Bachelorarbeit, 2016
69 Seiten, Note: 3,0
1. Einleitung
1.1. Problemstellung / aktuelle Diskussion
1.2. Zielsetzung und Fragestellung
1.3. Methodik
2. Das bedingungslose Grundeinkommen
2.1. Definition
2.2. Arbeit im Wandel
2.3. Historische Entwicklung des Grundeinkommens
2.4. Grundeinkommensmodelle
2.4.1 Modell der negativen Einkommensteuer von Milton Friedman
2.4.2 Solidarisches Bürgergeld von Dieter Althaus
2.4.3 Ansatz von Götz Werner und Benediktus Hardorp
3. Gründe für ein bedingungsloses Grundeinkommen und aktuelle Beispiele
3.1. Argumente für die Einführung eines bedingungslosen Grundeinkommens
3.2. Länder mit aktuellem Bezug zum bedingungslosem Grundeinkommen
3.2.1 Namibia
3.2.2 Finnland
3.2.3 Schweiz
3.2.4 Ausblick Kenia
4. Finanzierung eines bedingungslosen Grundeinkommens in Deutschland und mögliche nicht gewollte Anreize und Risiken
4.1. Derzeitige Transferleistungen für die Existenzsicherung in Deutschland
4.2. Wie viel würde das bedingungslose Grundeinkommen Deutschland kosten? – eine Beispielrechnung
4.3. Argumente gegen ein bedingungsloses Grundeinkommen sowie mögliche Risiken
5. Kritische Bewertung
Fazit und Ausblick
Die Arbeit untersucht das Konzept des bedingungslosen Grundeinkommens (BGE) im Kontext des Wandels der Erwerbsarbeit, beleuchtet verschiedene Finanzierungsmodelle und analysiert die ökonomischen sowie sozialen Auswirkungen, um die zentrale Forschungsfrage zu beantworten, ob und wie ein BGE als Antwort auf technologische Arbeitslosigkeit und gesellschaftliche Veränderungen implementiert werden könnte.
2.1. Definition
Der Begriff des BGE ist ein weltweit diskutiertes Thema. Experimente hierfür gab es auf fast jedem Kontinent. Es gibt mehrere Formen der Realisierung sowie Bezeichnungen wie z.B. Basic Income Guarantee (BIG), Soziale Dividende, das bedingungslose Einkommen als negative Einkommensteuer oder aber auch den Begriff des solidarischen Bürgergelds.
Einer der ersten Versuche ein BGE zu integrieren war das Speenhamlandgesetz aus dem Jahr 1795. Es war in mehreren Grafschaften in England bis ins Jahr 1834 wirksam gewesen. Es lautete wie folgt:
„[When the gallon loaf of bread of a definite quality] shall cost 1 shilling, then every poor and industrious person shall have for his support 3 shillings weekly, either procured by his own or his family's labour, or an allowance from the poor rates, and for the support of his wife and every other of his family, 1 shilling 6 pence; when the gallon loaf shall cost 1/6, then 4 shillings weekly, plus 1/10; on every pence which the bread price raises above 1 shilling he shall have 3 pence for himself and 1 pence for the others.“
Somit wurde in den betroffenen Grafschaften die Höhe eines Grundeinkommens an den jeweils geltenden Brotpreis gekoppelt um sicherzustellen, dass die Bevölkerung zumindest nicht verhungert. Dafür zu sorgen, dass das Volk nicht verhungern muss, ist bis heute in den meisten europäischen Ländern durch Existenzsicherungsmaßnahmen größtenteils so geblieben. Auch in unseren Breitengraden fallen jedoch Menschen durch das soziale Netz, weil Pensionen oder Arbeitslosenge-
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik der Erwerbsarbeit im Wandel ein und erläutert die Relevanz des Grundeinkommens in der aktuellen öffentlichen Diskussion.
2. Das bedingungslose Grundeinkommen: Dieses Kapitel definiert den Begriff, beschreibt den historischen Kontext und stellt verschiedene Modelle zur Umsetzung eines bedingungslosen Grundeinkommens vor.
3. Gründe für ein bedingungsloses Grundeinkommen und aktuelle Beispiele: Hier werden Argumente für die Einführung erläutert und praktische Erfahrungen aus internationalen Pilotprojekten in Namibia, Finnland, der Schweiz und Kenia analysiert.
4. Finanzierung eines bedingungslosen Grundeinkommens in Deutschland und mögliche nicht gewollte Anreize und Risiken: Dieses Kapitel untersucht die Kosten und Finanzierungsmöglichkeiten in Deutschland und setzt sich kritisch mit potenziellen negativen Auswirkungen und Risiken auseinander.
5. Kritische Bewertung: Hier werden die Erkenntnisse zusammengefasst und die kontroversen Aspekte der Umsetzung sowie die Ergebnisse der eigenen Umfrage bewertet.
Fazit und Ausblick: Diese abschließenden Betrachtungen fassen die wesentlichen Ergebnisse zusammen und wagen eine Prognose zur zukünftigen Entwicklung des Grundeinkommens im Kontext einer automatisierten Arbeitswelt.
Bedingungsloses Grundeinkommen, BGE, Erwerbsarbeit, Arbeitslosigkeit, Sozialstaat, Negative Einkommensteuer, Solidarisches Bürgergeld, Finanzierung, Automatisierung, Existenzsicherung, Sozialversicherung, Arbeitsmarkt, Umverteilung, Grundeinkommensmodelle, ökonomische Analyse
Die Arbeit befasst sich mit der ökonomischen und sozialen Analyse des Konzepts des bedingungslosen Grundeinkommens (BGE) als Antwort auf die Veränderungen in der modernen Arbeitswelt.
Die zentralen Felder sind die historische Entwicklung des BGE, die theoretische Definition, der Vergleich verschiedener Finanzierungsmodelle, internationale Praxiserfahrungen sowie die konkrete finanzielle Umsetzbarkeit in Deutschland.
Das Ziel ist es, den Wandel der Erwerbsarbeit aufzuzeigen und zu prüfen, ob ein bedingungsloses Grundeinkommen eine tragfähige und finanzierbare Lösung zur Existenzsicherung in einer zunehmend automatisierten Gesellschaft darstellt.
Es handelt sich um eine theoretische Auseinandersetzung, die auf einer umfassenden Literaturanalyse sowie der Auswertung aktueller internationaler Diskussionen und Projektdaten basiert, ergänzt durch eine eigene, nicht repräsentative Umfrage.
Im Hauptteil werden neben den theoretischen Grundlagen spezifische Modelle wie das Modell von Friedman oder Althaus vorgestellt, internationale Beispiele (Namibia, Finnland, Schweiz, Kenia) untersucht und eine Beispielrechnung für die Finanzierung in Deutschland durchgeführt.
Die Arbeit wird vor allem durch Begriffe wie bedingungsloses Grundeinkommen (BGE), Erwerbsarbeit, Sozialstaat, Finanzierbarkeit, Automatisierung und soziale Existenzsicherung geprägt.
Der Autor argumentiert, dass durch den technologischen Fortschritt und zunehmende Automatisierung die traditionelle Erwerbsarbeit zurückgeht, was neue soziale Sicherungssysteme wie das BGE notwendig machen könnte, um Arbeitslosigkeit und Armut entgegenzuwirken.
Zu den kritischen Argumenten zählen die Sorge vor einer massiven Steuererhöhung zur Finanzierung, das Risiko einer Flucht in die Schwarzarbeit, mögliche negative Auswirkungen auf die Arbeitsmotivation und die Gefahr, dass das Subsidiaritätsprinzip des bestehenden Sozialstaates ausgehöhlt wird.
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