Bachelorarbeit, 2015
86 Seiten, Note: 1,0
1 Einleitung
1.1 Hintergrund
1.2 Ziel der Arbeit
1.3 Aufbau der Arbeit
2 Grundlagen der Corporate Governance
2.1 Begriffliche Grundlagen
2.1.1 Shareholder und Stakeholder
2.1.2 Corporate Governance
2.1.3 Nachhaltige Unternehmensführung
2.1.4 Unternehmenserfolg
2.2 Kernprobleme der Corporate Governance
3 Messung der Corporate Governance
3.1 Messspektrum
3.2 Systematisierung von Messansätzen
3.3 Messansätze zur Beurteilung der Corporate Governance Compliance
3.3.1 Kodizes als Messgrundlage
3.3.1.1 Corporate Governance-Kodizes
3.3.1.2 Deutscher Corporate Governance Kodex
3.3.2 Scorecard und Rating als Messinstrumente
3.3.2.1 Grundlagen
3.3.2.2 DVFA-Scorecard
3.3.2.3 Ausgewählte kommerzielle Anbieter von Ratings
3.4 Eindimensionale Messansätze zur Beurteilung der Corporate Governance-Erfolgswirkung
3.4.1 Methodischer Ansatz
3.4.2 Ausgewählte empirische Studien
3.4.3 Zwischenfazit
3.5 Mehrdimensionale Messansätze zur Beurteilung der Corporate Governance-Erfolgswirkung
3.5.1 Methodischer Ansatz
3.5.2 Ergebnisse deutscher Studien
3.5.2.1 Drobetz/Schillhofer/Zimmermann (2003)
3.5.2.2 Mustaghni (2012)
3.5.2.3 Weitere Studien im Überblick
3.5.3 Ergebnisse internationaler Studien im Überblick
3.5.4 Zwischenfazit
3.6 Erklärungsansätze für unterschiedliche Ergebnisse der Corporate Governance-Messung
3.6.1 Begriffliche Defizite
3.6.2 Theoretische Defizite
3.6.3 Methodische Defizite
4 Bestimmung der Corporate Governance-Compliance für Unternehmen der deutschen Automobilindustrie
4.1 Ausgangslage und Zielsetzung
4.2 Erstellung Messansatz
4.2.1 Methodischer Ansatz
4.2.2 Aufbau der Scorecard
4.2.2.1 Struktur
4.2.2.2 Bewertungsansatz
4.2.2.2.1 Bewertungssystem zur Beurteilung der Einzelkriterien
4.2.2.2.2 Bewertungsskala zur CG-Compliance
4.2.2.3 Gewichtung
4.2.2.4 Datenaggregation
4.2.3 Scorecard Kategorien und Kriterien
4.3 Empirische Untersuchung
4.3.1 Durchführung der Untersuchung
4.3.1.1 Bestimmung und Auswertung der Datenquellen
4.3.1.2 Ermittlung der CG-Compliance
4.3.2 Ergebnis der Untersuchung
4.3.2.1 Ergebnis auf Ebene der Einzelkriterien
4.3.2.2 Ergebnis auf Ebene der CG-Kategorien
4.3.2.3 Ergebnis auf Ebene der Unternehmen
4.3.2.4 Ergebnis auf Ebene der Branche
4.3.3 Zwischenfazit
5 Fazit und Ausblick
Die Arbeit untersucht die Messbarkeit und Vergleichbarkeit von Corporate Governance (CG) Maßnahmen in Unternehmen. Ziel ist es, durch die Analyse bestehender empirischer Studien ein Verständnis für CG-Messansätze zu entwickeln und einen eigenen, auf dem Deutschen Corporate Governance Kodex basierenden Messansatz zu erstellen, um die Compliance führender deutscher Automobilhersteller empirisch zu evaluieren.
3.1 Messspektrum
Bevor konkret in das Thema der CG-Messung eingestiegen wird, soll ein konzeptioneller Rahmen geschaffen werden. Dieser zeigt wesentliche CG-Mechanismen auf und soll bei den Messansätzen zu einem besseren Verständnis für die Ansatzpunkte der CG-Messung führen.
Wie bereits erwähnt, steht das Unternehmen in einer Vielzahl von Beziehungen, aus denen sich konkrete Ansprüche oder Erwartungen ableiten. Mit Blick auf eine angemessene Unternehmensführung, ergibt sich daraus auch die Frage nach den wirkenden Disziplinierungseffekten. Aus organisationstheoretischen Überlegungen heraus lässt sich dabei zwischen unternehmensexternen und -internen Disziplinierungseffekten unterscheiden.
In der externen Beziehung können die Stakeholder – sofern möglich – den Austritt aus der Vertragsbeziehung als Disziplinierungsmittel einsetzen. Beispielsweise werden die Aktionäre ggf. bei Nichterfüllung ihrer Erwartungen ihre Anteile veräußern. Als weitere wesentlich wirkende externe Mechanismen können der Arbeitsmarkt für Manager, der Kapitalmarkt und die Produktmärkte genannt werden. Dadurch ergibt sich über Marktmechanismen, eine Einflussnahme auf das Unternehmen. Neben der Einflussnahme durch den Markt nimmt aber auch eine Vielzahl von Gesetzen und Kodizes Einfluss, die im Zusammenhang mit der CG geschaffen wurden. Diese wirken wie Leitplanken, innerhalb derer sich die Unternehmen bewegen sollen.
Innerhalb des Unternehmens wirken interne Mechanismen, die vom Unternehmen gestaltet werden. Dazu zählen insbesondere das Anreizsystem, die Aufsichtsratskontrolle und die internen Governance-Organe und Governance-Systeme. Eng in Zusammenhang dazu stehen die Organe (Vorstand, Aufsichtsrat, Hauptversammlung) des Unternehmens, da diese über ihre Steuerungs- und Kontrollfunktion maßgeblichen Einfluss auf CG-Aspekte innerhalb des Unternehmens haben.
CG kann somit als ein Spannungsfeld aus Vorgaben und Erwartungen an die Unternehmen und der Erfüllung dieser Ansprüche durch die Unternehmen gesehen werden. Der Erfüllungsgrad dieser Erwartungen lässt sich als CG-Güte verstehen. Aus betriebswirtschaftlicher Sicht ist dabei von Interesse, ob sich aus der CG-Güte oder einzelnen CG-Dimensionen Erfolgswirkungen nachweisen lassen.
1 Einleitung: Beschreibt den Hintergrund der Corporate Governance Diskussion, das Ziel der Arbeit sowie den methodischen Aufbau der Untersuchung.
2 Grundlagen der Corporate Governance: Erläutert die begrifflichen Grundlagen, wie Shareholder und Stakeholder, und definiert die Kernprobleme der Corporate Governance.
3 Messung der Corporate Governance: Analysiert den aktuellen Forschungsstand zu Messspektren, Systematisierungen, Kodizes sowie eindimensionalen und mehrdimensionalen Messansätzen und diskutiert deren Defizite.
4 Bestimmung der Corporate Governance-Compliance für Unternehmen der deutschen Automobilindustrie: Beschreibt die praktische Entwicklung eines Scorecard-Messansatzes auf Basis des DCGK und dessen Anwendung in einer empirischen Untersuchung deutscher Automobilhersteller.
5 Fazit und Ausblick: Fasst die Ergebnisse der Arbeit zusammen und gibt einen Ausblick auf den Bedarf an weiterer Forschung zur theoretischen Fundierung der Corporate Governance Messung.
Corporate Governance, Compliance, Messbarkeit, Vergleichbarkeit, DCGK, Scorecard, Automobilindustrie, Unternehmenserfolg, Shareholder, Stakeholder, Aufsichtsrat, Vorstand, Kodizes, Rating, Transparenz.
Die Bachelor-Thesis befasst sich mit der Messbarkeit und Vergleichbarkeit von Corporate Governance Maßnahmen in Unternehmen.
Zentral sind die begrifflichen Grundlagen der Corporate Governance, der aktuelle Stand der CG-Messung in der Forschung sowie die praktische Anwendung von Messinstrumenten in der Automobilindustrie.
Das Ziel ist die Analyse bestehender Messansätze sowie die Entwicklung und Anwendung eines eigenen Messinstruments zur Beurteilung der Corporate Governance Compliance für den DAX-Automobilsektor.
Es wird eine empirische Untersuchung durchgeführt, basierend auf einer Scorecard, die mittels öffentlich zugänglicher Informationen (wie Geschäftsberichte und Entsprechenserklärungen) auf Basis des Deutschen Corporate Governance Kodex erstellt wurde.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Aufarbeitung verschiedener Messansätze zur CG-Güte und Erfolgswirkung sowie eine praktische Analyse zur Bestimmung der Compliance bei BMW, Daimler und Volkswagen.
Wichtige Begriffe sind Corporate Governance, Compliance, DCGK, Scorecard, Automobilindustrie, Transparenz und Unternehmenserfolg.
Die Bewertung erfolgte über ein Punktesystem (0 bis 1 Punkt) für 39 Kriterien, die in fünf Hauptkategorien unterteilt wurden, um daraus einen prozentualen Erfüllungsgrad abzuleiten.
Die Studie zeigt eine insgesamt hohe Entsprechung zum DCGK bei den DAX-Automobilherstellern, wobei die Daimler AG das beste Ergebnis erzielte, gefolgt von der BMW AG und der Volkswagen AG.
Der Automobilsektor wurde gewählt, um eine möglichst hohe Vergleichbarkeit der Untersuchungsobjekte zu gewährleisten, da alle drei untersuchten Unternehmen (BMW, Daimler, VW) im DAX gelistet sind.
Die Arbeit weist auf methodische Probleme hin, wie etwa die begrenzte Aussagekraft der CG-Compliance hinsichtlich der tatsächlichen CG-Güte und die Abhängigkeit von der Qualität der verfügbaren Unternehmensinformationen.
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