Bachelorarbeit, 2015
46 Seiten, Note: 1,1
Medien / Kommunikation - Public Relations, Werbung, Marketing, Social Media
Einleitung
1 Der Medienbegriff – Begriffsgeschichte und Bestandsaufnahme der Konzepte
1.1 Zum Nutzen von Begriffen und Definitionen
1.2 Definitionspluralismus des diffusen Begriffes „Medium / Medien“
2 Das Internet und seine Eigenschaftsdimensionen
2.1 Das Internet als Medium erster Ordnung oder Infrastruktur
2.2 Die Eigenschaftsdimensionen des Internets
2.2.1 Konvergenz / Multimedialität
2.2.2 Interaktivität
2.2.3 Potenzial des Internets vs. Prozesse im Internet
2.2.4 Multioptionalität
2.2.5 Selektivität
2.3 Zwischenfazit: Die Entscheidungsgewalt der User
3 Social Network Sites – am Beispiel Facebook
3.1 Individualkommunikation (Dialog und Polylog) vs. Massenkommunikation
3.2 SNS – Begriffsbestimmung mithilfe von Eigenschaftsdimensionen
3.3 Facebook als Plattform für multiple Handlungsoptionen
4 Kritische Würdigung
5 Resümee
Ziel dieser Arbeit ist es, das veränderte Begriffsverständnis von „Medien“ zu dokumentieren, das durch das Internet und soziale Netzwerke entstanden ist. Es wird untersucht, inwiefern traditionelle Konzepte von Massenmedien durch die Eigenschaftsdimensionen des Internets an Plausibilität verlieren und warum für diese neuen Phänomene eine präzisere terminologische Differenzierung notwendig ist.
2.2.2 Interaktivität
Die Neuartigkeit des Web 2.0 wird vielfach durch Eigenschaftszuschreibungen wie „multimedial“ oder „interaktiv“ plakatiert. Indessen führe der Prestigegewinn durch solche Zuschreibungen zu einem „großzügigen, wenig präzisen Umgang“ (Neuberger 2007: 33). Insbesondere der Begriff der Interaktivität wurde aus diesem Grund von sozialwissenschaftlicher Seite vielfach kritischen Untersuchungen unterzogen, um herauszustellen, was unter „interaktiv“ fernab marketingsprachlicher Floskeln verstanden werden sollte.
Hierbei stellen mehrdimensionale Interaktivitätsbegriffe die häufigste Problemlösungsstrategie dar, um den komplexen Begriff zu zähmen (vgl. exemplarisch Kiousis 2002: 273; Downs und McMillan 2000; Heeter 2000). Um nicht in ähnlich ausufernde Begriffsbestimmungen zu verfallen, soll hier lediglich festgestellt werden, dass computervermittelte Kommunikation zu einer Steigerung des Interaktivitätsniveaus (vgl. Bucher 2004: 134) führt, Interaktivität jedoch keine Eigenschaft sozialer Medien sui generis ist – schließlich wird auch bei analogen Medien zur Individualkommunikation interagiert und bei der Face-to-Face-Kommunikation ohnehin.
1 Der Medienbegriff – Begriffsgeschichte und Bestandsaufnahme der Konzepte: Dieses Kapitel arbeitet die Problematik des diffusen und heterogenen Medienbegriffs auf und verdeutlicht die Notwendigkeit einer begrifflichen Schärfung.
2 Das Internet und seine Eigenschaftsdimensionen: Das Kapitel analysiert das Internet als Medium erster Ordnung bzw. Infrastruktur und reflektiert zentrale Dimensionen wie Konvergenz, Interaktivität, Multioptionalität und Selektivität.
3 Social Network Sites – am Beispiel Facebook: Auf Basis der zuvor erarbeiteten Eigenschaftsdimensionen wird Facebook als Plattform für multiple Handlungsoptionen untersucht, wobei die Grenzen zwischen Individual- und Massenkommunikation verschwimmen.
4 Kritische Würdigung: Es erfolgt eine kritische Reflexion der methodischen Auswahl, der Repräsentativität der herangezogenen Studien und der dynamischen Entwicklung der untersuchten Plattform.
5 Resümee: Die Ergebnisse werden zusammengefasst, wobei betont wird, dass für das vernetzte Zeitalter Einzelmedientheorien anstelle einer einzigen umfassenden Medientheorie notwendig sind.
Medienbegriff, Internet, Soziale Netzwerke, Facebook, Eigenschaftsdimensionen, Multioptionalität, Selektivität, Interaktivität, Konvergenz, Massenkommunikation, Individualkommunikation, Prosumer, Digitalisierung, Medientheorie, Online-Kommunikation
Die Arbeit beschäftigt sich mit dem Wandel des Medienbegriffs im Zeitalter des Internets und sozialer Netzwerke, insbesondere am Beispiel von Facebook.
Die zentralen Themen umfassen die Begriffsgeschichte von Medien, die technischen und nutzungsorientierten Eigenschaftsdimensionen des Internets sowie die Analyse von Social Network Sites als neue Medienform.
Das Ziel ist es, zu dokumentieren, wie das Internet die traditionellen Konzepte von Massenmedien verändert hat, und aufzuzeigen, warum diese für digitale Medien ungeeignet sind.
Die Arbeit ist eine theoretisch konzipierte Analyse, die sich auf eine Literaturstudie stützt und Erkenntnisse aus aktuellen peer-reviewten Fachzeitschriften integriert.
Im Hauptteil werden die Eigenschaftsdimensionen (Konvergenz, Interaktivität, Multioptionalität, Selektivität) definiert und deren Einfluss auf die Entscheidungsgewalt der Nutzer und die Kommunikationsformen diskutiert.
Die Arbeit lässt sich vor allem durch die Begriffe Medienbegriff, Internet, Soziale Netzwerke, Multioptionalität und Individual- bzw. Massenkommunikation charakterisieren.
Facebook dient als reichweitenstärkstes soziales Netzwerk, an dem sich die Diskrepanz zwischen technischem Potenzial und tatsächlicher Nutzeraneignung sowie die Problematik des Medienbegriffs exzellent verdeutlichen lässt.
Multioptionalität beschreibt die Eigenschaft des Internets, dem Nutzer eine Fülle von Nutzungsmöglichkeiten zu bieten, die nicht technisch determiniert sind, sondern von der individuellen Auswahl des Nutzers abhängen.
Der heutige Nutzer ist oft ein „Prosumer“, der zwischen der Rolle des Konsumenten und des Produzenten von Inhalten oszilliert, anstatt nur ein passiver Empfänger in einem dispersen Publikum zu sein.
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