Magisterarbeit, 2003
82 Seiten, Note: 1,7
A. METHODIK
B. DIE BISHERIGE ZUSAMMENARBEIT VON WONG KAR-WAI UND CHRISTOPHER DOYLE
C. DIE STADT UND IHR KINO
1. DEKONSTRUKTION
1. 1. Chungking Express
1. 2. Fallen Angels
1. 3. Happy Together
1. 4. In the mood for love
2. WIEDERHOLUNG UND VARIATION
2. 1 Chungking Express
2. 2. Happy Together
2. 3. In the mood for love
3. NÄHE UND FERNE
3. 1. Chungking Express
3. 2. Fallen Angels
4. LEITMOTIVE
4. 1. Daten und Gegenstände in Fallen Angels und Happy Together
4. 2. Uhren
4. 2. 1. Chungking Express
4. 2. 2. Fallen Angels
4. 2. 3. Happy Together
4. 2. 4. In the mood for love
5. METAPHORISCHE BILDER
5. 1. Happy Together
5. 2. In the mood for love
6. DIE DARSTELLUNG DER ZEIT
6. 1. Chungking Express
6. 2. In the mood for love
7. 1. Farbigkeit
7. 2. Kamerastil
8. SCHLUSSWORT
Die vorliegende Arbeit untersucht die Prinzipien der filmischen Bildgestaltung im gemeinsamen Werk des Regisseurs Wong Kar-wai und des Kameramanns Christopher Doyle. Anhand ausgewählter Filme analysiert sie die künstlerischen Mittel, um den spezifischen Stil des Duos greifbar zu machen, unbewusste Wirkungsweisen zu entschlüsseln und die metaphorische Bedeutung zentraler Motive sowie die Darstellung von Zeit und Raum im Kontext der modernen Großstadt Hongkong aufzuzeigen.
1. 1. Chungking Express
Wong Kar-wais Chungking Express (1994) wurde im Zentrum Hongkongs gedreht. Der Film besteht aus zwei unabhängigen Parallelerzählungen. Die erste handelt von einer Drogendealerin (Brigitte Lin Chin-hsia) und dem Polizisten 223 (Kaneshiro Takeshi), die zweite von der Imbissbudenangestellten Faye (Fay Wang) und dem Polizisten 663 (Tony Leung Chiu-wai).
Die Bilder aus Wong Kar-Wais Chungking Express lassen sich als filmisch inszenierte Reizüberflutung beschreiben. Die ruhelose Handkamera führt den Betrachter in den unübersichtlichen Mikrokosmos des Hongkonger Geschäftsviertels Chungking House ein, ein Gewirr von kleinen Läden und schmalen Gängen, Bars, Imbissständen und Rolltreppen, das tags und nachts mit verschiedensten Besuchern gefüllt ist. Die Kameraführung verstärkt die Orientierungslosigkeit des Betrachters durch ihre hektischen Bewegungen, die ihm immer neue Reize vors Auge führen. Der Schnellimbiss „Midnight Express“ ist der einzige Ort des Films, an dem die Protagonisten und der Betrachter für kurze Zeit zur Ruhe kommen.
Die Handlung in Chungking Express ist nicht den Regeln der klassischen Dramaturgie unterworfen. Der Film setzt sich aus lose verknüpften Erzählfragmenten zusammen. Der erste Teil des Films erzählt die Geschichte einer Drogendealerin, deren geplantes Schmuggelgeschäft fehlschlägt, und die des liebeskranken Polizisten mit der Dienstnummer 223. Zufällige Begegnungen in Chungking House verbinden die Erzählstränge des ungleichen Paares. Einmal kreuzen sich ihre Wege in einer engen Passage, wo sie versehentlich aneinander stoßen, ein anderes Mal besuchen sie dieselbe Bar.
A. Methodik: Einführung in die Zielsetzung, die untersuchten Filme sowie die zentralen Untersuchungsparameter wie Kameraarbeit und Montage.
B. Die bisherige Zusammenarbeit von Wong Kar-wai und Christopher Doyle: Überblick über die Karriereanfänge, die Entwicklung der künstlerischen Partnerschaft und den Erfolg des Duos.
C. Die Stadt und ihr Kino: Analyse des gesellschaftlichen und kulturellen Umfelds von Hongkong als zentraler Ort der Filmproduktion.
1. Dekonstruktion: Untersuchung der fragmentarischen Erzählweise und der losen Verknüpfung von Erzählsträngen in den Filmen.
2. Wiederholung und Variation: Betrachtung der Bedeutung von rituellen Wiederholungen und variierten Sequenzen für die Charakterisierung und Rhythmisierung.
3. Nähe und Ferne: Erforschung der Diskrepanz zwischen physischer Nähe im städtischen Raum und emotionaler Isolation der Protagonisten.
4. Leitmotive: Analyse der Funktion von wiederkehrenden Elementen wie Daten, Konsumgütern und Uhren als Bedeutungsträger.
5. Metaphorische Bilder: Deutung spezifischer visueller Motive und ihrer symbolischen Aufladung im filmischen Kontext.
6. Die Darstellung der Zeit: Untersuchung der manipulativen Zeitdarstellung durch Zeitlupe, Zeitraffer und deren Auswirkung auf das Zeitgefühl.
7. Der Charakter der Filme: Zusammenfassende Betrachtung der visuellen und inhaltlichen Merkmale, unterteilt in Farbigkeit und Kamerastil.
8. Schlusswort: Fazit über die Bedeutung der Filme als Mikrokosmen und Reflexion der menschlichen Suche nach privatem Glück.
9. Literaturverzeichnis: Auflistung der verwendeten Quellen und Fachliteratur.
Wong Kar-wai, Christopher Doyle, Hongkong-Kino, Filmästhetik, Montage, Zeitlupe, Einsamkeit, Dekonstruktion, Stadtfilm, Identität, Leitmotiv, Handkamera, Filmtheorie, Narrative Struktur, Moderne.
Die Arbeit analysiert die spezifischen filmischen Gestaltungsmittel von Wong Kar-wai und Christopher Doyle anhand ihrer gemeinsamen Filme, um deren einzigartigen Stil zu entschlüsseln.
Die zentralen Themen sind die Dekonstruktion narrativer Strukturen, die Darstellung von Zeit und Raum, die Rolle von Leitmotiven sowie die Einsamkeit der Individuen in der modernen Großstadt.
Das Ziel ist es, die künstlerischen Mittel des Duos sichtbar zu machen, unbewusste Wirkungsweisen ihrer Bildgestaltung zu ergründen und die spezifischen Regelmäßigkeiten in ihrem Schaffen aufzuzeigen.
Es wird eine filmwissenschaftliche Analyse angewandt, die den Fokus auf Kameraführung, Montage, visuelle Motive und die akustische Gestaltung der untersuchten Filme legt.
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von Dekonstruktion, Wiederholung, Nähe und Ferne, die Funktion von Leitmotiven, den Einsatz metaphorischer Bilder sowie die besondere Darstellung der Zeit.
Die wichtigsten Begriffe sind Wong Kar-wai, Hongkong-Kino, Filmästhetik, Montage, Zeitdarstellung, Identität und Großstadt.
Die Filme spiegeln die Unsicherheit der Bevölkerung angesichts der politischen Umbrüche und die Entfremdung in einer kapitalistischen Konsumgesellschaft wider, auch wenn diese Themen oft eher assoziativ und atmosphärisch als direkt politisch behandelt werden.
Diese Techniken dienen nicht nur der ästhetischen Gestaltung, sondern manipulieren den natürlichen Zeitfluss, um das subjektive Zeitempfinden und die emotionale Verfassung der Charaktere sowie ihre Isolation innerhalb der hektischen Großstadt erfahrbar zu machen.
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