Bachelorarbeit, 2016
53 Seiten, Note: 2,0
1 Einleitung
2 Obdachlosigkeit
2.1 Definition von Obdachlosigkeit
2.2 Geschichte und Entwicklung der Obdachlosigkeit
2.3 Erscheinungsformen von Obdachlosigkeit
2.4 Ursachen von Obdachlosigkeit
2.4.1 Individuelle Faktoren
2.4.2 Soziale und gesellschaftliche Faktoren
2.5 Folgen der Obdachlosigkeit
2.6 Zahlen
3 Soziale Arbeit
3.1 Definition Sozialer Arbeit
3.2 Aufgaben und Ziele der Sozialen Arbeit
3.3 Formen der Sozialen Arbeit
3.4 Methoden der Sozialen Arbeit
3.5 Mandate der Sozialen Arbeit
3.5.1 Das Doppelte Mandat
3.5.2 Das Tripelmandat
4 Soziale Arbeit mit Obdachlosen
4.1 Diversität der Klientel
4.2 Rechtliche Grundlagen und Hilfesysteme Sozialer Arbeit
4.3 Anforderungen und Ziele Sozialer Arbeit
4.4 Möglichkeiten und Formen Sozialer Arbeit
4.5 Grenzen Sozialer Arbeit
4.6 Das Tripelmandat als Instrument zur Verringerung von Obdachlosigkeit
5 Fazit
Die Arbeit untersucht die Möglichkeiten der Sozialen Arbeit, Obdachlosigkeit in der Bundesrepublik Deutschland unter Anwendung des Tripelmandats zu verringern, indem sie die komplexen Ursachen und Folgen der Problemlage analysiert.
2.4.1 Individuelle Faktoren
Historisch gesehen wurde der Fokus verstärkt (in vielen Epochen fast ausschließlich) auf personenzentrierte Deutungsmodelle gerichtet, was implizierte, dass Betroffene ausschließlich selbst für ihre prekäre Lage verantwortlich zeichnen (vgl. 2.2). Diese aus heutiger Expertensicht eindimensionale und falsche Sichtweise schloss aus, dass auch soziale und wirtschaftliche Faktoren auf diese Problemlagen maßgeblichen Einfluss nehmen. Doch trotz einer scheinbar aufgeklärten und wissenden Gesellschaft ist weiterhin in vielen Teilen der Bevölkerung die Meinung vertreten, dass Obdachlose ihr Schicksal selbst verschuldet hätten und eigenverantwortlich für ihr Scheitern seien (vgl. Watzenig 2013, S. 21). Dieses soziale Vorurteil, das als Stigmatisierung verstanden werden muss, schreibt von Obdachlosigkeit Betroffenen negative Merkmale zu, die von der Gesellschaftsnorm abweichen (vgl. Malyssek et al. 2009, S. 131 ff.). Diese Sichtweise kann m. E. als ein Produkt fehlenden Wissens und/ oder einer (un)bewussten Angst, selbst einmal in diese Lage zu geraten, verstanden werden.
Nach heutigem Kenntnisstand weiß man, dass Obdachlosigkeit gekennzeichnet ist durch komplexe Problemlagen und mannigfaltige Ursachen. Unter den individuellen Faktoren können belastende Lebensereignisse eines Menschen subsumiert werden: Beziehungsschwierigkeiten, Scheidung, Trennung, physische und psychische Krankheiten, Verlust von nahen Angehörigen und Verlust des Arbeitsplatzes ebenso wie mangelnde soziale Kompetenzen, Gewaltbereitschaft, Suchtproblematiken, Verschuldung oder geringe Bewältigungskompetenzen (vgl. Nakamura et al. 2013, S. 6ff.; Watzenig 2013, S. 25 ff.; Geiger 2008, S. 385 f.). Ebenso können Entlassungen aus Haftanstalten oder Kliniken dazu führen, dass kein Wohnraum mehr zur Verfügung steht und dass das soziale Netz, das diese Situation kompensieren könnte, nicht (mehr) vorhanden ist. Dies kann kurz- oder mittelfristig dazu führen, dass Betroffene obdachlos werden (vgl. Nakamura et al. 2013, S. 74 ff.; Röh 2013, S. 86).
1 Einleitung: Beschreibt die Motivation zur Themenwahl und führt in die Problematik sowie die Struktur der Arbeit ein.
2 Obdachlosigkeit: Definiert Obdachlosigkeit, beleuchtet deren Geschichte, Ursachen und Folgen und skizziert die aktuelle Datenlage.
3 Soziale Arbeit: Erläutert das professionelle Selbstverständnis der Sozialen Arbeit, inklusive ihrer Methoden und Mandate.
4 Soziale Arbeit mit Obdachlosen: Verknüpft die Profession Soziale Arbeit mit der Zielgruppe und analysiert das Tripelmandat als Instrument.
5 Fazit: Fasst die Ergebnisse zusammen und bewertet die Rolle der Sozialen Arbeit als Menschenrechtsprofession.
Obdachlosigkeit, Soziale Arbeit, Tripelmandat, Doppelmandat, Menschenrechte, Armut, Wohnungsnot, soziale Ausgrenzung, Lebensweltorientierung, Sozialraumorientierung, Empowerment, Hilfe zur Selbsthilfe, Stigmatisierung, Prävention, Profession
Die Bachelorarbeit analysiert die Chancen und Herausforderungen der Sozialen Arbeit bei der Bekämpfung von Obdachlosigkeit in Deutschland unter Berücksichtigung des Tripelmandats.
Die Arbeit fokussiert sich auf die Definition von Obdachlosigkeit, deren Ursachen, die historische Entwicklung sowie die professionelle Rolle der Sozialen Arbeit im Kontext von Hilfe und Kontrolle.
Die zentrale Frage ist, inwiefern das Tripelmandat der Sozialen Arbeit als Instrument fungieren kann, um Obdachlosigkeit wirksam zu verringern oder im Vorfeld zu verhindern.
Die Autorin nutzt eine fundierte Literaturrecherche, um den Stand der Fachdiskussion sowie rechtliche und ethische Grundlagen der Sozialen Arbeit aufzuarbeiten.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung der Sozialen Arbeit, die Analyse der Lebenssituation obdachloser Menschen und die kritische Auseinandersetzung mit dem Tripelmandat als politisches Mandat.
Schlüsselbegriffe sind Obdachlosigkeit, Soziale Arbeit, Tripelmandat, Menschenrechtsprofession und lebensweltorientierte Sozialarbeit.
Während das Doppelte Mandat den Spagat zwischen Hilfe für den Klienten und Kontrolle durch den Staat beschreibt, fügt das Tripelmandat die Verpflichtung gegenüber der eigenen Profession und den Menschenrechten hinzu.
Der Autor sieht kritisch, dass Hilfe oft zu kurz greift oder lediglich Symptome lindert, statt an den strukturellen Ursachen anzusetzen, und fordert eine aktivere, präventive Rolle der Sozialen Arbeit.
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