Bachelorarbeit, 2014
96 Seiten, Note: 1,9
Teil I – Thematische Einführung
1 Einleitung
1.1 Hinführung zum Thema
1.2 Ziel und Gang der Untersuchung
2 Grundlage und Funktionen der Unternehmensbewertung
2.1 Begriffsdeklaration der Unternehmensbewertung
2.1.1 Grundpositionen
2.1.2 Werttheorien
2.2 Bewertungsstandards und Bilanzierungsgrundsätze
2.3 Bewertungsfunktionen
2.4 Anlässe der Unternehmensbewertung
2.4.1 Ausgewählte Ereignisse
2.4.2 Handlungsempfehlung für ein Investment
2.5 Konsequenzen für das Management
2.6 Praxisrelevante Bewertungsverfahren im Überblick
Teil II – Ausgewählte Bewertungsansätze
3 Unternehmensbewertung mittels DCF-Methode
3.1 Grundlegender Ansatz der Discounted Cash Flow-Methode
3.1.1 Definition und Historie
3.1.2 Vorstellung differenzierter Verfahrensansätze
3.2 WACC-Approach
3.2.1 Konzeptioneller Rahmen
3.2.2 Formelseitige Erläuterung
3.2.2.1 Grundgleichung
3.2.2.2 FCF-Ermittlung
3.2.2.3 WACC-Ermittlung
3.2.2.4 Ewige Rente, Planungshorizont und Wachstumsrate
3.2.3 Handlungsabfolge für die praktische Durchführung
4 Unternehmensbewertung mittels EVA-Ansatz
4.1 Grundlegende Struktur des Economic Value Added-Ansatzes
4.1.1 Definitorische Bestimmung und Anwendungsbereiche
4.1.2 Bezugsgrundlage des Verfahrens
4.2 Betrachtung des EVA im Detail
4.2.1 Formelseitige Erläuterung
4.2.1.1 Grundgleichung von EVA nach der Capital-Charge-Formel
4.2.1.2 NOPAT-Berechnung
4.2.1.3 Konversionen
4.2.1.4 Kapitalkostenberechnung
4.2.1.5 Value-Spread-Formel zur EVA-Ermittlung
4.2.2 Market Value Added
4.2.3 Überführung des Market Value Added zum Unternehmenswert
Teil III – Vergleich der Verfahren und praktische Anwendung
5 Konfrontation der Ansätze und praxisnahe Umsetzung
5.1 Inhaltlicher Vergleich der Modelle durch eine vergleichende Analyse
5.1.1 Gegenüberstellung anhand ausgewählter Faktoren
5.1.2 Beurteilung der Stärken und Schwächen der Ansätze
5.1.2.1 Discounted Cash Flow
5.1.2.2 Economic Value Added
5.1.3 Indikationen aus der Bewertungspraxis durch Experteninterviews
5.2 Wertevergleich anhand der Bewertung der MVV Energie AG
5.2.1 Differenzen zwischen Theorie und Praxis – Das Lücke Theorem
5.2.2 Bewertung der MVV Energie AG
5.2.2.1 MVV Energie AG als Bewertungsobjekt
5.2.2.2 Unternehmenswertbestimmung mit DCF- und EVA-Verfahren
5.2.3 Ergebniskonfrontation
Teil IV – Conclusio
6 Schlussbetrachtung
6.1 Gewonnene Erkenntnisse in Bezug auf die Forschungsfragen
6.2 Kritische Reflexion und Ausblick
Die vorliegende Arbeit untersucht die Praktikabilität der Discounted Cash Flow-Methode (DCF) und des Economic Value Added-Ansatzes (EVA) zur Unternehmensbewertung aus der Sicht eines externen Investors. Ziel ist es, durch eine theoretische Analyse sowie eine praktische Anwendung auf die MVV Energie AG ein Stimmungsbild über die Eignung dieser Verfahren im realen Transaktionsgeschäft zu erstellen.
3.2.1 Konzeptioneller Rahmen
„Bei [der] Anwendung des WACC-Ansatzes wird der Unternehmensgesamtwert durch Diskontierung der periodenspezifischen Free Cash Flows ermittelt“ und falls vorhanden, der Wert des nicht betriebsnotwendigen Vermögens zum Gesamtkapitalwert addiert. Der Ansatz des durchschnittlich gewichteten Kapitalkostensatzes, wie der Weighted Average Cost of Capital auch genannt wird, ist eine Kennzahl, die als langfristige ökonomische Untergrenze für die operativ erwirtschaftete Rendite verstanden wird. Er bezieht, als Mischzinsfuß, die Relation von Fremdkapital zu Eigenkapital ein. „Während sich die Fremdkapitalkosten aus den tatsächlichen Konditionen der Unternehmensschulden ergeben, leiten sich die Eigenkapitalkosten aus dem Capital Asset Pricing Model ab“, auf das im nachfolgenden Gliederungspunkt 3.2.2 im Detail eingegangen wird.
Somit ist der Diskontsatz von der Kapitalstruktur des Unternehmens abhängig. Dies steht im Konflikt zum Modigliani-Miller-Theorem, welches die Irrelevanz der Kapitalstruktur in einem vollkommenen Markt mit neutralen Steuern in Bezug auf den Unternehmenswert beweist. Da der reale Markt jedoch unvollkommen ist und es Steuern gibt, wird diese Theorie hier nicht weiter betrachtet. Hingegen liegt ein besonderes Augenmerk auf dem Fremdkapitalanteil, da dieser auf die Steuerbelastung einwirkt. Die als Fremdkapitalkosten verbuchten Zinsen werden als Aufwand einer Unternehmung verstanden und reduzieren dadurch das Ergebnis vor Steuern; folglich die Steuerlast. Durch diese Wirkungskette hat die Finanzierungsstruktur eines Unternehmens einen wesentlichen Einfluss auf die Cash Flows. Der hierbei generierte Wertvorteil wird als Tax Shield bezeichnet.
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die zunehmende Bedeutung der wertorientierten Unternehmenssteuerung in einem globalisierten Umfeld und definiert die Forschungsfrage bezüglich der Praktikabilität gängiger Bewertungsmodelle.
2 Grundlage und Funktionen der Unternehmensbewertung: Dieses Kapitel erläutert die theoretischen Begriffsdefinitionen, Bewertungsstandards sowie die wesentlichen Funktionen und Anlässe einer professionellen Unternehmensbewertung.
3 Unternehmensbewertung mittels DCF-Methode: Hier wird der DCF-Ansatz, insbesondere der WACC-Approach, methodisch hergeleitet und seine konzeptionelle Anwendung für Investitionsentscheidungen erläutert.
4 Unternehmensbewertung mittels EVA-Ansatz: Das Kapitel führt in den EVA-Ansatz ein, beschreibt die notwendigen Konversionen zur Anpassung von Bilanzdaten und stellt die Logik des wertbasierten Performancemaßes dar.
5 Konfrontation der Ansätze und praxisnahe Umsetzung: Dieser Teil vergleicht die beiden Modelle inhaltlich, reflektiert Expertenmeinungen aus der Praxis und testet die Verfahren durch eine konkrete Anwendung auf die MVV Energie AG.
6 Schlussbetrachtung: Das Abschlusskapitel fasst die Ergebnisse zusammen, beantwortet die Forschungsfragen und reflektiert kritisch die Eignung der untersuchten Bewertungsmethoden für externe Investoren.
Unternehmensbewertung, Discounted Cash Flow, Economic Value Added, WACC, Shareholder Value, MVV Energie AG, Unternehmenssteuerung, Kapitalmarkttheorie, Investition, M&A, NOPAT, Free Cash Flow, Unternehmenswert, Performance, Rendite
Die Arbeit untersucht, wie zwei verbreitete wissenschaftliche Bewertungsverfahren – das DCF-Verfahren und der EVA-Ansatz – in der praktischen Anwendung von Investoren genutzt werden können.
Die Schwerpunkte liegen auf der methodischen Herleitung des Unternehmenswerts, dem Verständnis von Kapitalkosten, der Analyse von Cashflows und Gewinngrößen sowie der praktischen Herausforderung bei der Prognose zukünftiger Unternehmenserfolge.
Das Ziel ist die Beantwortung der Forschungsfrage, wie praktikabel DCF- und EVA-Modelle für einen externen Investor sind, der nur über eine eingeschränkte Informationslage verfügt.
Neben der theoretischen Herleitung und dem Literaturvergleich nutzt der Autor Experteninterviews mit Praktikern und führt eine praktische Fallstudie zur Bewertung der MVV Energie AG durch.
Der Hauptteil gliedert sich in die formelseitige Erläuterung der beiden Bewertungsansätze (DCF und EVA), einen systematischen Vergleich dieser Modelle sowie die praktische Anwendung und Ergebniskonfrontation anhand eines konkreten Unternehmensbeispiels.
Zentrale Begriffe sind Unternehmensbewertung, Discounted Cash Flow, Economic Value Added, Shareholder Value, Kapitalkosten, Investitionsentscheidung und Performance.
Während der DCF-Ansatz stark zukunftsorientiert auf Cashflows basiert, greift der EVA-Ansatz auf periodengerechte Gewinngrößen zurück, was ihn für manche Anwender „näher“ am internen Rechnungswesen erscheinen lässt.
Die MVV Energie AG bietet als börsennotiertes Unternehmen mit einer klaren strategischen Ausrichtung und publizierten Daten die ideale Basis, um die theoretischen Modelle in einer realen Anwendungssituation gegenüberzustellen.
Ja, der Autor stellt fest, dass der DCF-Ansatz in der Praxis eine höhere Verbreitung findet und für Investoren als Standardwerkzeug gilt, während der EVA-Ansatz zwar als interessante Kennzahl wahrgenommen, aber selten isoliert für Akquisitionsentscheidungen angewendet wird.
Das Lücke-Theorem besagt, dass die Diskontierung von Zahlungsströmen (DCF) und von residualen Gewinnen (EVA) theoretisch zu identischen Unternehmenswerten führen müsste, was der Autor in seiner praktischen Anwendung kritisch hinterfragt.
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