Masterarbeit, 2016
79 Seiten, Note: 1 (12 Bestnote in Dänemark)
Germanistik - Komparatistik, Vergleichende Literaturwissenschaft
1 EINLEITUNG
1.1 Einführung in das Thema
1.1.1 Fragestellung
1.2 Struktur
1.3 Kommentar zur Themeneingrenzung sowie Figuren- und Werkauswahl
1.4 Methode und Theorie
1.4.1 Methodische Überlegungen: New Criticism, close reading und Hermeneutik
1.4.2 Interpretationsansätze: Bezüge und Kontexte
2 FELIX KRULL
2.1 Zentrale Ereignisse, Rollen und „Bekenntnisse“
2.1.1 Felix als Monarch, kränkelnder Schuljunge und Schokoladendieb
2.1.2 Felix als Epileptiker, Schmuckdieb und eloquenter Armand
2.1.3 Aufbruch nach Lissabon: Felix als Marquis de Venosta
2.2 „Universell von Veranlagung“: Über die Frage nach der Identität Krulls
2.2.1 Die äußere Erscheinung: eine trügerisch ambivalente Hermesgestalt
2.2.2 Das Naturell: ein dekadenter Narziss
2.3 Ein Identitätskonflikt? Schopenhauer und Nietzsche im „Lebenskünstler Krull“
2.3.1 Die Enthüllung der Schopenhauerschen Scheinwelt
2.3.2 Felix als Erkenner Nietzsches „Wagnerschen“ Künstlerbilds
2.4 Das Fazit: Die Frage nach dem Verfall Krulls
2.4.1 Verfall als Konsequenz des dionysischen Einbruchs durch Dona Maria Pia?
2.4.2 Die Lösung: Kompensation und scheinbare Leichtigkeit
3 TONIO KRÖGER
3.1 Die komplexe Identität Tonio Krögers
3.2 Der Konflikt: Ein verirrter, verzweifelt nicht er selbst sein wollender Bürger?
3.3 Eine harmonische Synthese? Der offene und äquivoke Ausgang der Erzählung
4 DER VERGLEICH: FELIX KRULL, TONIO KRÖGER UND HANNO BUDDENBROOK
4.1 Die Charaktere und ihre Entwicklungen im Vergleich
4.2 Die Schlussszenen: Lebensbejahung, Naivität und Erkenntnisfähigkeit
5 PERSPEKTIVIERUNG – DER VERFALLSKOMPLEX: EINE KATEGORISIERUNG DER KÜNSTLERTYPEN IM KONTEXT DES GESAMTWERKS
6 SCHLUSSBETRACHTUNG
6.1 Das Fazit – eine stichhaltige These
6.2 Zusammenfassung der Analyseergebnisse
6.3 Aktualität und Ausblick
Die vorliegende Arbeit untersucht die Identitäten, Entwicklungsverläufe und den potenziellen Verfall der drei Jünglingsfiguren Felix Krull, Tonio Kröger und Hanno Buddenbrook im Werk von Thomas Mann, um die These von Børge Kristiansen zu prüfen, wonach der Versuch dieser Figuren, ihre apollinische Existenz zu bewahren, angesichts des Einbruchs der Natur stets im Chaos und Barbarei endet.
2.1 Zentrale Ereignisse, Rollen und „Bekenntnisse“
Als der vierzigjährige Felix Krull zu Beginn des Romans „die Feder ergreif[t]“, um seine „Geständnisse […] dem geduldigen Papier anzuvertrauen“, hat er die großen Abenteuer seines Lebens bereits hinter sich (Krull: 7). Felix Krull ist demnach sowohl die Hauptfigur als auch der Erzähler in diesem Roman; eine Person, die „Bekenntnisse“ aus ihrem Leben ablegen möchte. Die wichtigsten Episoden sollen in den nachfolgenden Ausführungen chronologisch skizziert und zentrale Textstellen zitiert werden, um im Laufe der Arbeit stets auf diese zurückgreifen zu können. Schließlich geht es hier um die persönlichen „Bekenntnisse“ Felix Krulls, die, wie er selber meint, selbstverständlich der Wahrheit entsprechen, denn „welcher moralische Wert und Sinn wäre auch wohl Bekenntnissen zuzusprechen, die unter einem anderen Gesichtspunkt als demjenigen der Wahrhaftigkeit abgefaßt wären!“ (Krull: 8). Jedoch verrät der Titel auch, dass es sich hierbei nicht um irgendwelche Bekenntnisse handelt, sondern eben um die eines Hochstaplers. Es wäre also leichtgläubig, Felix´ Worten unkritisch und unreflektiert Glauben zu schenken, zumal Bekenntnissen auch nachgesagt wird, sie seien nicht immer Zeichen einer aufrichtigen Selbstbesinnung. Dies sollte in den nächsten Teilabschnitten also stets berücksichtigt werden.
1 EINLEITUNG: Dieses Kapitel führt in die Thematik der Identität und Dekadenz bei Thomas Mann ein, definiert die Forschungsfrage bezüglich der These von Børge Kristiansen und legt die methodischen Grundlagen (New Criticism, Hermeneutik) der Arbeit dar.
2 FELIX KRULL: Die Analyse konzentriert sich auf Felix Krulls Lebensphasen, sein Rollenspiel und seine narzisstische Identität, wobei untersucht wird, ob sein Leben als Hochstapler eine Dekadenzüberwindung oder lediglich eine vorübergehende Kompensation darstellt.
3 TONIO KRÖGER: Dieses Kapitel beleuchtet Tonio Krögers Identitätskonflikt zwischen seiner künstlerischen Identität und seiner Sehnsucht nach dem bürgerlichen Leben sowie die Frage, ob der Schluss der Erzählung eine harmonische Synthese ermöglicht.
4 DER VERGLEICH: FELIX KRULL, TONIO KRÖGER UND HANNO BUDDENBROOK: Hier werden die drei Protagonisten kontrastierend gegenübergestellt, um zu ergründen, warum Hanno stirbt, während Felix und Tonio überleben und worin sich ihre jeweiligen Verfallsprozesse unterscheiden.
5 PERSPEKTIVIERUNG – DER VERFALLSKOMPLEX: EINE KATEGORISIERUNG DER KÜNSTLERTYPEN IM KONTEXT DES GESAMTWERKS: In diesem Kapitel werden die analysierten Figuren in den größeren Kontext von Thomas Manns Gesamtwerk eingeordnet und verschiedene Künstlertypen hinsichtlich ihres Verfallspotenzials kategorisiert.
6 SCHLUSSBETRACHTUNG: Zusammenfassung der Analyseergebnisse, die zu dem Schluss kommt, dass keine der Künstlerfiguren ihre Dekadenz endgültig überwinden kann, sowie ein Ausblick auf die fortwährende Aktualität des Werks.
Thomas Mann, Felix Krull, Tonio Kröger, Hanno Buddenbrook, Dekadenz, Identität, Verfall, Künstlertum, Identitätskrise, Apollinisch, Dionysisch, Narziss, Kompensation, Hermeneutik, Literaturanalyse.
Die Arbeit untersucht, wie Thomas Manns Protagonisten Felix Krull, Tonio Kröger und Hanno Buddenbrook mit ihrer dekadenten Veranlagung umgehen und ob sie am Ende ihrer Entwicklung zugrunde gehen oder überleben.
Zentrale Themen sind Dekadenz, das Spannungsfeld zwischen Leben und Kunst, der Identitätsbegriff des "Jünglings" sowie die Frage nach dem Verfall apollinischer Existenzformen.
Das Hauptziel ist es, die These von Børge Kristiansen zu hinterfragen, die behauptet, dass der Widerstand gegen den Einbruch der Natur in die Form der Protagonisten bei Thomas Mann immer vergeblich ist.
Die Untersuchung nutzt eine Verknüpfung von New Criticism und Hermeneutik, um durch "close reading" die Texte tiefgreifend zu analysieren und Deutungsmöglichkeiten aufzuzeigen.
Der Hauptteil widmet sich der detaillierten Untersuchung der drei Protagonisten, vergleicht ihre Entwicklungsprozesse, analysiert ihr Umfeld und diskutiert ihr Scheitern oder Überleben im Kontext philosophischer Ansätze.
Die Arbeit lässt sich am besten mit Begriffen wie Dekadenz, Identitätskonflikt, Narzissmus, künstlerische Veranlagung, Kompensation, Hermeneutik und der Analyse der Künstlertypen nach Thomas Mann beschreiben.
Felix Krull sieht sich selbst als Lebenskünstler. Für ihn ist der Betrug eine "glänzende Tat" und eine Art, die Welt zu seinen Gunsten zu gestalten, anstatt lediglich nach materiellem Gewinn zu streben.
Hanno Buddenbrook ist im Gegensatz zu den anderen beiden lebensuntauglich und unfähig zur Kompensation seiner Dekadenz. Während Felix und Tonio Masken oder eine innere Distanz nutzen, um zu überleben, fehlt Hanno diese Schutzmöglichkeit.
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