Masterarbeit, 2016
106 Seiten, Note: 2,3
1. Einleitung
2. Abgrenzung und Einordnung des Themas
3. Methodisches Vorgehen
4. Rechtliche Ebene
4.1. Internationales Steuerrecht
4.1.1. OECD-MA
4.1.2. Doppelbesteuerungsabkommen
4.2. Nationales Recht
4.2.1. Zustimmungsgesetz
4.2.2. § 1 AStG
4.2.3. Nationale Gewinnkorrekturvorschriften
4.2.3.1. Verdeckte Gewinnausschüttung
4.2.3.2. Verdeckte Einlage
4.2.3.3. Zinsschrankenregelung
4.2.4. Treaty-Override
4.3. Verhältnis der Normen zueinander
5. Präsisebene
5.1. Zinsschranke
5.2. § 1 AStG
5.2.1. DBA und Treaty-Override
5.2.2. DBA und Sperrwirkung
5.3. Konzernname und Konzernrückhalt
5.4. Verdeckte Gewinnausschüttungen
6. Leistungsbeziehungsebene
6.1. Multinationale Unternehmen
6.2. Grenzüberschreitender Leistungsaustausch
6.2.1. Immaterielle Wirtschaftsgüter
6.2.2. Finanzdienstleistungen/Kapitalverkehr
6.3. Dealing-at-Arm’s-Length
6.4. Steuergestaltung
7. Schlussbetrachtung/Fazit
Diese Master-Thesis untersucht das Spannungsfeld zwischen dem internationalen Dealing-at-Arm’s-Length-Grundsatz und den nationalen Korrekturnormen gemäß § 1 AStG. Ziel der Arbeit ist es, die systematischen Konflikte bei der Gewinnabgrenzung multinationaler Unternehmen zu analysieren und die Auswirkungen der Rechtsprechung auf die steuerliche Gestaltungspraxis sowie die daraus resultierenden Rechtsunsicherheiten aufzuzeigen.
1. Einleitung
Die immer dynamischer werdende Entwicklung der Weltwirtschaft hat zu einer starken Nutzung von Ressourcen geführt. Da Ressourcen, seien es materielle- oder immaterielle, in geografischer Hinsicht unterschiedlich verteilt sind, müssen Unternehmen effizient handeln, um im globalen Wertschöpfungsprozess bestehen zu können. Die Verflechtung der multinationalen Unternehmen hat dazu geführt, dass der Anteil der internen Transaktionen am gesamten weltweiten Handelsvolumen bereits 2011 bei 70 % lag. Unter internen Transaktionen versteht man einen Austausch von Leistungen innerhalb von organisatorisch getrennten Unternehmensbereichen eines Konzerns. Der Ort dieser internen Transaktionen ist also ein fiktiver Markt mit der Besonderheit, dass die Komponente des Ermessens eine große Rolle spielt, da die Bestätigung durch den Markt fehlt. Im Gegensatz zu einem externen Markt erfolgt die Preisbildung also nicht durch einen Angebots- und Nachfragemechanismus.
Das Ziel des internen Preises, auch Verrechnungspreis genannt, ist es also unter anderem, den Austausch von Leistungen zwischen wirtschaftlich getrennten Unternehmen zu bewerten. Damit soll der Verrechnungspreis der korrekten Abrechnung von Selbstkosten dienen.
Da grenzüberschreitende Transaktionen immer drei Parteien umfassen, den multinationalen Konzern und die beiden Länder, in denen die Unternehmenseinheiten angesiedelt sind, bezieht sich die Verrechnungspreisthematik nicht nur auf die reine Preisfindung innerbetrieblicher Leistungen. Es werden unter anderem Themen wie Abrechnungs-, Planungs-, Koordinations-, Motivations-, aber auch Ermittlung von Werten für die handels- und steuerrechtliche Bilanzierung berührt. Insbesondere ist hier die Funktion der Erfolgsermittlung hervorzuheben, deren Aufgabe Verrechnungspreise im Rahmen der
1. Einleitung: Beschreibt die zunehmende Bedeutung interner Transaktionen im globalen Handel und definiert die Funktion von Verrechnungspreisen.
2. Abgrenzung und Einordnung des Themas: Fokussiert die Arbeit auf den internationalen Dealing-at-Arm’s-Length-Grundsatz im Kontrast zum § 1 AStG.
3. Methodisches Vorgehen: Skizziert den Aufbau der Arbeit in einen Grundlagen-, Praxis- und Leistungsbeziehungsbereich.
4. Rechtliche Ebene: Analysiert das internationale und nationale Steuerrecht sowie Instrumente wie OECD-MA, DBA und die Mechanismen des Treaty-Override.
5. Präsisebene: Beleuchtet spezifische nationale Regelungen wie die Zinsschranke und die Anwendung von Korrekturnormen in der Rechtsprechung.
6. Leistungsbeziehungsebene: Untersucht die Bewertung von immateriellen Wirtschaftsgütern und Finanzdienstleistungen in Konzernstrukturen.
7. Schlussbetrachtung/Fazit: Fasst die Ergebnisse der Untersuchung zusammen und bewertet die Auswirkungen des Normenkonflikts auf die Planungssicherheit.
Verrechnungspreise, § 1 AStG, Dealing-at-Arm’s-Length, DBA, Treaty-Override, Gewinnkorrektur, Zinsschranke, multinationale Unternehmen, Konzernrückhalt, verdeckte Gewinnausschüttung, Steuergestaltung, Missbrauchsbekämpfung, Leistungsbeziehungen, immaterielle Wirtschaftsgüter, Doppelbesteuerung
Die Arbeit analysiert die Herausforderungen der Gewinnabgrenzung bei multinationalen Konzernen im Spannungsfeld zwischen internationalen Standards (Dealing-at-Arm’s-Length) und nationalen deutschen Korrekturnormen.
Die zentralen Themen umfassen die rechtlichen Grundlagen des internationalen Steuerrechts, die Funktionsweise von § 1 AStG, das Phänomen des Treaty-Override sowie die praxisrelevante Bewertung von konzerninternen Leistungen.
Ziel ist es, die systematischen Probleme bei der Anwendung dieser Normen aufzuzeigen und durch eine Analyse der aktuellen Rechtsprechung Handlungsmuster für die steuerliche Praxis zu identifizieren.
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literatur- und Rechtsquellenanalyse sowie einer detaillierten Auswertung der Rechtsprechung der Finanzgerichte und des Bundesfinanzhofs.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Herleitung der rechtlichen Rahmenbedingungen und eine praxisorientierte Untersuchung von Fallbeispielen zu Zinsschranken, immateriellen Werten und Finanzierungsbeziehungen.
Kernbegriffe sind Verrechnungspreise, AStG, DBA, Zinsschranke und Treaty-Override.
Er bildet den internationalen Maßstab, um Transaktionen zwischen verbundenen Unternehmen so zu behandeln, als wären sie zwischen unabhängigen Dritten unter marktüblichen Bedingungen zustande gekommen.
Hierbei handelt es sich um Fälle, in denen der deutsche Gesetzgeber durch nationale Gesetze bewusst von den Vorgaben geltender Doppelbesteuerungsabkommen abweicht, was zu erheblichen Rechtsunsicherheiten führt.
Der Autor zeigt auf, dass die Zinsschranke als Missbrauchsbekämpfungsinstrument die Unternehmen vor erhebliche Herausforderungen stellt und zu einer Vielzahl an gerichtlichen Auseinandersetzungen hinsichtlich ihrer Verfassungsmäßigkeit geführt hat.
Die Arbeit stellt fest, dass die Harmonisierung der Verrechnungspreisthematik ein fortlaufender, hochkomplexer Prozess bleibt, bei dem die Interessen nationaler Fiskalpolitik oft mit den Erfordernissen global agierender Unternehmen kollidieren.
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