Masterarbeit, 2016
122 Seiten, Note: 1,7
1 Einleitung
1.1 Zielsetzung
1.2 Aufbau der Arbeit
2 Einführung in die Thematik
2.1 Definition Exoskelett
2.2 Anforderungen und Herausforderungen
2.3 Anwendungsbereiche von Exoskeletten
2.4 Vorstellung smart ASSIST
2.4.1 HHR-Konzept
2.4.2 Unterstützungssystem Lucy
2.5 Zielformulierung
2.6 Vorgehensbeschreibung
3 Grundlagen der Geschäftsmodellentwicklung
3.1 Definition Geschäftsmodell
3.2 Dimensionen von Geschäftsmodellen
3.3 Modelle zur Visualisierung von Geschäftsmodellen
3.3.1 St. Galler Geschäftsmodell
3.3.2 Business Model Canvas
4 Grundlagen der Finanzierung
4.1 Theorie der Finanzierung
4.2 Finanzierungsbasierte Geschäftsmodelle
4.3 Gründungsfinanzierung
4.4 Finanzierungsmöglichkeiten
4.4.1 Fremdfinanzierung
4.4.2 Eigenfinanzierung
4.4.3 Sondermöglichkeiten der Finanzierung
4.5 Zusammenspiel der Finanzierung mit der Geschäftsmodellentwicklung
5 Zwischenfazit
5.1 Auswertung der bisherigen Erkenntnisse
5.2 Vorgehen Analyse Geschäftsmodellentwicklung
6 Analyse Geschäftsmodellentwicklung
6.1 Markt kennen lernen
6.1.1 Makro-Umwelt
6.1.2 Mikro-Umwelt
6.1.3 Umweltanalyse in Bezug auf Lucy
6.2 Zielgruppe definieren
6.2.1 Grundlagen der Zielgruppenbestimmung
6.2.2 Zielgruppenbestimmung Lucy
6.2.3 Ergebnis der Zielgruppenanalyse
6.3 Wertangebot schaffen
6.4 Wertschöpfung planen
6.4.1 Wertschöpfungskette nach Porter
6.4.2 Wertschöpfungsfragestellungen bei „Lucy“
6.4.3 Make-or-Buy Analyse
6.4.4 Ansatz von Harrigan
6.5 Positionierung planen
6.5.1 Theorien nach Porter
6.5.2 Marktpositionierung nach Treacy & Wiersema
6.5.3 Folgen durch Nicht-Positionierung
6.5.4 Analyse in Bezug auf Lucy
6.6 Marketingkonzept erarbeiten
6.6.1 Grundlagen des Marketings mit Schwerpunkt auf Industriegüter
6.6.2 Marketing-Planung am Beispiel von Lucy
6.6.3 Marktbeeinflussungsstrategien
6.6.4 Markenführung
6.6.5 Operative Marketing-Planung in der Kommunikationspolitik
6.7 Erlösmodell
6.7.1 Theorie des Erlösmodells
6.7.2 Beispielhafte Erlösmodelle in Bezug auf Lucy
7 Zusammenfassung und Ausblick
7.1 Zusammenfassung
7.2 Ausblick
8 Fazit
8.1 Nische oder Kostenführer
8.2 Schlussbemerkungen
Die Masterarbeit hat zum Ziel, eine wissenschaftlich fundierte und praxisnahe Methodik zu entwickeln, um für neue tragbare Unterstützungssysteme (Exoskelette) – exemplarisch angewendet auf das System „Lucy“ – ein tragfähiges Geschäftsmodell sowie passende Finanzierungsmöglichkeiten für eine Unternehmensgründung zu erarbeiten.
2.4.2 Unterstützungssystem Lucy
Für die in dieser Arbeit folgende Geschäftsmodellentwicklung und Überprüfung der Finanzierungsmöglichkeiten für Systeme zur Unterstützung im Rahmen des Projektes „smart ASSIST“ soll beispielhaft ein konkretes System genutzt werden, an dem der Entwicklungsprozess beispielhaft abgearbeitet wird. Dieses Vorgehen hilft bei der Konkretisierung einiger Analyseverfahren, soll aber dennoch gut auf andere Modelle extrahiert werden können (vgl. Abs. 1.1). Aus allen verfügbaren Forschungsprojekten wurde sich dabei für das bislang ausgereifteste System des Exoskelettes Lucy entschieden. Im folgenden Abschnitt soll dieses System für den weiteren Verlauf der Ausführungen kurz charakterisiert werden. Dafür werden der Funktionsumfang, die technische Funktionsweise, der Nutzen für potentielle Anwender sowie preisliche Informationen definiert und charakterisiert.
Das Unterstützungssystem Lucy ist auf Einsatzbereiche für Tätigkeiten in und über der Kopfhöhe des Anwenders konstruiert worden. Dabei soll es die anstrengende Körperhaltung durch eine gezielte Entlastung des Schultergürtels sowie der Rückenmuskulatur vorbeugen und für die in der Höhe zu tragenden Lasten kraftunterstützend tätig zu sein. Das Skelett verfügt dabei über eine modulare und somit flexible und individualisierbare Systemstruktur mit einem flexiblen Trägersystem. Der Antrieb erfolgt über ein pneumatisches System, welches die Kraftunterstützung stufenlos regulieren kann. Darüber hinaus sollen mit dem Skelett auch ergonomisch kritische Stellungen und Winkelbereiche unterstützt werden können. Der Preisrahmen des Systems wurde durch die Entwickler auf ca. 10.000 – 15.000 Euro geschätzt.
1 Einleitung: Vorstellung der Relevanz von Exoskeletten im Zuge von Industrie 4.0 und demografischem Wandel sowie Definition der wissenschaftlichen Zielsetzung der Arbeit.
2 Einführung in die Thematik: Definition von Exoskeletten, Abgrenzung technischer Assistenzsysteme und detaillierte Vorstellung des Projekts smart ASSIST sowie des Prototypen Lucy.
3 Grundlagen der Geschäftsmodellentwicklung: Theoretische Herleitung von Geschäftsmodell-Definitionen und Vorstellung von Visualisierungsmethoden wie dem Business Model Canvas und dem St. Galler Modell.
4 Grundlagen der Finanzierung: Übersicht zu Finanzierungstheorien, Gründungsfinanzierung, Arten der Außenfinanzierung und deren Relevanz für Neugründungsprojekte.
5 Zwischenfazit: Auswertung der theoretischen Vorüberlegungen und Festlegung des Vorgehensmodells für die Analyse der Geschäftsmodellentwicklung.
6 Analyse Geschäftsmodellentwicklung: Anwendung der theoretischen Konzepte auf das Fallbeispiel Lucy, von der Marktanalyse über Zielgruppendefinition bis zur Marketingstrategie und Erlösmodellen.
7 Zusammenfassung und Ausblick: Zusammenführung der Analyseergebnisse und kritische Reflexion des gewählten Ansatzes.
8 Fazit: Strategische Einordnung der Ergebnisse mit einer Empfehlung zur Nischenstrategie für das untersuchte System.
Exoskelett, Geschäftsmodellentwicklung, Gründungsfinanzierung, smart ASSIST, Lucy, Industrie 4.0, Mensch-Maschine-Interaktion, Marktanalyse, Business Model Canvas, Industriegütermarketing, Kostenführerschaft, Nischenstrategie, Wertschöpfungskette, Unternehmensgründung, Außenfinanzierung.
Die Arbeit untersucht, wie für neue Exoskelett-Technologien tragfähige Geschäftsmodelle entwickelt werden können und welche Finanzierungsoptionen für eine Unternehmensgründung in diesem speziellen technologischen Bereich existieren.
Die zentralen Felder sind die Definition und Einordnung von Exoskeletten, die strukturierte Entwicklung von Geschäftsmodellen, die Theorie der Unternehmensfinanzierung sowie die spezifische Anwendung dieser Methoden auf ein industrielles Fallbeispiel.
Das primäre Ziel ist es, ein wissenschaftlich begründetes Vorgehen für ein Gründerteam bereitzustellen, um ein technologiebasiertes Exoskelett-Produkt erfolgreich in den Markt einzuführen.
Die Arbeit nutzt Literaturanalysen, die Anwendung etablierter Management-Tools wie das Business Model Canvas, die Wertschöpfungsanalyse nach Porter, das KANO-Modell zur Anforderungsanalyse sowie die PESTEL-Methodik zur Umweltanalyse.
Im Hauptteil (Kapitel 6) erfolgt die praktische Analyse der Geschäftsmodellentwicklung für das System „Lucy“. Dies umfasst die Markt- und Umfeldanalyse, die Zielgruppenbestimmung, die Planung der Wertschöpfung, die strategische Positionierung sowie die Erarbeitung von Marketing- und Erlösmodellen.
Die Arbeit lässt sich am besten mit Begriffen wie Exoskelett, Geschäftsmodellentwicklung, Gründungsfinanzierung, B2B-Industriegütermarketing und Nischenstrategie beschreiben.
Lucy wurde gewählt, da es sich um ein real existierendes System aus einem universitären Forschungsprojekt (smart ASSIST) handelt, das sich kurz vor der Marktreife befindet und somit eine ideale Basis für eine praxisnahe Geschäftsmodellanalyse bietet.
Nach einer detaillierten Abwägung kommt der Autor zu dem Ergebnis, dass eine Nischenstrategie für das Unternehmen aufgrund des geringeren Risikos und der besseren Spezialisierungsmöglichkeiten gegenüber einer umfassenden Kostenführerschaft oder einer allgemeinen Differenzierungsstrategie zu bevorzugen ist.
Der Autor zeigt auf, dass das gewählte Finanzierungsmodell (z. B. Seed-Finanzierung vs. Big Budget) die strategischen Freiheitsgrade des Gründungsteams massiv beeinflusst und somit die Planung der Unternehmensstruktur und -prozesse maßgeblich mitbestimmt.
Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass eine vollständige Planung aus externer Sicht zwar theoretisch möglich, in der Praxis bei einer technologischen Neugründung jedoch oft nur bedingt zielführend ist, da eine reaktive, situative Anpassung an den Markt während der Gründungsphase unvermeidlich bleibt.
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