Bachelorarbeit, 2015
55 Seiten, Note: 1,7
1. Einleitung
2. Menschenbild und die Aufgabe des Menschen nach Diesterwegs Vorstellungen
3. Erziehungstheoretische Überlegungen Diesterwegs
3.1 Erziehungsbegriff und dessen Anforderungen
3.2 Erziehung und Bildung als sich ergänzende Kategorien
4. Schule als elementare Bildungseinrichtung
4.1 Schul- und Bildungssystem
4.2 Die Abwendung der Schule von der Kirche hin zum Staat
4.3 Rahmenbedingungen und inhaltliche Forderungen an die Schule
4.4 Unterricht im pädagogischen Konzept Diesterwegs
4.4.1 Begriffliche Abgrenzung von Pädagogik, Methodik und Didaktik
4.4.2 Zielvorstellungen des Unterrichts
4.4.3 Inhalte des Unterrichts
4.5 Der Lehrer
4.5.1 Allgemeine Anforderungen und Aufgaben des Lehrers
4.5.2 Unterrichtsprinzipien und -regeln
5. Die gesellschaftliche Sichtweise Diesterwegs
5.1 Sozialpolitisches Programm und die „Soziale Frage“
5.2 Volksbildung als zentrales gesellschaftspolitisches Ziel
5.3 Gesellschaftliche Einbettung von Schule und Erziehung
6. Fazit
Diese Bachelorarbeit verfolgt das Ziel, die pädagogische Denkweise von Friedrich Adolph Diesterweg sowie dessen theoretische und praktische Vorstellungen zu analysieren. Dabei wird insbesondere untersucht, wie Diesterweg das Verhältnis zwischen Erziehung, Schule und Gesellschaft konzipierte und welche Rolle er der Volksbildung sowie dem Lehrerstand innerhalb dieser Strukturen zuwies.
2. Menschenbild und die Aufgabe des Menschen nach Diesterwegs Vorstellungen
Die Überlegungen Diesterwegs basieren auf einem speziellen Bild des Menschentums. Dieses Menschenbild lässt sich als Fundament seines Denkens und als Begründung der daraus resultierenden pädagogischen Sichtweise, welche er zeit seines Lebens entwickelte, bezeichnen. Zentraler Punkt des Menschenbildes ist dabei die Lebensaufgabe des Menschen.
Nach Diesterwegs Auffassung wurde der Mensch von Gott als irdisches Lebewesen geschaffen, um seine Bestimmung zu erfüllen. Da die gesamte Schöpfung spezielle Ziele und Zwecke zu verfolgen hat, hat auch der Mensch von Gott ein Ziel gestellt bekommen. Dieses Ziel soll der Mensch durch die Erfüllung seiner irdischen Bestimmung erreichen (vgl. Diesterweg 1851, 13). Anders als die von Gott geschaffenen natürlichen Elemente, wie Sonne, Mond, Steine, Pflanzen usw., welche ihre Bestimmung stets verfolgen und niemals verfehlen, da sie den Gesetzen der Naturnotwendigkeit unterstehen, ist der Mensch einer freien Willkür ausgesetzt, wodurch seine Bestimmung in Teilen oder sogar in vollem Umfang verfehlt werden kann (vgl. ebd.). Er untersteht nicht der „äußeren Notwendigkeit, sondern [...] dem Gesetze der inneren Freiheit“ (ebd.). Nur über ein besonnenes Bewusstsein vermag der Mensch seine Ziele zu erfüllen. Er verfügt nicht über die Instinkte der Naturelemente, wodurch sein Weg nicht nach solch instinktgeleiteten Gegebenheiten beschritten werden kann. Viel mehr benötigt es ein klares Selbstbewusstsein, sowie die ständige Überprüfung und Untersuchung seines Geistes, um das Ziel überhaupt zu erkennen und zu erreichen. Interpretiert der Mensch seine Bestimmung falsch bzw. irrt er in deren Auffassung, so wird die Aufgabe des Lebens verfehlt und er wird nicht zu dem, was er hätte werden sollen (vgl. ebd., 13f). Ist dies der Fall, so lebte der Mensch nach Diesterwegs Auffassung umsonst, da er seine „Anlagen und Kräften, die über alles Glänzende und Herrliche der irdischen Welt hinausgehen“ (ebd., 14) nicht ausschöpfte und somit vergebens einsetzte.
1. Einleitung: Die Arbeit führt in die pädagogische Thematik von Friedrich Adolph Diesterweg ein und erläutert die methodische Vorgehensweise sowie die zentralen Fragestellungen der Untersuchung.
2. Menschenbild und die Aufgabe des Menschen nach Diesterwegs Vorstellungen: Dieses Kapitel erläutert das anthropologische Fundament von Diesterwegs Denken, welches durch ein positives Menschenbild und die freie Bestimmung des Menschen geprägt ist.
3. Erziehungstheoretische Überlegungen Diesterwegs: Hier werden der zentrale Erziehungsbegriff, das Prinzip der Naturgemäßheit sowie die komplementäre Beziehung zwischen Erziehung und Bildung detailliert dargestellt.
4. Schule als elementare Bildungseinrichtung: Das Kapitel analysiert das Schulsystem, die Loslösung der Schule von kirchlicher Aufsicht, inhaltliche Forderungen an den Unterricht sowie das professionelle Anforderungsprofil an den Lehrer.
5. Die gesellschaftliche Sichtweise Diesterwegs: Hier wird der Zusammenhang zwischen pädagogischem Handeln und gesellschaftspolitischen Zielen beleuchtet, insbesondere im Kontext der „Sozialen Frage“ und der Bedeutung der Volksbildung.
6. Fazit: Das Fazit fasst die zentralen pädagogischen Forderungen und die gesellschaftliche Relevanz der Ausführungen zusammen und ordnet Diesterwegs Wirken in den historischen Kontext ein.
Friedrich Adolph Diesterweg, Pädagogik, Erziehung, Bildung, Menschenbild, Naturgemäßheit, Didaktik, Lehrerbildung, Schulpädagogik, Sozialpolitik, Volksbildung, Selbsttätigkeit, Volksschule, Soziale Frage, Unterrichtsprinzipien
Die Bachelorarbeit setzt sich mit der pädagogischen Philosophie von Friedrich Adolph Diesterweg auseinander und untersucht dessen systemische Vorstellungen zu Erziehung, Schule und Gesellschaft.
Die Schwerpunkte liegen auf dem Menschenbild Diesterwegs, seinen erziehungstheoretischen Grundlagen, der Struktur des Schulwesens im 19. Jahrhundert sowie der engen Verknüpfung von pädagogischem Wirken und soziopolitischer Verantwortung.
Ziel ist es, Diesterwegs pädagogische Denkweise transparent zu machen und aufzuzeigen, wie er theoretische Konzepte in praktische Anforderungen an den Unterricht und den Lehrerstand übersetzte.
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, bei der primäre Schriften von Diesterweg (wie der „Wegweiser zur Bildung für deutsche Lehrer“) sowie relevante sekundärwissenschaftliche Literatur kritisch ausgewertet wurden.
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung des Menschenbildes, die theoretische Begründung der Erziehung, die detaillierte Analyse des Schul- und Unterrichtswesens sowie die Einbettung in gesellschaftliche Prozesse.
Die Arbeit lässt sich primär über Begriffe wie Diesterweg, Erziehung, Bildung, Naturgemäßheit, Lehrerbildung und gesellschaftliche Volksbildung definieren.
Diesterweg kritisierte die kirchliche Aufsicht über die Volksschule scharf, da er sie als Hemmnis für wissenschaftlichen Fortschritt und Bildung ansah und eine staatliche Unabhängigkeit der Schule forderte.
Dieses Kernprinzip besagt, dass sich Erziehung und Unterricht an den natürlichen Entwicklungsstufen und Anlagen des Kindes orientieren müssen, statt diese durch starre, fremdbestimmte Vorgaben zu unterdrücken.
Für ihn ist der Lehrer nicht nur ein Wissensvermittler, sondern ein Erzieher, der durch kontinuierliche Selbstbildung und pädagogische Fachkenntnis die Selbsttätigkeit seiner Schüler aktiv fördern muss.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

