Masterarbeit, 2016
98 Seiten, Note: 2,0
1 Einleitung
1.1 Zentrale Fragestellung
1.2 Methodische Vorgehensweise
2 Realität(en)
2.1 Objektive Realität
2.2 Subjektive Realität
2.3 Einflussfaktoren auf subjektive Realität
2.3.1 Sprache
2.3.2 Gesellschaft
2.3.3 Sozialisation
2.4 Zwischenfazit
3 Konstruktionen
3.1 Medizinische und neurologische Prozesse
3.2 Konstruktivismus
3.2.1 Radikaler Konstruktivismus
3.2.2 Sozialer Konstruktivismus
3.3 Das biologische System: Mensch
4 Identitäten
4.1 Entstehende und zerfallende Identitäten
4.2 Identitäten durch wahrgenommene Realitäten
4.2.1 „Cäsarenwahn“
4.2.2 Soziale Rollen
4.2.3 Behinderung
5 Schlussfolgerungen
6 Zusammenfassung
Die Arbeit untersucht die Annahme, dass Identität einen dynamischen Charakter aufweist, der durch umgebende Bedingungen beeinflusst wird, und analysiert, wie Menschen durch zirkuläre Wahrnehmungsprozesse ihre subjektive Realität und Identität konstruieren.
3.1 Medizinische und neurologische Prozesse
Organismen, gleich ob Einzeller oder mehrzellige Lebewesen, wie der Mensch, werden aus medizinischer Sicht als offene Systeme, welche mit den umgebenen Bedingungen interagieren, beispielsweise durch Nahrungsaufnahme sowie Ausscheidung von Endprodukten, bezeichnet. Diese Systeme regulieren und erhalten das innere Milieu somit aufrecht, was einer integrativen Vernetzung spezialisierter Systeme (Zellen, Organe usw.) bedarf und unter Anderem durch „... humorale Informationsübermittlung (Hormone) und elektrische Signalübertragung im Nervensystem ...“ erfolgt. Eine besondere Bedeutung kommt dabei dem Zentralnervensystem zu. Zum Einen werden äußere Reize, in Form von direkten Einflüssen, aber auch von indirekten Bedingungen, durch die periphere Sensorik, verarbeitet. Zum Anderen ist es ebenfalls das Zentralnervensystem, welches die Ergebnisse innerer Prozesse als Effekte nach außen richtet.
Die Verarbeitungsprozesse des Zentralnervensystems sind dabei aber nicht ausschließlich darauf ausgerichtet, dem Organismus durch Aufnahme von Nahrung und Abgabe von Endprodukten das überleben zu sichern. Vielmehr sind diese drauf ausgerichtet, dass Verhalten, wie Sorge um den Nachwuchs, Integration und Interaktion in sozialen Systemen, aber auch der Ausdruck, die Verarbeitung und vor allem das Entstehen von Gefühlen und Selbstwahrnehmung, zu steuern. Die Steuerung, kooperierender funktional Differenzierter biologischer Systeme, wird im Organismus mittels negativer Rückkopplung, also Regelung, bezeichnet.
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik der Identitätsbeständigkeit ein und skizziert die methodische Vorgehensweise sowie die zentrale Fragestellung der Arbeit.
2 Realität(en): Das Kapitel erarbeitet den Begriff der Realität, differenziert zwischen objektiven und subjektiven Formen und untersucht Faktoren wie Sprache und Gesellschaft.
3 Konstruktionen: Hier werden die physiologischen Grundlagen der Reizverarbeitung sowie die Theorien des Radikalen und Sozialen Konstruktivismus ausführlich analysiert.
4 Identitäten: Dieser Teil befasst sich mit der Entstehung von Identitäten, insbesondere durch wahrgenommene Realitäten und soziale Rollen.
5 Schlussfolgerungen: Die Arbeit fasst die Ergebnisse zusammen und kommt zu dem Schluss, dass Identität eine dynamische Konstruktion auf Basis neuronaler Prozesse und gesellschaftlicher Einflüsse ist.
6 Zusammenfassung: Eine kurze Übersicht über die zentralen Erkenntnisse hinsichtlich der Interaktion von individueller Wahrnehmung und gesellschaftlichen Konstrukten.
Identität, Ich-Konstruktion, Konstruktivismus, Subjektive Realität, Sozialisation, Wahrnehmung, Zentralnervensystem, Systemtheorie, Sprache, Autopoiesis, Soziale Rollen, Viabilität, Kognitive Entwicklung, Interaktion, Neurologie.
Die Arbeit untersucht die Konstruktion von Identität unter dem Einfluss von wahrgenommenen Realitäten und beleuchtet, wie individuelle Prozesse und soziale Bedingungen dabei zusammenspielen.
Zu den Kernbereichen zählen die erkenntnistheoretischen Ansätze des Konstruktivismus, die Bedeutung von Sprache als Hintergrundsystem sowie die neurobiologischen Grundlagen menschlicher Reizverarbeitung.
Das Ziel ist es, zu ergründen, ob Identität ein dynamischer Prozess ist, wie sie entsteht und welche externen sowie internen Faktoren diesen Prozess maßgeblich beeinflussen.
Es handelt sich um eine theoretische Abhandlung, die Erkenntnisse aus den Geistes- und Sozialwissenschaften (Konstruktivismus, Systemtheorie) mit medizinisch-neurologischen Forschungsergebnissen verknüpft.
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse von Realitätsformen, die Untersuchung der Konstruktionsprozesse im menschlichen Organismus und die Identitätsbildung durch gesellschaftliche und soziale Strukturen.
Zentrale Begriffe sind Identität, Konstruktivismus, Autopoiesis, Viabilität, Sozialisation, Selbstkonstruktion und das biologische System Mensch.
Der Autor argumentiert, dass Realität nicht objektiv gegeben ist, sondern vom Individuum als Ergebnis zirkulärer, neurobiologischer und sozialer Unterscheidungsprozesse konstruiert wird.
Der Begriff "Behinderung" wird als Ergebnis einer subjektiven Konstruktion bewertet, bei der die Interaktion in bestimmten Punkten gehemmt ist, statt eine Eigenschaft der Person selbst zu sein.
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