstream
6.5 „Good Practice“-Kriterien
6.6 Chancen des neuen Präventionsgesetzes
6.7 Soziale Arbeit als kritische Instanz
Zusammenfassung
Die Arbeit untersucht die Rolle der Sozialen Arbeit im Themenfeld von Gesundheit und Krankheit. Das Ziel ist es, den aktuellen Diskurs zu beleuchten und aufzuzeigen, dass Soziale Arbeit nicht nur als Nebenakteur fungiert, sondern eine Schlüsselrolle einnimmt, um soziale Ungleichheiten im Gesundheitskontext zu adressieren.
Exkurs: Gesundheit und Krankheit als gesellschaftliche Konstrukte
Gesundheit und Krankheit sind Begriffe, die sich generell auf biologische Grundlagen und menschliches Handeln beziehen. Dennoch ist zu bedenken, dass sie abhängig von Zeit und gesellschaftlichem Rahmen auf verschiedene Weise definiert werden. Sie sind fest mit den Wertvorstellungen der jeweiligen Gesellschaft verbunden. (vgl. Homfeldt 2010, S. 5) Dieser Exkurs soll eine kurze Einführung in diese Thematik geben und stützt sich dabei auf die Ausführungen von Jürgen Beushausen (2013), der bei seiner Beschäftigung mit Konstruktionen von Gesundheit und Krankheit die These vertritt, dass Gesundheit und Krankheit soziale Phänomene sind, welche wiederum sozial konstruiert sind. Er stützt sich dabei erkenntnistheoretisch auf die Theorie des sozialen Konstruktivismus und auf die Systemtheorie, da diese die soziale Bezogenheit bei der Konstruktion von sozialen Wirklichkeiten in besonderem Maße betonen. Diese Wirklichkeit wird in kommunikativen Prozessen gemeinsam gesellschaftlich erzeugt und ist dabei immer in einen spezifischen historischen Kontext einzuordnen.
Aus Gründen des Umfangs dieser Bachelorarbeit werden an dieser Stelle die Theorien nicht näher im Allgemeinen erläutert, sondern in der folgenden Ausführung nur auf relevante Punkte Bezug genommen. Dennoch soll zum besseren Verständnis ein kurzer Überblick über die Inhalte der Theorien gegeben werden: Die Kernthese des Konstruktivismus besagt, es gebe keine vom Beobachter unabhängige Wirklichkeit. In anderen Worten: Der Konstruktivist ist als erkennendes Subjekt – also als mitwirkender Beobachter – an dem Herstellungsprozess beteiligt. Er ist demnach kein außenstehender objektiver Beobachter der Wirklichkeit, sondern zugleich Bestandteil sowie Gestalter dieser. Wahrnehmen, Verstehen und Erkennen sind somit keine objektiven, sondern immer subjektabhängige Prozesse. Daraus ergibt sich die Frage, was dann noch objektiv als Realität angesehen werden kann, wenn jedes Individuum über eine subjektive Realität verfügt. Der Konstruktivismus beantwortet diese Frage damit, dass durch Kommunikation ausgehandelt wird, was wirklich gilt. Realität ist somit der „Bereich konsensueller, im Miteinander hervorgebrachter kommunikativer Konstruktionen, die sich historisch in der Kultur verdichtet haben“ (Beushausen 2013, S. 8).
1. Aktueller Anlass: Erläutert den Zusammenhang zwischen sozialer Ungleichheit und gesundheitlichen Risiken sowie die Relevanz der "Neuen Morbidität" und des Präventionsgesetzes.
2. Begriffliche Annäherungen: Definiert die zentralen Fachbegriffe wie Soziale Arbeit, Gesundheit und Krankheit und führt in die salutogenetische Perspektive ein.
3. Überblick über das Aufgabenspektrum der Sozialen Arbeit in Bezug auf Themen der Gesundheit und Krankheit: Beschreibt die historischen Entwicklungen und die heutige Ausdifferenzierung der Sozialen Arbeit in gesundheitsbezogenen Handlungsfeldern.
4. Strategien und Methoden der Gesundheitsförderung und Prävention: Analysiert praxisnahe Methoden wie Empowerment, Partizipation und Gesundheitsselbsthilfe sowie deren theoretische Fundierung.
5. Soziale Arbeit und Gesundheit im Wechselverhältnis: Diskutiert die Schwierigkeiten in der interprofessionellen Zusammenarbeit und die strukturellen Herausforderungen der Sozialen Arbeit.
6. Quo Vadis? – Neue Gestaltungsspielräume der gesundheitsbezogenen Sozialen Arbeit: Skizziert Perspektiven für die Zukunft, insbesondere durch Empowerment-Ansätze und eine stärkere Positionierung der Sozialen Arbeit als kritische Instanz.
Soziale Arbeit, Gesundheit, Krankheit, Gesundheitsförderung, Prävention, Salutogenese, soziale Ungleichheit, Empowerment, Partizipation, Resilienz, Kohärenzgefühl, Präventionsgesetz, Gesundheitsidentität, Lebensweltorientierung, Interdisziplinarität
Die Arbeit analysiert die Rolle und das Aufgabenspektrum der Sozialen Arbeit im Kontext von Gesundheit und Krankheit und untersucht, wie diese Disziplin einen Beitrag zur Gesundheitsförderung leisten kann.
Die zentralen Themen sind soziale Ungleichheit als gesundheitlicher Faktor, der Salutogenese-Ansatz, gesundheitspädagogische Methoden sowie die Bedeutung von Kooperationen im Gesundheits- und Sozialwesen.
Das Ziel ist es, den aktuellen Diskurs zu erfassen und die These zu belegen, dass die Soziale Arbeit eine Schlüsselrolle in der Gesundheitsarbeit einnimmt, statt nur als Nebenakteur zu agieren.
Die Arbeit basiert auf der Auswertung aktueller wissenschaftlicher Fachliteratur, die durch eigene theoretische Einordnungen in einen fachspezifischen Zusammenhang gebracht wird.
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Begriffsdefinitionen, einen Überblick über historische und aktuelle Handlungsfelder sowie die detaillierte Darstellung von Strategien und Methoden der Prävention und Gesundheitsförderung.
Die Arbeit ist insbesondere durch die Begriffe Soziale Arbeit, Gesundheitsförderung, Empowerment, Salutogenese und soziale Ungleichheit geprägt.
Das Präventionsgesetz erkennt die Bedeutung der Lebenswelt (insbesondere der Kommune) an und stärkt dadurch strukturell die Möglichkeiten der Sozialen Arbeit, gesundheitsförderliche Angebote anzubinden.
Während die erste Ordnung Gesundheit oft normativ als Erziehungsziel vorgibt und von der Medizin funktionalisiert wird, versteht sich die zweite Ordnung als kritische Instanz, die Empowerment und Partizipation in den Fokus rückt.
Sie dienen als fachlicher Orientierungsrahmen, um die Qualität von Maßnahmen der soziallagenbezogenen Gesundheitsförderung zu planen, umzusetzen und nachhaltig zu sichern.
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