Masterarbeit, 2017
77 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
1.1 Gesundheitspolitische Relevanz
1.2 Aufbau der Arbeit
2 Theoretischer Hintergrund
2.1 Migration, Flucht und Asyl
2.2 Gesundheitsrisiken von Migranten und Geflüchteten
2.2.1 Migrationsphasen
2.2.2 „Vor der Flucht“
2.2.3 „Auf der Flucht“
2.2.4 „Nach der Flucht“
2.3 Inanspruchnahme von Gesundheitsleistungen
2.4 Zugangsbarrieren zum Gesundheitssystem
2.4.1 Rechtlich
2.4.2 Kulturell
2.4.3 Sprachlich
2.5 Herausforderungen der medizinischen Versorgung
2.5.1 Bisherige Herausforderungen
2.5.2 Aktuelle Herausforderungen
2.5.3 Zukünftige Herausforderungen
2.6 Zielsetzung
3 Methodik
3.1 Gesundheitsuntersuchungen gemäß §62 AsylVfG
3.1.1 Stichprobenselektion
3.1.2 Inhalt der Gesundheitsuntersuchung
3.1.3 Tuberkulose-Screening
3.1.4 Datenakquise
3.1.5 Statistische Auswertung
3.2 Notfallvorstellungen gemäß §4 AsylbLG
3.2.1 Kohortenselektion
3.2.2 Datenakquise
3.2.3 Statistische Auswertung
4 Ergebnisse
4.1 Gesundheitsuntersuchungen gemäß §62 AsylVfG
4.1.1 Demografische Beschreibung der Stichprobe
4.1.2 Tuberkulose-Prävalenz
4.1.3 Prävalenzen von Krätzmilben- und Kopflausbefall
4.1.4 Sekundäre Hausarzt-, Facharzt- und Notaufnahmekontakte
4.2 Notfallvorstellungen gemäß §4 AsylbLG
4.2.1 Demografische Beschreibung der Kohorten
4.2.2 Nutzungsverhalten
5 Diskussion
5.1 Bedeutung der Ergebnisse
5.2 Einordnung der Ergebnisse vor dem Hintergrund der Literatur
5.2.1 Demografische Aspekte
5.2.2 Tuberkulose-Prävalenz
5.2.3 Prävalenz von Krätzmilben und Kopfläusen
5.2.4 Inanspruchnahme der Notfallversorgungssysteme
5.3 Methodische Limitationen
6 Fazit und Ausblick
Die Arbeit untersucht die medizinischen Versorgungsherausforderungen von Geflüchteten in der BRD durch die Analyse von Gesundheitsuntersuchungen bei der Erstaufnahme sowie die Auswertung des Notfall-Nutzungsverhaltens im Vergleich zur Lokalbevölkerung im Kreis Lippe, um datenbasierte Empfehlungen für eine bessere medizinische Versorgung und Ressourcensteuerung abzuleiten.
2.3 Inanspruchnahme von Gesundheitsleistungen
Ein anderes Krankheitsverständnis der Zugewanderten gehört zu den klassischen Problemen, die im Zusammenhang mit ihrer Gesundheitsversorgung auftreten. Diese sind allerdings nicht nur auf die Sprache zurückzuführen, sondern vielmehr auf die unterschiedlichen Krankheits- und Gesundheitskonzepte der verschiedenen Herkunftsländer. Während sich der Gedanke von Gesundheit/Krankheit in Deutschland in weiten Teilen auf ein naturwissenschaftliches Verständnis stützt, werden in vielen Ländern nicht selten religiöse Erklärungen bemüht (GBE des Bundes 2008, S.110).
So neigen viele Migranten dazu, ihre gesundheitlichen Beschwerden als „Strafe Gottes“ z.B. als Folge eines Tabubruches zu deuten. Oft dienen bspw. Amulette der Abwehr des bösen Blickes anderer missgünstiger Personen. In ihren Heimatländern suchen Migranten daher nicht selten Schamanen und traditionelle Heiler auf. Ferner werden die Symptome, welche Beschwerden begleiten, anders wahrgenommen und dem Arzt weitervermittelt. So kommen bspw. gerne Organchiffren zum Ausdruck („meine Leber fällt“, „mein Nabel sitzt nicht mehr richtig“). Typisch sind auch das stärkere Schmerzempfinden der Migranten und die allgemeine Mischung von seelischen und körperlichen Beschwerden. Vor allem Letzteres kann zu Missverständnissen in der Patient-Arzt-Interaktion führen und sich in Fehldiagnosen und falscher Behandlung äußern.
1. Einleitung: Diese Einleitung thematisiert die gesundheitspolitische Relevanz der Migrationsbewegungen und den Aufbau der Arbeit.
2 Theoretischer Hintergrund: Dieses Kapitel erläutert Begriffe wie Migration und Flucht, beleuchtet spezifische Gesundheitsrisiken in verschiedenen Phasen und diskutiert Zugangsbarrieren zum Gesundheitssystem sowie die sich daraus ergebenden Versorgungsprobleme.
3 Methodik: Hier werden die methodischen Ansätze der beiden durchgeführten Studien beschrieben, angefangen bei der Gesundheitsuntersuchung gemäß §62 AsylVfG bis hin zur Analyse der Notfallvorstellungen.
4 Ergebnisse: Das Kapitel präsentiert die demografischen Daten und klinischen Befunde der Flüchtlingskohorte sowie die Ergebnisse zum Notfall-Nutzungsverhalten.
5 Diskussion: Die Ergebnisse werden hier in den Kontext der aktuellen wissenschaftlichen Literatur eingeordnet und methodische Limitationen kritisch reflektiert.
6 Fazit und Ausblick: Das Fazit fasst die wesentlichen Erkenntnisse zusammen und formuliert Empfehlungen für eine zukünftige, adäquate medizinische Versorgung von Geflüchteten in Deutschland.
Flüchtlingsmedizin, Gesundheitsversorgung, Asyl, Notfallambulanz, Tuberkulose, Versorgungsbarrieren, Migrationsgesundheit, Infektionsschutz, Case-Mix, Gesundheitsberichterstattung, Traumatherapie, Deutschland, Kreis Lippe, Prävalenz, Notaufnahme.
Die Arbeit analysiert die medizinische Erst- und Notfallversorgung von Geflüchteten in der BRD, um Herausforderungen zu identifizieren und die aktuelle Versorgungssituation wissenschaftlich zu bewerten.
Zentrale Themen sind Zugangsbarrieren zum deutschen Gesundheitssystem, spezifische Gesundheitsrisiken bei Fluchtmigranten sowie die Analyse von Nutzungsdaten in Notaufnahmen.
Das Ziel ist die Quantifizierung von Infektionsrisiken bei Neuanankömmlingen und der Vergleich des Notfall-Nutzungsverhaltens von Flüchtlingen gegenüber der einheimischen Bevölkerung zur Unterstützung einer besseren Versorgungsplanung.
Der Autor führte zwei prospektive Studien im Kreis Lippe durch: eine zur Untersuchung der Prävalenzen von Tuberkulose und Hautkrankheiten bei Flüchtlingen sowie eine zur Analyse des Nutzungsverhaltens von Notfallleistungen.
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen, die methodische Herangehensweise, die Präsentation der Studienergebnisse (Demografie, Infektionsraten, Notfallkonsultationen) und eine kritische Diskussion dieser Ergebnisse.
Wichtige Begriffe sind Flüchtlingsmedizin, Versorgungsbarrieren, Migrationsphasen, Notfall-Nutzungsverhalten, Tuberkulose-Screening und interkulturelle medizinische Kompetenz.
Flüchtlinge suchen Notaufnahmen im Vergleich deutlich häufiger auf und nutzen diese vermehrt zu anderen Tageszeiten (Abend- und Nachtstunden), wobei oft andere Fachdisziplinen nachgefragt werden.
Empfohlen werden die flächendeckende Einführung einer elektronischen Gesundheitskarte, speziell ausgestattete Flüchtlingsambulanzen sowie eine verbesserte psycho-traumatologische Versorgung.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

