Diplomarbeit, 2014
203 Seiten, Note: 2,0
1 Einleitung
2 Der Verein Hoffenheim
2.1 Vereinshistorie
2.2 Personen
2.3 Infrastruktur
2.4 Region
3 Aktueller Stand der Forschung
4 Methodische Überlegungen
4.1 Theorie
4.1.1 Diskursanalyse
4.1.2 Inhaltsanalyse
4.1.3 Grounded Theory
4.1.4 Untersuchungsmedium
4.2 Vorgehensweise
4.2.1 Presseanalyse
4.2.2 Weblogs
4.2.2.1 Feinanalyse der Weblogs
4.2.2.2 Diskussion im Kommentarteil
4.2.3 Ergebnis
5 Analyse
5.1 Mediendarstellung
5.1.1 Gattungsspezifische Beobachtungen:
5.2 Wahrnehmung des Vereins aus Fanperspektive
5.2.1 Exkurs Fans
5.2.1.1 Allgemein
5.2.1.2 Fußballfans
5.2.1.3 Traditionalisten vs. Eventfans
5.2.2 Exkurs Weblog
5.2.2.1 Theoretische Überlegungen
5.2.2.2 Praktische Umsetzung
5.2.3 Webloganalyse
5.2.3.1 Blog 1 Ist Hoffenheim böse???
5.2.3.2 Blog 2: Tradition!
5.2.3.3 Blog 3: Fanblo(ck)g: „Tradition? Pfui!“
5.2.3.4 Blog 4: Scheiß auf Tradition
5.2.3.5 Blog 5: Fan sein
5.2.3.6 Blog 6: Tradition, Retorte – ohne Worte!
5.2.3.7 Gattungsspezifische Beobachtungen
6 Ergebnisse
6.1 Konzept
6.2 Sympathisanten
6.3 Gegner
6.4 Retortenklub/ Werksverein
6.5 Ära Rangnick
6.6 Strukturelle Gegebenheiten
6.7 Region
6.8 Chancengleichheit
6.9 Hopp
6.10 Traditionsaspekt
6.11 Fankultur
6.12 Fan-Sein
6.13 Kommerzialisierung
6.14 Neidaspekt
6.15 Zukunftsprognosen
7 Fazit
7.1 Zusammenfassung der Analyse
7.1.1 Exkurs: Möglichkeiten der Anschlussforschung
7.2 Prognose und Ausblick
Die vorliegende Arbeit untersucht das „Konzept Hoffenheim“ aus einer soziologischen Perspektive, um zu ergründen, warum der Verein ein ständiges Konfliktthema innerhalb der Fußballanhängerschaft darstellt. Ziel ist es, den Gesamtdiskurs zu identifizieren, die verschiedenen Positionen von Fans und Medien gegenüberzustellen und die Rolle des Vereins in der modernen Entwicklung des Profifußballs zu beleuchten.
1 Einleitung
„Hoffenheim braucht die Bundesliga nicht zwingend.“ (SPONSORs Verlags GmbH online; Watzke:2013 25:19Min), diese Aussage des Geschäftsführers von Borussia Dortmunds Hans-Joachim Watzke steht symptomatisch für eine weit verbreitete Denkweise und spricht bundesweit vielen Fußballfans aus der Seele. Wohl kein anderer Verein in der Geschichte des deutschen Fußballs hat die Fußballgemeinschaft derart gespalten wie die TSG 1899 Hoffenheim. Doch was ist so speziell am Phänomen Hoffenheim, dass ein so kleiner „Dorfverein“ eine solche Aufmerksamkeit erhält und stets Gegenstand solch kontroverser Diskussionen ist?
Die polarisierende Wirkung des Emporkömmlings, der sich aufmachte, um sich vom Image der „grauen Maus“ zu befreien und sich zu einem europäischen Topverein zu entwickeln, zeigt sich in einem vielseitigen und weit verzweigten Diskurs. Dieser zeichnet sich in der öffentlichen Wahrnehmung der Medien, der Fans und anderer Vereine ab. Handelt es sich für die einen um einen seelenlosen Plastikverein aus der Provinz – ohne Emotion, Tradition und Leidenschaft, lediglich Spielzeug eines Millionärs –, so stellt der Verein für die anderen eine innovative Bereicherung des deutschen Fußballs dar.
Die Konsequenz des rasanten Aufstiegs und des Durchmarschs in den Profifußball innerhalb nur weniger Jahre, sind Bewunderer auf der einen und Kritiker auf der anderen Seite. Die Kritiker sehen im finanziellen Engagement des Mäzens Dietmar Hopp eine Wettbewerbsverzerrung und eine Verletzung des Prinzips der Chancengleichheit. Der Erfolg sei gekauft, das dort praktizierte Konzept sei Auswuchs der zunehmenden Kommerzialisierung und Zeichen der Fehlentwicklung des modernen Fußballs. Befürworter hingegen zollen Respekt für konzeptionelles Arbeiten und erfreuen sich am zeitweise attraktiven Fußball der Mannschaft. Unter ihnen herrscht die Meinung, dass Qualität, auf welche Weise auch immer erlangt, der Entwicklung des deutschen Fußballs gut tue und die in Hoffenheim geschaffenen Strukturen ein Vorbild für andere Vereine wären.
1 Einleitung: Einführung in das Phänomen Hoffenheim und die resultierende polarisierende Wirkung innerhalb der deutschen Fußballlandschaft sowie Darstellung der Forschungsfrage.
2 Der Verein Hoffenheim: Historischer Abriss, Vorstellung zentraler Akteure sowie Beschreibung von Infrastruktur und regionaler Verankerung der TSG.
3 Aktueller Stand der Forschung: Überblick über vorhandene sozialwissenschaftliche Literatur zum Fußball und Fankultur, wobei eine Forschungslücke in Bezug auf das spezifische Hoffenheim-Konzept identifiziert wird.
4 Methodische Überlegungen: Darlegung des Methodenmix aus qualitativer Diskursanalyse, Inhaltsanalyse und Grounded Theory zur Untersuchung von Medienartikeln und Weblogs.
5 Analyse: Zweigliedrige Untersuchung, die zunächst die mediale Außendarstellung in Printmedien analysiert und anschließend den Diskurs aus der Fanperspektive mittels Weblog-Untersuchungen beleuchtet.
6 Ergebnisse: Zusammenfassung und Kategorisierung der identifizierten Diskursstränge und Diskussion der gewonnenen Erkenntnisse aus soziologischer Sicht.
7 Fazit: Resümee der Arbeit, Beantwortung der Forschungsfragen sowie Ausblick auf Möglichkeiten der Anschlussforschung und zukünftige Entwicklungen.
Hoffenheim, TSG 1899, Fußballsoziologie, Fankultur, Diskursanalyse, Traditionalisten, Eventfans, Kommerzialisierung, Mäzenatentum, Dietmar Hopp, Weblog-Analyse, Grounded Theory, Vereinsidentität, Profifußball, Chancengleichheit
Die Diplomarbeit untersucht den soziologischen Gesamtdiskurs, der über die TSG 1899 Hoffenheim geführt wird, und analysiert, warum dieser Verein ein derart kontroverses Thema in der deutschen Fußballanhängerschaft darstellt.
Die zentralen Felder sind die Identitätsstiftung von Fußballvereinen, der Konflikt zwischen Tradition und Kommerzialisierung, die Rolle von Mäzenen im Profisport sowie die Wahrnehmung von Vereinen durch Medien und Fans.
Das primäre Ziel ist es, die polarisierende Wirkung des „Konzepts Hoffenheim“ zu erklären und die verschiedenen diskursiven Positionen zu strukturieren, ohne dabei ein vorgefasstes Urteil zu fällen.
Es wird ein qualitativer Methodenmix angewandt, der Elemente der Diskursanalyse nach Jäger, der Inhaltsanalyse nach Früh und Ansätze der Grounded Theory nach Strauss und Corbin kombiniert.
Der Hauptteil gliedert sich in eine mediale Analyse der Presseberichterstattung und eine detaillierte Auswertung von Fan-Weblogs, um sowohl die öffentliche Außendarstellung als auch die Fanperspektive zu erfassen.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Hoffenheim, Fankultur, Kommerzialisierung, Traditionalisten, Eventfans und Dietmar Hopp charakterisiert.
Die Arbeit stützt sich auf etablierte Differenzierungen wie die zwischen „Traditionalisten“ (die Tradition als höchsten Wert ansehen) und „Eventfans“ (die den Sport primär als Spektakel und Unterhaltung konsumieren) sowie weitere soziologische Klassifikationen.
Weblogs werden als ideales Medium angesehen, um ungefilterte Meinungen, die diskursive Dynamik und die spezifische „Kommunikationskultur“ der Fanszene in Echtzeit zu beobachten und zu analysieren.
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