Masterarbeit, 2016
92 Seiten, Note: 1,3
1 Einleitung: Begegnung und Konfrontation im Vorderen Orient
2 Die Sakralisierung von Krieg und Kriegern
2.1 Krieg und Frieden mit dem andersgläubigen Gegner
2.2 Die Sakralisierung von Krieg und Kriegern im Islam
2.3 Die Sakralisierung von Krieg und Kriegern im Christentum
3 Dschihad und Kreuzzugsbewegung 1096-1192
3.1 Der Erste Kreuzzug und Reaktionen im dar al-islam
3.2 Dschihad-Propaganda und der Zweite Kreuzzug
3.3 Der dschihad von Saladin und der Dritte Kreuzzug
4 Fazit: Möglichkeiten und Grenzen des Heiligen Krieges
Die vorliegende Arbeit untersucht die Rolle des Heiligen Krieges als Instrument der Herrschaftspraxis im Vorderen Orient zwischen 1096 und 1192, wobei der Fokus auf dem Wechselspiel zwischen ideologischen Sakralisierungsprozessen im Islam und im Christentum sowie der politischen Pragmatik liegt.
Dschihad und Kreuzzugsbewegung 1096-1192
Ein großes und bunt zusammengesetztes Heer aus breiten Schichten der Bevölkerung machte sich auf den Weg in den Osten. Rekrutiert wurden sie unter anderem durch den Wanderprediger Peter dem Einsiedler, der eine große Popularität in der Bevölkerung genoss. Dem Beispiel von Jesus Christus folgend, ritt er auf einem Esel von Ortschaft zu Ortschaft und versuchte die Menschen, ausgestattet mit einem vermeintlichen Brief Gottes, zur Teilnahme am Kreuzzug zu bewegen. Die große Masse des niederen Volkes, die sich ihm anschloss, war nur schlecht bis gar nicht bewaffnet und hatte vor allem nicht das nötige Geld für die Reise. Trotzdem wurden sie ebenfalls von der Kreuzzugsidee ergriffen, die gleichermaßen alle Stände ergriff und auch wenn die kirchlichen Behörden nicht an solch ein Kreuzfahrerkontingent dachten, waren sie anscheinend auch nicht imstande, dessen Aufbruch zu verhindern.
Die Kontingente, die den regulären Aufbruchstermin wahrnahmen, unterschieden sich allerdings sehr von den ungeordneten Scharen des sogenannten Volkskreuzzuges, vor allem was Zusammensetzung und Organisationsgrad anbelangte. So konnte der ritterliche Adel nicht spontan und unzulänglich wie das einfache Volk aufbrechen, da sie für die Zeit ihrer Abwesenheit die Verwaltung ihrer Länder und Herrschaften regeln, Vasallen aufbieten und auch Truppen anwerben mussten.
1 Einleitung: Begegnung und Konfrontation im Vorderen Orient: Diese Einleitung beleuchtet das wechselseitige negative Islambild im Mittelalter und die Ausgangssituation vor den Kreuzzügen, geprägt durch religiöse Überlegenheitsgefühle.
2 Die Sakralisierung von Krieg und Kriegern: In diesem Kapitel werden die theoretischen Grundlagen des Heiligen Krieges im Islam und Christentum sowie die Konzepte von gerechtem Krieg und bewaffneter Wallfahrt erarbeitet.
3 Dschihad und Kreuzzugsbewegung 1096-1192: Der Hauptteil untersucht die praktische Anwendung der Kriegsideologien während der drei großen Kreuzzugswellen, unter besonderer Berücksichtigung der muslimischen Reaktionen und der Rolle Saladins.
4 Fazit: Möglichkeiten und Grenzen des Heiligen Krieges: Das Fazit fasst zusammen, dass die ideologische Sakralisierung des Krieges stets in Konkurrenz zu praktischen Bündnissen und politischer Pragmatik stand.
Kreuzzüge, Dschihad, Saladin, Heiliger Krieg, Mittelalter, Islamische Geschichte, Christentum, Sakralisierung, Modus vivendi, Nahost, Jerusalem, Seldschuken, Ayyubiden, Byzanz, Rittertum
Die Arbeit analysiert die wechselseitigen Einflüsse und Legitimationsstrategien von Heiligen Kriegen (Kreuzzug und Dschihad) im Kontext der politischen Geschichte des Vorderen Orients vom 11. bis zum 12. Jahrhundert.
Die zentralen Themen umfassen die Entstehung religiöser Kriegsideologien, die Rolle der politischen Fragmentierung in der islamischen Welt und das Verhältnis von religiösem Fanatismus zu politischer Pragmatik.
Das Ziel ist es aufzuzeigen, wie "Heiliger Krieg" als politisches Instrument eingesetzt wurde und wo die Grenzen dieser Ideologie bei der tatsächlichen Herrschaftsausübung lagen.
Es handelt sich um eine historische Analyse, die primär auf der Auswertung zeitgenössischer Chroniken (sowohl christlicher als auch islamischer Provenienz) und der modernen Forschungsliteratur basiert.
Der Hauptteil gliedert sich in drei große Phasen: den Ersten Kreuzzug, die Zengi-Ära mit dem Zweiten Kreuzzug sowie den Aufstieg Saladins und den Dritten Kreuzzug.
Wichtige Begriffe sind Kreuzzüge, Dschihad, Sakralisierung, politische Pragmatik, Saladin, Jerusalem und das Konzept des "Gerechten Krieges".
Saladin nutzte die Propaganda des Dschihad geschickter zur Legitimation seiner eigenen Machtausweitung und konnte dabei auf die ökonomische Basis Ägyptens zurückgreifen, was ihm eine stärkere Position verschaffte.
Trotz der ideologischen Feindschaft waren lokale Herrscher beider Seiten oft gezwungen, pragmatische Bündnisse einzugehen, um ihr Überleben in der politisch volatilen Region des Vorderen Orients zu sichern.
Der Aufruf stieß auf eine bereits bestehende "Kreuzzugsmüdigkeit" in Europa, und der Feldzug war zudem durch interne politische Uneinigkeit und mangelnde Koordination zwischen den Kreuzfahrerkontingenten geprägt.
Es fungierte für die Christen als höchstes Symbol ihrer religiösen Identität und für die Muslime als ein mächtiges politisches Faustpfand in Friedensverhandlungen.
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