Diplomarbeit, 2004
99 Seiten, Note: 1
1. EINLEITUNG
2. DER DISKURS ÜBER DIE WISSENSGESELLSCHAFT
2.1 Die postindustrielle Wissensgesellschaft (D. Bell)
2.2 Die postkapitalistische Wissensgesellschaft (P.F. Drucker)
2.3 Die informationelle Gesellschaft (M. Castells)
2.4 Wissenswaren und Wissensgesellschaft
3. WISSENSWAREN UND KLASSENPOLITIK
3.1 Wissen als Ware
3.2 Unternehmensberatung als Wissensware
3.3 Unternehmensberatung in der erweiterten Kulturindustrie
4. ARBEITSBÜNDNISSE IN DER UNTERNEHMENSBERATUNG
4.1 Zu Methode und Material
4.2 Wieso überhaupt Unternehmensberatung?
4.2.1 Der Unternehmensberater als (externe) Fachkraft
4.2.2 Der Unternehmensberater als Krisenmanager
4.2.3 Der Unternehmensberater als Guru
4.2.4 Der Unternehmensberater als Vermittler
4.2.5 Die Beratungsmotive und Beratertypen
4.3 Das Unternehmensprofil
4.3.1 Unternehmensgröße
4.3.2 Personalisierung
4.3.3 Professionalisierung
4.3.4 Design
4.3.5 Selbstdarstellung durch die Profilierung des Unternehmens
4.4 Das Leistungsprofil
4.4.1 Notwendigkeit
4.4.2 Qualität
4.4.3 Exklusivität
4.4.4 Rentabilität
4.4.5 Selbstdarstellung durch die Profilierung von Leistungen
5. DAS ARBEITSBÜNDNIS DER INSZENIERTEN EXKLUSIVITÄT
6. QUELLENVERZEICHNIS
6.1 Untersuchungsmaterial
6.2 Literaturverzeichnis
Die vorliegende Arbeit untersucht die Unternehmensberatung als zentrale Unternehmungsform innerhalb der sogenannten Wissensgesellschaft. Dabei wird analysiert, inwiefern die Diagnose einer "Wissensgesellschaft" als politische Programmatik und Ideologie der gebildeten Klasse fungiert, um Wissen als Ware zu etablieren, deren Wert durch künstliche Verknappung und mediale Inszenierung gesichert wird.
1. Einleitung
Der Diskurs über die Wissensgesellschaft ist kein Produkt der politischen Debatte der 90er Jahre. Auch wenn es den Anschein haben mag, dass die Debatte über den Stellenwert von Wissen für die kapitalistische Produktionsweise erst mit der Popularisierung von Computer und Internet ein Thema für die Politiken der gebildeten Klasse geworden sei, so ist die Problematisierung der Zusammenhänge zwischen Wissen und Gesellschaft, ihrer sozialen und ökonomischen Strukturierung, dennoch deutlich älteren Datums. Ein zentraler Markstein bei der Erfindung der Wissensgesellschaft ist die im Jahr 1973 veröffentlichte Schrift von Daniel Bell über „Die nachindustrielle Gesellschaft“. Ausgehend von der Frage nach der Zukunft der modernen Industriegesellschaft problematisiert Bell den Vermittlungszusammenhang von Produktivkräften und Produktionsverhältnissen und diagnostiziert das Heraufdämmern einer postindustriellen Gesellschaft durch einen soziotechnischen Strukturwandel. Dieser Strukturwandel gründet sich vor allem auf die zunehmende Bedeutung des theoretischen Wissens, welches bei Bell die Stellung eines axialen Regulationsprinzips beim Wandel von einer güterproduzierenden zu einer Dienstleistungsgesellschaft einnimmt.
Auch heute versammeln sich noch die buntesten Hoffnungen und Absichten um die Einschätzung des Stellenwerts von Wissen für die Entwicklung der Gegenwartsgesellschaft. Sie kulminieren in der Beschreibung von Gesellschaft als Wissensgesellschaft. Nicht mehr Arbeit oder Kapital wäre demnach die zentrale Ressource für die Gestaltung der gesellschaftlichen Strukturen, sondern Wissen. Angetrieben von den wissenschaftlich-technischen Innovationen der Informations- und Kommunikationstechnologien wird hier nicht weniger verhandelt als ein Umbruch von epochalem Ausmaß: die Transformation der Industriegesellschaft in eine postindustrielle, teilweise sogar postkapitalistische Wissensgesellschaft. Politiker, Ökonomen und Wissenschaftler übertreffen sich in immer kürzer werdenden Fristen mit ihren Diagnosen, Visionen und Katechesen.
1. EINLEITUNG: Einführung in den Diskurs über die Wissensgesellschaft und deren Bedeutung als Instrument einer gebildeten Klasse.
2. DER DISKURS ÜBER DIE WISSENSGESELLSCHAFT: Theoretische Auseinandersetzung mit den Konzepten von Bell, Drucker und Castells bezüglich des soziotechnischen Wandels.
3. WISSENSWAREN UND KLASSENPOLITIK: Analyse der Warenform von Wissen und der Rolle der Beratung als Unternehmertum in der Wissensgesellschaft.
4. ARBEITSBÜNDNISSE IN DER UNTERNEHMENSBERATUNG: Empirische Untersuchung der Methoden, Strategien und Selbstdarstellung von Unternehmensberatern.
5. DAS ARBEITSBÜNDNIS DER INSZENIERTEN EXKLUSIVITÄT: Zusammenfassende Betrachtung der Beratungsbranche als Instrument zur Durchsetzung von Herrschaftsinteressen.
6. QUELLENVERZEICHNIS: Auflistung der verwendeten Werbebroschüren und der wissenschaftlichen Literatur.
Wissensgesellschaft, Unternehmensberatung, Wissensware, Kulturindustrie, Klassenpolitik, Arbeitsbündnis, Selbstdarstellung, Neoliberalismus, Wissensmanagement, Expertenwissen, Nicht-Wissen, Consulting, Informationsgesellschaft, Warenform, Rationalisierung.
Die Arbeit untersucht die theoretischen Grundlagen und die praktische Umsetzung der "Wissensgesellschaft" durch Unternehmensberatungen.
Kritische Soziologie, Theorie der Wissensgesellschaft, Kulturindustrie, ökonomische Klassenanalyse und die Methodik der Unternehmensberatung.
Das Ziel ist es, aufzudecken, wie der Diskurs der "Wissensgesellschaft" von der gebildeten Klasse genutzt wird, um ökonomische Interessen zu verfolgen und Wissen in eine verkäufliche Warenform zu bringen.
Die Arbeit nutzt eine qualitative Inhaltsanalyse von Werbebroschüren und soziologische Theorien zur Diskursanalyse und Arbeitsbündnis-Interpretation.
Der Hauptteil analysiert die konkrete Selbstdarstellung von Beratungsunternehmen, deren Berater-Typologien und die strategische Vermarktung von "Wissen" als exklusive Dienstleistung.
Wissensgesellschaft, Wissensware, Unternehmensberatung, Klassenpolitik und Kulturindustrie.
Der Autor versteht dieses als ein "Arbeitsbündnis", das oft auf dem künstlich erzeugten "Nicht-Wissen" des Klienten basiert, um Abhängigkeiten zu schaffen.
Medien dienen als kulturindustrielle Apparate, die Krisenszenarien befeuern, um den Bedarf an Beratungsleistungen für die "Wissenswaren" der Berater kontinuierlich zu generieren.
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