Bachelorarbeit, 2016
83 Seiten, Note: 2,0
1 Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Zielsetzung
1.3 Gliederung und Vorgehensweise
2 Aufgabenkultur
2.1 Aufgaben in der Primarstufe
2.2 Aufgaben zum Lernen
2.3 Aufgaben zum Prüfen
2.4 Aufgabenformate
2.4.1 Geschlossene Aufgaben
2.4.2 Halboffene Aufgaben
2.4.3 Offene Aufgaben
3 Interesse und Lernerfolg im Sachunterricht
3.1 Grundlagen von Interesse
3.2 Merkmale von Interesse
3.3 Interessen aufgreifen und fördern
3.4 Geschlechterdifferenzen
3.5 Lernerfolg
4 Lehrplan NRW und Perspektivrahmen im Sachunterricht
4.1 Lehrplan Nordrhein-Westfalen
4.1.1 Lehrplan NRW Sachunterricht
4.2 Perspektivrahmen Sachunterricht
4.2.1 Ziele des Sachunterrichts
4.2.2 Aufbau des Perspektivrahmens
5 Empirische Untersuchung
5.1 Methodische Vorgehensweise
5.1.1 Strukturiertes Leitfadeninterview am Beispiel des Experteninterviews
5.1.2 Auswahl der Interviewpartner
5.1.3 Aufbau und Inhalt des Interviewleitfadens
5.1.4 Vorbereitung und Durchführung des Interviews
5.1.5 Vorgehensweise der Auswertung
5.2 Darstellung der Interviewergebnisse
5.2.1 Unterrichtsvorbereitung themenorientiert
5.2.2 Aufgabenformate themenorientiert
5.2.3 Themeninteresse
5.3 Interpretation der Interviewergebnisse
6 Schlussbetrachtung
6.1 Fazit
6.2 Ausblick
Die vorliegende Bachelorarbeit untersucht, wie die Aufgabenkultur im Sachunterricht der Grundschule gestaltet sein muss, um das naturwissenschaftliche Interesse und den Lernerfolg von Schülerinnen und Schülern positiv zu beeinflussen. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, ob und wie verschiedene Aufgabenformate sowie die Art der Aufgabenformulierung die Motivation und Lernprozesse der Kinder steuern.
1.1 Problemstellung
Natur- und sozialwissenschaftliche, geographische, historische und technische Themenkomplexe sind in Deutschlands Grundschulen im Fach Sachunterricht bzw. im Fach Heimat- und Sachunterricht o.Ä. verortet. Die inhaltliche Bandbreite ist in keinem anderen Unterrichtsfach des Bildungssystems so weitläufig, wie im Sachunterricht. Da die Lehrpläne deutschlandweit unterschiedlich sind, können die Unterrichtsinhalte im Sachunterricht nicht eindeutig bestimmten Fächern zugeordnet werden (Einsiedler et al., 2011, S. 487). Die Schülerinnen und Schüler sollen ihre Umwelt, in der sie tagtäglich leben, durch den Sachunterricht neu wahrnehmen, verstehen und erschließen, um sich darin zu orientieren, bei verschiedenen Prozessen mitwirken und dabei aktiv handeln zu können (Gesellschaft für Didaktik des Sachunterrichts, 2013, S. 9).
Wenn Menschen mit Aufgaben konfrontiert werden, versuchen sie diese zu erkennen und sich ihnen zu stellen, um sie letztendlich zu lösen. Diese Fähigkeit sollen Schülerinnen und Schüler im Schulalltag entwickeln. Aufgabenstellungen sind dort Teil der Unterrichtsplanung und kommen in Schulbüchern am häufigsten vor. Dennoch gibt es aktuell wenige Forschungsberichte über die detaillierte Analyse von Aufgabenformaten in Schulbüchern. Dadurch, dass die Schülerinnen und Schüler individuell sind, müssen die Aufgaben dieser Heterogenität gerecht und dementsprechend konstruiert werden. Die eigenständigen Erkenntnisse der Schülerinnen und Schüler können z.B. durch den zeitaufwändigen Teil einer Aufgabe, der für die Rekonstruktion von Fach- und Faktenwissen notwendig ist, verhindert werden. Bei der Formulierung einer Aufgabe besteht zusätzlich die Gefahr, dass die Schülerinnen und Schüler kaum eigene Gedanken entwickeln und Hypothesen aufstellen können (Matthes & Schütze, 2011, S. 10). Aufgaben stehen also im Zentrum von jeder Unterrichtsstunde. Auf der einen Seite schaffen sie Raum für die Begegnung mit unterschiedlichen Unterrichtsgegenständen und auf der anderen Seite dienen sie dazu, dass Gelernte anzuwenden und zu überprüfen (Matthes & Schütze, 2011, S. 11).
1 Einleitung: Dieses Kapitel führt in das Themenfeld der Aufgabenkultur im Sachunterricht ein, erläutert die Problemstellung und definiert die Forschungsziele der Arbeit.
2 Aufgabenkultur: Das Kapitel bietet eine theoretische Auseinandersetzung mit dem Aufgabenverständnis im Schulsystem und kategorisiert die Vielfalt der Aufgaben in Lern- und Prüfungsaufgaben sowie verschiedene Formate.
3 Interesse und Lernerfolg im Sachunterricht: Hier werden die Grundlagen der Interessenentwicklung sowie der Zusammenhang zwischen motivierenden Aufgaben, Selbstbestimmung und dem Lernerfolg der Kinder detailliert analysiert.
4 Lehrplan NRW und Perspektivrahmen im Sachunterricht: Dieses Kapitel untersucht die offiziellen Vorgaben der Lehrpläne und des Perspektivrahmens, um deren Einfluss auf die didaktische Praxis der Lehrkräfte zu beleuchten.
5 Empirische Untersuchung: Das Kernstück der Arbeit stellt das methodische Vorgehen bei den Experteninterviews dar, präsentiert die Ergebnisse und interpretiert diese im Kontext der Theorie.
6 Schlussbetrachtung: Das letzte Kapitel fasst die zentralen Erkenntnisse in einem Fazit zusammen und gibt einen Ausblick auf weiterführende Forschungsfragen.
Aufgabenkultur, Sachunterricht, naturwissenschaftliches Interesse, Lernerfolg, Aufgabenformate, Grundschule, Lehrplan NRW, Perspektivrahmen, Experteninterview, offener Unterricht, Selbstbestimmung, Kompetenzorientierung, Motivation, Lernprozesse, Schulpraxis.
Die Arbeit analysiert die Bedeutung der Aufgabenkultur im Sachunterricht und ihren Einfluss auf das naturwissenschaftliche Interesse und den Lernerfolg von Grundschulkindern.
Die Arbeit behandelt die Systematik von Aufgabenformaten, die psychologischen Grundlagen von Interesse und Motivation sowie die Umsetzung bildungspolitischer Vorgaben in die Unterrichtspraxis.
Die Forschungsfrage lautet, wie Aufgabenstellungen das naturwissenschaftliche Interesse und den Lernerfolg im Sachunterricht beeinflussen und ob Lehrkräfte dabei neue Forschungserkenntnisse berücksichtigen.
Die Arbeit nutzt eine Kombination aus einer fundierten Literaturrecherche und einer qualitativen empirischen Untersuchung in Form von strukturierten Experteninterviews mit Grundschullehrkräften.
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen zu Aufgabenformaten und Interessen sowie eine empirische Untersuchung, in der die Vorbereitung und Aufgabengestaltung von Lehrkräften analysiert wird.
Wichtige Begriffe sind Aufgabenkultur, Sachunterricht, offener Unterricht, Aufgabenformate, Interesse, Lernerfolg und Kompetenzorientierung.
Diese Unterscheidung ist entscheidend, da offene Aufgaben zwar die Eigenständigkeit und Motivation fördern können, Schüler jedoch bei zu hoher Komplexität überfordern können, während geschlossene Aufgaben oft zu wenig tiefgehendes Verständnis erzeugen.
Die interviewten Lehrkräfte versuchen, durch eine bewusste Auswahl von Aufgaben und differenzierte Unterstützung auf unterschiedliche Lernstände zu reagieren, wobei sie oft halboffene Aufgaben als Mittelweg bevorzugen.
Lehrkräfte bestätigen, dass die Berücksichtigung der Interessen die Lernmotivation massiv steigert, weshalb sie versuchen, interessengeleitete Forscherfragen in den Unterrichtsverlauf zu integrieren.
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