Bachelorarbeit, 2017
100 Seiten, Note: 1,0
1 Einleitung
2 Thematische Eingrenzung und Stand der Forschung
2.1 Anforderungen von Kindertageseinrichtungen bezüglich sozialer Ungleichheiten
2.2 Das pädagogische Fachpersonal
2.3 Die Umsetzung von Professionalität in der Praxis
3 Zentrale Fragestellung und Zielsetzung
4 Methodisches Vorgehen
4.1 Wahl der Methoden
5 Ergebnisse
5.1 Erzieherin 1
5.2 Erzieherin 2
6 Ausblick
6.1 Geltungsbereich und Grenzen der Methode
6.2 Reflexion der Untersuchung
6.3 Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht, ob in einer Kindertageseinrichtung alle Kinder den gleichen Zugang zu Möglichkeiten haben oder ob dieser durch wertendes Verhalten des pädagogischen Fachpersonals eingeschränkt wird.
Szene 1: „Im Freispiel auf dem Schoß“
Kind 1 sitzt entspannt und mit lockerer Körperhaltung auf dem Schoß von Erzieherin 1. Erzieherin 1 hat Kind 1 auf dem Schoß und beugt sich mit dem Oberkörper leicht vornüber, sodass sie die Autos erreichen kann, die vor ihnen auf dem Teppich liegen. Unvermittelt steht Erzieherin 1 auf. Sie setzt Kind 1 mit beiden Händen neben sich, und steht auf. Dieser Prozess wird nicht von Sprache begleitet. Sie geht zu einem Schrank, holt dort ein Heft hervor und notiert etwas. Währenddessen hat Kind 1 selbstständig in ein eigenes Spiel gefunden, das Spielzeug- Pferde mit einschließt. Es sitzt auf dem Bauteppich, die Körperhaltung ist entspannt. Die Trennung von der Erzieherin hat es ohne besondere Reaktionen mitgemacht und diese auch nicht hinterfragt. Erzieherin 1 ist fertig mit dem Notieren, schaut sich um und taxiert Kind1 mit ihrem Blick. Sie sieht, dass es selbstständig spielt. Sie klappt das Heft zu, legt es beiseite und geht zu Kind 1. Sie bleibt vor dem Kind stehen, stemmt die Hände in die Hüfte und fragt, ob es wieder auf ihrem Schoß sitzen möchte oder ob sie sich daneben setzen soll. Ohne eine Antwort des Kindes abzuwarten, setzt sie sich dicht neben es.
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in das Thema Chancengleichheit in Kindertageseinrichtungen ein und stellt die zentrale Forschungsfrage nach dem Einfluss des Verhaltens des pädagogischen Fachpersonals.
2 Thematische Eingrenzung und Stand der Forschung: Das Kapitel beleuchtet theoretische Grundlagen zur sozialen Ungleichheit, das Anforderungsprofil pädagogischer Fachkräfte sowie den Begriff der Professionalität im Kontext frühkindlicher Bildung.
3 Zentrale Fragestellung und Zielsetzung: Hier wird die Forschungsfrage konkretisiert, die den Zugang von Kindern zu Möglichkeiten in Abhängigkeit von den Wertungen des Fachpersonals hinterfragt.
4 Methodisches Vorgehen: Es wird das Forschungsdesign beschrieben, welches auf teilnehmender Beobachtung und einer dokumentarischen Methode zur Auswertung der Interaktionen basiert.
5 Ergebnisse: Dieses Kapitel präsentiert die Analyse des beobachteten Verhaltens zweier Erzieherinnen anhand konkreter Szenen und unterscheidet dabei Kategorien wie Professionalität, Wertungen und Chancengleichheit.
6 Ausblick: Der Ausblick diskutiert die Ergebnisse, reflektiert die methodische Vorgehensweise und zieht ein Fazit über die Realisierbarkeit von Chancengleichheit in der pädagogischen Praxis.
Chancengleichheit, Kindertageseinrichtung, pädagogisches Fachpersonal, Diskriminierung, soziale Ungleichheit, Verhalten, Professionalität, Selbstreflexion, Beobachtung, Interaktion, Erzieherin, Machtstrukturen, Bildung von Anfang an, Heterogenität, Kindeswohl
Die Arbeit untersucht das Verhalten von pädagogischen Fachkräften in Kindertageseinrichtungen und dessen Einfluss auf die Chancengleichheit der betreuten Kinder.
Zentrale Themen sind soziale Ungleichheit, professionelles pädagogisches Handeln, Einstellungen und Werthaltungen von Erzieherinnen sowie die daraus resultierenden Auswirkungen auf die Entwicklung der Kinder.
Ziel ist es zu ermitteln, ob alle Kinder in einer Gruppe gleichen Zugang zu Möglichkeiten haben oder ob dieser durch wertendes Verhalten des Personals behindert wird.
Die Arbeit nutzt die qualitative Methode der teilnehmenden Beobachtung, die mittels der dokumentarischen Methode nach Bohnsack ausgewertet wird.
Der Hauptteil analysiert detailliert konkrete Alltagsszenen, in denen Erzieherinnen mit Kindern interagieren, und setzt diese in Bezug zu den theoretischen Anforderungen an Professionalität und Chancengleichheit.
Wichtige Begriffe sind Chancengleichheit, Diskriminierung, pädagogisches Fachpersonal, soziale Herkunft und Professionalität.
Die Untersuchung zeigt, dass Erzieherinnen Kinder tendenziell positiver bewerten, wenn sie einen höheren sozialen Status der Eltern wahrnehmen, und negativer, wenn sie Stereotype bezüglich Migrationshintergrund anwenden.
Adultismus beschreibt hier eine Machtasymmetrie, bei der Erwachsene ihre Autorität nutzen, um über Kinder hinweg zu entscheiden und deren Bedürfnisse ohne Berücksichtigung ihrer Mitsprache zu reglementieren.
Es ist alarmierend, da die Beobachtungen nahelegen, dass Chancengleichheit in der Praxis oft nicht umgesetzt wird und Erzieherinnen aufgrund mangelnder Selbstreflexion diskriminierende Verhaltensmuster aufweisen.
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