Diplomarbeit, 2014
146 Seiten, Note: "gut"
1 Einführung
2 Zwei grosse Schichten verändern die Sozialstruktur der VR China
2.1 Die Mittelschicht
2.2 Die Wanderarbeiter
3 Soziale Ungleichheit, soziale Schichtung und sozialer Konflikt in der VR China
3.1 Die wesentlichen soziologischen Theorien und Forschungsergebnisse
3.1.1 Soziale Ungleichheit und soziale Schichtung
3.1.2 Sozialer Konflikt
3.2 Soziale Ungleichheit, soziale Schichtung und Armut in der VR China
3.3 Sozialer Konflikt in der VR China
3.3.1 Beispiele des sozialen Konflikts in der VR China
3.3.2 Das soziale Konfliktpotential in der VR China heute
4 Die Rolle der Partei und des Staates
4.1 Einparteienherrschaft, Kontrolle und Repression
4.2 Soziale Sicherung
4.3 Politische Dissidenz und der Staat
4.3.1 Intellektuelle Wurzeln der Oppositionsbewegung
4.3.2 Offizielle Ideologie im Wandel
4.3.3 Politische Opposition in der VR China seit 1978
5 Die gesellschaftliche Struktur der VR China im Wandel
5.1 Urbanisierung, Schichtung und Wanderarbeiter
5.2 Wang Chunguang und dessen Sicht auf die Problematik
6 Schlussbetrachtungen
Die vorliegende Arbeit untersucht den gesellschaftlichen Wandel in der Volksrepublik China vor dem Hintergrund des politischen Ziels einer "harmonischen Gesellschaft". Dabei wird analysiert, wie die Regierung wirtschaftliches Wachstum mit der Aufrechterhaltung des sozialen Friedens in Einklang zu bringen versucht, während tiefgreifende Umwälzungen der Sozialstruktur die Stabilität herausfordern.
3.1.1 Soziale Ungleichheit und soziale Schichtung
Der Problemkreis „Soziale Ungleichheit“ nimmt unter den in der Soziologie behandelten Themen und Problemen einen besonderen Platz ein. Der Untersuchung der Ungleichheit zwischen den Menschen haben die Soziologen verschiedener Zeiten insgesamt wohl am meisten Zeit und Energien gewidmet; dieser Eindruck entsteht zumindest aus der schieren Fülle der Überlegungen zu diesem Gegenstand. Die Soziologie, welche u.a. die Machtverteilung und Herrschaftsstruktur von Gesellschaften thematisiert und erforscht, wird ganz zwangsläufig und automatisch mit der Frage nach dem Zusammenhang zwischen Machtverteilung und sozialer Ungleichheit konfrontiert, wobei er besonders dann als problematisch erfahren wird, wenn sich beschleunigter sozialer Wandel vollzieht, was dann wiederum Probleme moralischer und politischer Natur nach sich zieht. Da solche Situationen zu Versuchen veranlassen können, die Verschärfung der gesellschaftlichen Konflikte durch neue Theorien zu erklären, wird die Soziologie mitunter auch als „Krisenwissenschaft“ bezeichnet, welche ihre Entstehung der industriellen Revolution verdankt.
Zu guter Letzt tritt neben die oben geschilderten Problemlagen der Ergründung, Legitimation oder Kritik eines sozialpolitischen Zustands als Grund für die Beschäftigung mit dem Phänomen der sozialen Ungleichheit die aristotelische Annahme, wonach mit „Gesellschaft“ ein Gebilde gemeint ist, „das aus einer grossen Anzahl menschlicher Individuen besteht, von anderen Gesellschaften unterscheidbar ist und in dessen Rahmen die Individuen verschieden bewertete Positionen einnehmen (...).“ Damit wird verständlich, dass mit dem Begriff der „Gesellschaft“ also immer schon ein gewisses Mass an Arbeitsteilung und sozialer Schichtung mitgedacht ist. Die Stellung eines Individuums in einer Gesellschaft lässt sich nach verschiedenen Kriterien bestimmen: Ausbildung, Einkommen, Besitz, Rassen- oder Religionszugehörigkeit bieten sich hier etwa zuallererst als Schichtungsmerkmale an und bestimmen auch zu einem gewichtigen Teil das Mass an sozialer Wertschätzung, welches den einzelnen Gesellschaftmitgliedern zukommt.
1 Einführung: Diese Einleitung skizziert den wirtschaftlichen Reformprozess Chinas seit 1978 und thematisiert das Spannungsfeld zwischen ökonomischem Aufschwung, zunehmender Ungleichheit und dem politischen Ziel einer harmonischen Gesellschaft.
2 Zwei grosse Schichten verändern die Sozialstruktur der VR China: Das Kapitel analysiert die Herausbildung der neuen Mittelschicht sowie die sozioökonomische Bedeutung und schwierige Situation der Wanderarbeiter für die Stabilität des Landes.
3 Soziale Ungleichheit, soziale Schichtung und sozialer Konflikt in der VR China: Hier werden soziologische Theorien zur Schichtung erörtert und auf die chinesische Realität angewandt, wobei die Ursachen für Armut und Konfliktpotential im Transformationsprozess im Vordergrund stehen.
4 Die Rolle der Partei und des Staates: Dieses Kapitel untersucht die Herrschaftssicherung der KP China durch Repression, Kontrolle und den Aufbau sozialer Sicherungssysteme sowie den Umgang mit politischer Dissidenz.
5 Die gesellschaftliche Struktur der VR China im Wandel: Der Fokus liegt hier auf dem Verstädterungsprozess und der vertieften Analyse der Arbeiten des Soziologen Wang Chunguang zur sozialen Lage und Marginalisierung von Wanderarbeitern.
6 Schlussbetrachtungen: Die Arbeit schließt mit einer Bilanz der Reformpolitik ab und erörtert die Aussichten für die zukünftige sozioökonomische Entwicklung und Stabilität der VR China.
Sozialer Wandel, Volksrepublik China, Harmonische Gesellschaft, Mittelschicht, Wanderarbeiter, Soziale Ungleichheit, Soziale Schichtung, Sozialer Konflikt, KP China, Politische Stabilität, Armut, Urbanisierung, Soziale Sicherung, Politische Dissidenz, Meritokratie.
Die Arbeit analysiert den rasanten gesellschaftlichen Wandel in der VR China seit den Reformen von 1978 und untersucht, wie die Führung versucht, wirtschaftliches Wachstum mit sozialer Stabilität zu vereinen.
Zentrale Schwerpunkte sind die Entstehung neuer Schichten (Mittelschicht und Wanderarbeiter), die Zunahme sozialer Ungleichheit, die Rolle der Kommunistischen Partei bei der Stabilitätssicherung sowie die Analyse von Konfliktmustern.
Die zentrale Fragestellung lautet, an welchem Punkt die chinesische Gesellschaft in ihrer Entwicklung hinsichtlich des übergeordneten politischen Ziels der Harmonisierung wirtschaftlicher Entwicklung mit der Aufrechterhaltung des sozialen Friedens steht.
Die Arbeit nutzt eine soziologische Analyse, die theoretische Konzepte (wie Schichtungstheorien) mit empirischen Beobachtungen und der Auswertung chinesischer Fachpublikationen, insbesondere der Analysen von Wang Chunguang, verbindet.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung, eine Analyse der sozioökonomischen Schichtung (insbesondere der Wanderarbeiter), die Rolle der Partei bei der sozialen Kontrolle und Sicherung sowie eine Untersuchung der politischen Dissidenz.
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Sozialer Wandel, Soziale Schichtung, Harmonische Gesellschaft, Wanderarbeiter und politische Stabilität in der VR China treffend beschreiben.
Das Hukou-System fungiert als zentrales Instrument, das Wanderarbeiter administrativ an ihre Herkunftsorte bindet, ihren Zugang zu städtischen Sozialleistungen einschränkt und damit maßgeblich zur sozialen Spaltung zwischen Stadt und Land beiträgt.
Die Mittelschicht wird als ambivalentes Phänomen betrachtet: Einerseits gilt sie als stabilisierender Hoffnungsträger für das Wirtschaftswachstum, andererseits als potentielle Quelle für soziale Unruhe bei ausbleibender Teilhabe oder ökonomischen Krisen.
Die Arbeit relativiert die Theorie eines kurz vor dem Ausbruch stehenden "sozialen Vulkans". Sie kommt zu dem Schluss, dass die Bevölkerung primär damit beschäftigt ist, sich den neuen marktwirtschaftlichen Bedingungen anzupassen, und dass die Einstellungen eher zur Stabilität als zur Instabilität beitragen.
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