Forschungsarbeit, 1999
79 Seiten, Note: 1
1 Einführung
2 Vorurteilshafte Einstellungskonstrukte
2.1 Soziale Vorurteile
2.2 Ethnozentrismus
2.3 Pseudopatriotismus
2.4 Fremdenfeindlichkeit
3 Erklärungsansätze
3.1 Theoretischer Bezugsrahmen der Erklärungskonzeption
3.2 Autoritarismus
3.3 Anomie
4 Analysemodell, Hypothesen und Methoden
4.1 Analysemodell der Untersuchung
4.2 Hypothesen der Untersuchung
4.3 Methoden der Datenanalyse
5 Untersuchungsergebnisse
5.1 Univariate Verteilungen
5.2 Bi- und multivariate Korrelationsanalyse
5.2.1 Zur Varianz von Signifikanz und Relevanz
5.2.2 Korrelationsanalytische Hypothesentests
5.3 Resümee
Die vorliegende Arbeit untersucht das Ausmaß und die potenziellen Ursachen ethnozentristischer Einstellungen von Deutschen gegenüber in Deutschland lebenden Ausländern auf Basis des ALLBUS '96 Datensatzes. Dabei wird erforscht, inwiefern die psychologischen Konstrukte "Autoritarismus" und "subjektive Anomie" als Erklärungsfaktoren für ethnozentristische Tendenzen dienen können.
1 Einführung
Im Zentrum der dargestellten Problemlage steht die „ethnisch-kulturelle Motivation“ von Gewalt. Ethnische Differenzen und das ihnen inhärente Legitimationspotential für die Anwendung von Gewalt bedrohen Heitmeyer zufolge die Synthesis moderner Gesellschaften. Der Begriff „Ethnizität bezeichnet die für individuelles und kollektives Handeln bedeutsame Tatsache, daß eine relativ große Gruppe von Menschen durch den Glauben an eine gemeinsame Herkunft, durch Gemeinsamkeiten von Kultur, Geschichte und aktuellen Erfahrungen verbunden sind und ein bestimmtes Identitäts- und Solidarbewußtsein besitzen (Heckmann 1992, 56).“ Definieren sich Gruppen über einen solchen Gemeinschaftsglauben spricht man von ethnischen Gruppen oder Ethnien.
In Bezug auf die Gesamtgesellschaft läßt sich der Begriff „ethnische Gruppe“ durch eine Mehrheits-/Minderheitsrelation quantifizieren. Abgesehen von dem Sonderfall vollständiger ethnischer Homogenität differenzieren sich Gesellschaften durch ein System ethnischer Schichtung, d.h. neben einer ethnischen Mehrheitsgruppe existieren eine oder mehrere ethnische Minderheitsgruppen. Innerhalb der bestehenden Gesellschaftsstruktur drückt sich die Dominanz der ethnischen Mehrheit zumeist durch die Benachteiligung und Diskriminierung der ethnischen Minderheiten aus.
Einführung: Darstellung der Relevanz ethnozentristischer Einstellungen und der theoretischen Einbettung durch den Sozialpsychologen Wilhelm Heitmeyer.
Vorurteilshafte Einstellungskonstrukte: Definition von zentralen Begriffen wie Einstellung, Vorurteil, Stereotyp und Diskriminierung sowie die theoretische Verortung von Ethnozentrismus.
Erklärungsansätze: Herleitung der Konzepte "Autoritarismus" und "Anomie" als psychologische Erklärungsfaktoren für Vorurteile.
Analysemodell, Hypothesen und Methoden: Explikation des Strukturmodells, Aufstellung der empirischen Hypothesen und Beschreibung der Korrelationsmethoden.
Untersuchungsergebnisse: Darstellung und Diskussion der univariaten Häufigkeiten sowie der bi- und multivariaten statistischen Zusammenhänge.
Resümee: Zusammenfassende Bewertung der Ergebnisse und kritische Reflexion des Erklärungsmodells sowie des Forschungsstandes.
Ethnozentrismus, ALLBUS '96, Pseudopatriotismus, Fremdenfeindlichkeit, Autoritarismus, Anomie, soziale Vorurteile, Diskriminierung, Gruppenkonflikt, nationale Identität, quantitative Sozialforschung, Korrelationsanalyse, Einstellungsforschung.
Die Arbeit analysiert ethnozentristische Einstellungsmuster bei der deutschen Bevölkerung und deren Zusammenhang mit psychologischen Faktoren.
Die Themenfelder umfassen Vorurteilsforschung, Autoritarismus, subjektive Anomie, Nationalismus und Fremdenfeindlichkeit.
Ziel ist es zu klären, ob Autoritarismus und subjektive Anomie als signifikante Faktoren für die Ausbildung ethnozentristischer Einstellungen dienen können.
Es handelt sich um eine sekundäranalytische Auswertung der Daten des ALLBUS '96 unter Einsatz korrelationsstatistischer Verfahren.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Begründung der Konzepte, die Modellbildung, die Erläuterung der Hypothesen sowie die empirische Datenanalyse.
Wichtige Begriffe sind Ethnozentrismus, Pseudopatriotismus, Fremdenfeindlichkeit, Autoritarismus und subjektive Anomie.
Pseudopatriotismus ist laut der Arbeit mit der unkritischen Überbewertung der eigenen Nation und der Abwertung anderer verbunden, während echter Patriotismus Toleranz gegenüber anderen Kulturen integriert.
Die multivariate Analyse dient dazu, den wechselseitigen Einfluss von Autoritarismus und Anomie auf die untersuchten Einstellungsdimensionen unter Kontrolle der jeweils anderen Variable zu prüfen.
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