Bachelorarbeit, 2016
50 Seiten, Note: 1,00
1. Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Zielsetzung und Vorgehensweise
2. Status Quo
2.1 Bestandteile und Funktionsweise
2.2 Ziele und Absichten
2.3 Kritik am Ehegattensplitting
2.3.1 Verteilungswirkung
2.3.2 Anreizwirkung
3. Familiensplitting
3.1 Varianten des Familiensplittings
3.1.1 Tarifsplitting
3.1.2 Realsplitting
3.2 Empirische Untersuchungen der Reformalternativen
3.2.1 Französisches Modell
3.2.2 Familienteilsplitting
3.2.3 Familienvollsplitting
3.2.4 Eherealsplitting
3.2.5 Familienrealsplitting
4. Zusammenfassung und Fazit
Die Bachelorarbeit untersucht, inwiefern das Familiensplitting eine geeignete Reformalternative zum bestehenden Ehegattensplitting darstellt, um die Familieneinkommensbesteuerung bedarfsgerechter und arbeitsmarktneutraler zu gestalten. Dabei steht die kritische Auseinandersetzung mit der Verteilungswirkung sowie den Anreizeffekten auf die Erwerbsbeteiligung von Frauen im Fokus.
2.3.1 Verteilungswirkung
Gemeinsam veranlagte Eheleute haben in der Regel eine geringere Steuerlast, als wenn sie separat besteuert würden. Diese Differenz wird als Splittingeffekt bezeichnet. Der Grund für das Eintreten der Steuerminderung ist die Kombination aus Zusammenveranlagung und dem progressiven Einkommensteuertarif. Grundsätzlich sorgt die Progression des Tarifs für ein Ansteigen des Durchschnittssteuersatzes mit steigendem Einkommen. Durch das Zusammenrechnen der Einkünfte von Ehepartnern und der anschließenden hälftigen Zurechnung auf jeden der beiden Partner, wird dieser Anstieg durchbrochen. Da das halbierte gemeinsame Einkommen einem geringeren Durchschnittssteuersatz unterliegt als die Summe der individuellen Einkünfte, mindert sich durch den rechnerischen Einkommensausgleich die Progressionswirkung, der Ehepaare ausgeliefert sind. Weiterhin können gemeinsam veranlagte Ehepaare ihre Steuerbemessungsgrundlage verringern, indem einige Freibeträge und abzugsfähige Aufwendungen auf den anderen Ehepartner übertragen werden.
Die Entlastungswirkung durch das Splittingverfahren ist somit unmittelbar an den geltenden Einkommensteuertarif gebunden, da dessen Progressionsgrad sich in der Entlastungswirkung niederschlägt. Zu früherer Zeit, als die weit überwiegende Mehrheit der Steuerpflichtigen noch einem proportionalen Steuertarif unterlag, trat einzig und allein die Wirkung des zweiten Grundfreibetrages des Ehepartners als Splittingeffekt in Erscheinung. Mit der Einführung eines weitestgehend progressiven Tarifs profitieren nun auch untere und mittlere Einkommensbezieher von der Milderung der Progression, die mit dem Splittingverfahren einhergeht.
Infolge seiner Ausgestaltung fällt die Steuerermäßigung beim Ehegattensplitting tendenziell mit steigendem Einkommen größer aus. Abbildung 1 zeigt die Höhe des Splittingeffektes für Ehepaare mit gesamtem zu versteuerndem Einkommen bis 150 000 Euro. Der dargestellte Splittingeffekt errechnet sich am Beispiel einer innerehelichen Erwerbsaufteilung von 75 % des Haupteinkommensbeziehers zu 25 % des Partners.
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik des Ehegattensplittings ein, beleuchtet die aktuelle politische Diskussion und erläutert die Zielsetzung der Arbeit.
2. Status Quo: Dieses Kapitel erläutert die Funktionsweise des Ehegattensplittings, die steuerliche Berücksichtigung von Kindern und die Kritik hinsichtlich Verteilung und Anreizwirkung.
3. Familiensplitting: Hier werden die verschiedenen Varianten des Familiensplittings (Tarifsplitting, Realsplitting) sowie empirische Untersuchungen zu deren Auswirkungen vorgestellt.
4. Zusammenfassung und Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse der Untersuchung zusammen und bewertet die Eignung der betrachteten Modelle als Reformalternativen.
Ehegattensplitting, Familiensplitting, Einkommensbesteuerung, Steuersystem, Reformalternativen, Splittingeffekt, Leistungsfähigkeitsprinzip, Steuergerechtigkeit, Familienleistungsausgleich, Arbeitsangebot, Erwerbsbeteiligung, Mikrosimulation, Tarifsplitting, Realsplitting, fiskalische Auswirkungen.
Die Arbeit analysiert die Kritik am deutschen Ehegattensplitting und prüft, inwiefern ein Familiensplitting als Reformmodell zur besseren Berücksichtigung von Familien und zur Vermeidung negativer Erwerbsanreize dienen kann.
Zentral sind die steuerliche Behandlung von Ehepaaren, der Familienleistungsausgleich, die Verteilungswirkung verschiedener Steuermodelle und deren Einfluss auf die Erwerbsentscheidungen, insbesondere von Frauen.
Die Forschungsfrage lautet, inwiefern ein Familiensplitting eine sinnvolle und effektive Option zur Reform der Familieneinkommensbesteuerung bietet.
Die Arbeit stützt sich auf eine theoretische Auseinandersetzung mit steuersystematischen Grundlagen sowie auf die Auswertung existierender empirischer Mikrosimulationsstudien.
Im Hauptteil werden der Status Quo des Ehegattensplittings, verschiedene Reformvarianten wie das Familien-Tarifsplitting und das Familien-Realsplitting sowie deren Auswirkungen auf Einkommensverteilung und Arbeitsmarkt detailliert untersucht.
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Ehegattensplitting, Familiensplitting, Steuergerechtigkeit, Arbeitsangebot und Mikrosimulation charakterisieren.
Das französische Modell nutzt ein Splittingverfahren mit familienabhängigen Faktoren, das den Splittingeffekt mit der Anzahl der Kinder steigen lässt, während das deutsche System primär auf das Ehegattensplitting setzt.
Beim Tarifsplitting erfolgt die Aufteilung des Gesamteinkommens auf Familienmitglieder zur Anwendung des Tarifs, während das Realsplitting fiktive Unterhaltstransfers als abzugsfähige Aufwendungen bei einer individuellen Besteuerung vorsieht.
Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass im Hinblick auf eine bedarfsgerechte Umverteilung zugunsten von Familien Realsplittingmodelle besser abschneiden als Tarifsplittingmodelle.
Nein, die untersuchten Reformmodelle haben laut den ausgewerteten Studien nur marginale Auswirkungen auf die Erwerbsbeteiligung von Frauen.
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