Masterarbeit, 2016
107 Seiten, Note: 1,3
Medien / Kommunikation - Public Relations, Werbung, Marketing, Social Media
1. Einleitung
2. Forschungsstand und Methodik
3. Schriftbildlichkeit
3.1 Definition und Funktionsweise von Schrift
3.2 Konstitutive Attribute und Folgen
3.3 Schriftbildlichkeit als modifiziertes Zeichenmodell
3.4 Typografie
4. Werbeanzeige als Instrument der Werbung
4.1 Zielgruppe
4.2 Sprachliche Instrumente eines Werbekommunikats
4.3 Werbeanzeige als Massenkommunikation
4.4 Publizistik
5. Printmedium
5.1 DER SPIEGEL als Werbeträger
5.2 Struktur
5.3 Layout eines Nachrichtenmagazins am Beispiel des SPIEGEL
6. Zwischenergebnis
7. Analyse
7.1 Sympathischer Produktcharakter
7.1.1 Techniker Krankenkasse
7.1.2 DiBaDu
7.1.3 Freistaat Thüringen
7.2 Sachlicher Produktcharakter
7.2.1 Frankfurter Allgemeine Zeitung
7.2.2 Telekom
7.2.3 Deutsche Bank
7.3 Gehobener Produktcharakter
7.3.1 Dornbracht
7.3.2 Samsung
7.3.3 Miele
7.3.4 Rado
7.4 Kraftvoller Produktcharakter
7.4.1 BMW
7.4.2 Audi
7.4.3 Volkswagen
8. Fazit
Die Arbeit untersucht, ob das Schriftbild von Werbeanzeigen in Printmedien gezielt an das jeweilige Printmedium individualisiert wird oder ob sich die Gestaltung stattdessen am Genre des Magazins und dessen Zielgruppe orientiert. Hierzu wird eine qualitative Analyse des Schriftbilds ausgewählter Werbeanzeigen im Nachrichtenmagazin DER SPIEGEL durchgeführt.
3.1 Definition und Funktionsweise von Schrift
Lexikalisch wird Schrift definiert als „ein Verfahren der Aufzeichnung oder Einprägung von Information (digitaler und analoger) auf oder in einen Träger“3. Sie dient der materiellen Speicherung von Gedanken4, weshalb Krämer der Schrift die Fähigkeit zuschreibt zu visualisieren, das heißt, Unsinnliches wahrnehmbar zu machen.5 Aus diesem Grund wird ihr auch eine konservierende Funktion zugeschrieben. Angesichts der im Folgenden erläuterten Operabilität von Schrift ist eine Verständigung in der Gesellschaft möglich6, das heißt, Informationen, Gedanken etc. werden festgehalten und gleichzeitig die Grundlage für ein kulturelles Gedächtnis7 geschaffen. Schrift ermöglicht darüber hinaus die Planung von Kommunikation:8 „Die geschriebene Sprache gibt die Möglichkeit, den Sprach-Denk-Prozeß bis ins Detail exakt zu planen und kritischer Kontrolle zu unterziehen.“9 Elementar für die weitere Erläuterung ist ein Verständnis dessen, wie Schrift funktioniert. Saussures Zeichenmodell, bei dem die Schrift der Darstellung von Sprache dient, ist hierbei hilfreich. Als visuell wahrnehmbares Medium steht Schrift in Form alphabetischer Zeichen als abstrakter Repräsentant10 (Bezeichnendes) für etwas (Bezeichnetes). Mit dem sprachlichen Zeichen ist die Vorstellung von einer Sache mit einem Lautbild verbunden. Die Verbindung von Zeichen und Lautbild und der dahinterliegenden Bedeutung ist arbiträr.11 Die Rückordnung der Repräsentanten auf das Lautbild und dessen Bedeutung erfolgt nach visueller Wahrnehmung vermöge der Kenntnis gleichbleibender Konventionen hinsichtlich des verwendeten Zeicheninventars und der Kombinationsregeln12.
1. Einleitung: Hier wird die Forschungsfrage eingeführt, ob Werbeanzeigen individuell an Printtitel angepasst werden, und die Struktur der Untersuchung dargelegt.
2. Forschungsstand und Methodik: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über die bestehende Schrifttheorie sowie typografische Forschungsansätze und erläutert das Vorgehen zur Analyse der Werbeanzeigen.
3. Schriftbildlichkeit: Es wird definiert, was Schrift ist, wie sie funktioniert und welchen Bildcharakter sie aufgrund ihrer Materialität und visuellen Gestaltung besitzt.
4. Werbeanzeige als Instrument der Werbung: Das Kapitel erläutert die Bedeutung von Werbung, das Konzept der Zielgruppe und wie Werbeanzeigen als Massenkommunikation in Printmedien fungieren.
5. Printmedium: Hier werden Merkmale von Printmedien beschrieben, wobei DER SPIEGEL als beispielhafter Werbeträger hinsichtlich seiner Struktur und seines Layouts detailliert analysiert wird.
6. Zwischenergebnis: Eine erste Voruntersuchung falsifiziert die These der Individualisierung pro Einzeltitel.
7. Analyse: In diesem Kernkapitel erfolgt die qualitative Untersuchung ausgewählter Werbeanzeigen, gruppiert nach ihrem Produktcharakter (sympathisch, sachlich, gehoben, kraftvoll).
8. Fazit: Die Ergebnisse werden zusammengefasst: Das Schriftbild richtet sich primär nach Zielgruppenmerkmalen und dem Genre, wobei Ähnlichkeiten oder bewusste Kontraste zum redaktionellen Layout entstehen.
Schriftbildlichkeit, Typografie, Werbeanzeige, Printmedium, DER SPIEGEL, Zielgruppe, Produktcharakter, Massenkommunikation, Werbesprache, Layout, Schriftgestaltung, Leseführung, Konnotation, Corporate Design, Semiotik
Die Arbeit analysiert die visuelle Gestaltung von Werbeanzeigen in Printmedien, insbesondere unter dem Aspekt, ob und wie Schriftbild und Typografie gezielt zur Kommunikation von Produktcharakteren und zur Ansprache bestimmter Zielgruppen eingesetzt werden.
Zentrale Felder sind die Schrifttheorie (Schriftbildlichkeit), die Werbetypografie, die Funktion von Printmedien als Werbeträger sowie die typologisierte Analyse von Werbeanzeigen nach verschiedenen Produktcharakteren.
Die Forschungsfrage lautet, ob Werbeanzeigen spezifisch an das Layout einzelner Printtitel angepasst werden oder ob sich ihre Gestaltung allgemeiner nach dem Genre des Mediums und der anvisierten Zielgruppe richtet.
Es wird eine qualitative Analyse durchgeführt, bei der ausgewählte Werbeanzeigen aus einer Ausgabe des Nachrichtenmagazins DER SPIEGEL anhand typografischer und gestalterischer Parameter untersucht und in eine Typologie eingeordnet werden.
Im Hauptteil werden theoretische Grundlagen zu Schrift und Werbung erarbeitet, das Nachrichtenmagazin DER SPIEGEL als beispielhafter Werbeträger analysiert und schließlich vier Kategorien von Produktcharakteren (sympathisch, sachlich, gehoben, kraftvoll) anhand konkreter Anzeigenbeispiele untersucht.
Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Schriftbildlichkeit, Typografie, Werbeanzeige, Zielgruppe, Produktcharakter und Printmedien-Layout.
Sympathische Produkte setzen eher auf rundliche, weich wirkende Grotesk-Schriften, während sachliche Produkte durch eine gradlinige Linienführung und reduzierte Gestaltung auffallen, um Schnelligkeit und Nüchternheit zu kommunizieren.
Das SPIEGEL-Layout dient als redaktioneller Kontext; die Untersuchung zeigt, dass Anzeigen entweder bewusst Ähnlichkeiten zum Layout suchen oder aber durch starke Kontraste zur redaktionellen Gestaltung Aufmerksamkeit erzielen wollen.
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