Magisterarbeit, 2004
106 Seiten, Note: 1,3
Didaktik für das Fach Deutsch - Deutsch als Fremdsprache, DaF
1. Einleitung
2. Aktueller Forschungsstand “Lernstile und kulturelle Prägung” – Untersuchungen und theoretische Positionen
2.1. Begriffsdefinitionen
2.1.1. Lernstile
2.1.2. Kultur und kulturelle Prägung
2.2. Theoretische Positionen zum Zusammenhang von Lernstilen und kultureller Prägung
2.3. Instrumente der Operationalisierbarkeit des Lernstils/ des Kulturfaktors
2.3.1. Operationalisierbarkeit des Lernstils
2.3.1.1. Group Embedded Figure Test
2.3.1.2. Tolerance of Ambiguity Scale
2.3.1.3. Meyers-Briggs Type Indicator
2.3.1.4. Learning Style Inventory von Kolb
2.3.2. Operationalisierbarkeit des Kulturfaktors
2.3.2.1. Das 4-Dimensionen-Modell von Hofstede
2.3.2.2. Das Lakunenmodell von Antipov
2.3.2.3. Das Kulturemmodell von Oksaar
3. Forschungsüberblick zu Lernstilen und kultureller Prägung japanischer DaF-Lerner
3.1. Analyse der wichtigsten Forschungsergebnisse
3.1.1. Erfahrungsberichte/ Theoretisch-konzeptionelle Arbeiten
3.1.1.1. Taeko Takayama-Wichter (1990): Japanische Deutschlerner und ihre Lernersprache im gesprochenen Deutsch. Untersuchungen zum Deutschen als Fremd- und Zweitsprache in den Bereichen Syntax und Pragmatik
3.1.1.2. Gerlinde Hofmann (1992): Als Deutschlektor an einer japanischen Universität
3.1.1.3. Shunzō Tomoda (2000): Problematische Aspekte des studentischen Lernverhaltens vor dem Hintergrund schulischer Sozialisation
3.1.1.4. Birgit Maria Fuchs (2001): Westliche Unterrichtsmethoden und japanische Lernerfahrungen – Vorschläge zu einem gemeinsamen Lehren und Lernen mit japanischen Studierenden
3.1.1.5. Christoph Schmitz (2002): Deutsch lernen in Japan. Zur Erlernung der deutschen Sprache im Kontext der japanischen Kultur und von Sprachen, die die chinesische Schrift verwenden
3.1.1.6. Ronald Reibert (2003): Unsere Studenten sollen nur lesen, schreiben und übersetzen lernen. Einige Überlegungen zu Voraussetzungen und Zielen des DaF- Unterrichts für japanische Studenten im ersten Studienjahr
3.1.2. Empirische Studien
3.1.2.1. Ichiro Marui/ Rudolf Reinelt (1985): „Ich will dem Mensch werde ... – Modalisierungen in deutschen Aufsätzen japanischer Studenten
3.1.2.2. Klaus-Börge Boeckmann (2003): Fremdsprachenunterricht und kultureller Kontext. Kommunikation im Deutsch-als-Fremdsprache-Unterricht in Japan. Unveröffentlichte Habilitationsschrift
3.2. Auswertung und Zusammenfassung
4. Konsequenzen für den DaF-Unterricht und die DaF-Lehreraus und -weiterbildung
5. Zusammenfassung und Ausblick
6. Anhang
6.1. Beispiel für einen MBTI-Fragebogen
6.2. Fragebogen zum LSI von Kolb
7. Literaturverzeichnis
Die vorliegende Magisterarbeit verfolgt das Ziel, im Rahmen einer State-of-the-Art-Analyse das Verhältnis von Lernstilen und kultureller Prägung bei japanischen Deutschlernern zu untersuchen. Im Zentrum steht die Forschungsfrage, welche Rolle kulturelle Einflüsse für das Lernverhalten japanischer Studierender in universitären DaF-Kontaktsituationen spielen und wie diese Erkenntnisse für eine Optimierung der Lehr- und Lernprozesse sowie der DaF-Lehrerausbildung genutzt werden können.
Die Bedeutung des Lernstils im Fremdsprachenerwerb
Lerner sind in der Verarbeitung fremdsprachlichen Inputs in unterschiedlichen Erwerbsszenarien und damit hinsichtlich ihres Fremdsprachenerwerbs unterschiedlich erfolgreich (vgl. Vogel 1990, 136; Ellis 1996, 469; Aguado 2003, 751). Eines der zentralen Ziele der Fremdsprachenforschung ist es, in Bezug auf die Optimierung von Sprachlehr- und -lernprozessen Antworten auf die Frage zu finden, warum einige Lerner erfolgreicher sind als andere und welche Faktoren Unterschiede im Erwerbsverlauf der Fremdsprache verursachen (vgl. Aguado 2003, 752).
Einer dieser Einflussfaktoren soll hier genauer betrachtet werden: der Lernstil. Zu den Faktoren, mit denen die Herausbildung und Beeinflussung von Lernstilen zusammenhängt, zählt die kulturelle Prägung der Fremdsprachenlerner. Dass sich der Lernstil auf den Lernerfolg auswirken kann und somit die Kenntnis und bewusste Berücksichtigung der Lernstile von Fremdsprachenlernern eine wesentliche Voraussetzung für einen erfolgsorientierten Fremdsprachenunterricht ist, bestätigen unter anderem Rebecca L. Oxford und Neil J. Anderson: „For optimal language progress, language instructors need to understand their students’ learning styles and the cultural and crosscultural influences that help shape those styles“ (Oxford/ Anderson 1995, 201).
1. Einleitung: Die Einleitung definiert das Lernverhalten als entscheidenden Faktor für den Erfolg im Fremdsprachenerwerb und führt in die Thematik der kulturellen Prägung japanischer DaF-Lerner ein.
2. Aktueller Forschungsstand “Lernstile und kulturelle Prägung” – Untersuchungen und theoretische Positionen: Dieses Kapitel klärt die theoretischen Begriffsdefinitionen von Lernstil und Kultur und stellt verschiedene wissenschaftliche Instrumente zur deren Messung und Operationalisierung vor.
3. Forschungsüberblick zu Lernstilen und kultureller Prägung japanischer DaF-Lerner: Hier erfolgt eine tiefgehende Analyse existierender Fachliteratur, Erfahrungsberichte und empirischer Studien, die das spezifische Lernverhalten japanischer Studierender im DaF-Unterricht thematisieren.
4. Konsequenzen für den DaF-Unterricht und die DaF-Lehreraus und -weiterbildung: Dieses Kapitel leitet aus den theoretischen und praktischen Erkenntnissen konkrete Handlungsempfehlungen für Lehrende und die Gestaltung des Fremdsprachenunterrichts in Japan ab.
5. Zusammenfassung und Ausblick: Der abschließende Teil fasst die zentralen Ergebnisse zusammen und identifiziert weiteren Forschungsbedarf im Bereich der Sprachlehr- und -lernforschung vor dem Hintergrund der Globalisierung.
6. Anhang: Der Anhang enthält praktische Fragebögen und Instrumente, wie etwa den MBTI und das LSI von Kolb, die zur Erforschung von Lernstilen genutzt werden.
7. Literaturverzeichnis: Das Verzeichnis listet sämtliche verwendete Quellen auf, die der State-of-the-Art-Analyse zugrunde liegen.
Fremdsprachenerwerb, DaF-Unterricht, Japanische Deutschlerner, Lernstile, kulturelle Prägung, Interkulturelle Kompetenz, Sprachlehrforschung, Kulturemmodell, Sozialisation, Kommunikationsverhalten, interkulturelle Kontaktsituation, pädagogische Interaktion, Lernerautonomie, Didaktische Regression.
Die Arbeit untersucht den Einfluss kultureller Prägung auf die Lernstile von japanischen Studierenden, die Deutsch als Fremdsprache lernen.
Die zentralen Themen umfassen die Definition von Lernstilen, verschiedene Kulturbegriffe, die Analyse des japanischen Bildungssystems und deren Auswirkungen auf das Lernverhalten im DaF-Unterricht.
Ziel ist es, zu verstehen, wie kulturelle Faktoren das Lernverhalten in der interkulturellen Begegnungssituation Klassenzimmer beeinflussen, um den Unterricht effizienter und für beide Seiten verständlicher zu gestalten.
Der Autor führt eine umfassende State-of-the-Art-Analyse durch, in der er vorhandene Fachliteratur, Erfahrungsberichte und empirische Studien zum DaF-Unterricht in Japan auswertet.
Der Hauptteil widmet sich einer kritischen Sichtung der Forschungsliteratur, insbesondere der Analyse von Lernstilen und auftretenden Kommunikationsschwierigkeiten in der deutsch-japanischen Lehr-Lern-Situation.
Zu den wichtigsten Begriffen zählen: Lernstile, kulturelle Prägung, DaF-Unterricht, japanische DaF-Lerner, interkulturelle Begegnungssituation und Sozialisation.
Die Oberflächenstruktur (z.B. Schweigen) kann als mangelnde Motivation missinterpretiert werden; erst die Analyse der Tiefenstruktur (kulturelle Werte wie Harmoniebedürfnis und Gruppenzugehörigkeit) ermöglicht eine angemessene didaktische Reaktion.
Boeckmann stellt die These eines rein kulturell bedingten "japanischen Lernstils" in Frage und betont stattdessen die Bedeutung institutioneller Bedingungen und unterrichtsinterner Faktoren für das beobachtbare Verhalten.
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