Bachelorarbeit, 2016
55 Seiten, Note: 1,0
Medien / Kommunikation - Multimedia, Internet, neue Technologien
1. GESCHICHTE DER BESCHLEUNIGUNG
2. DROMOLOGIE
2.1 Revolution der Transportmittel
2.2 Echtzeit
2.3 Transplantation
2.4 Kritik
3. DER DISKURS
4. SOZIALE BESCHLEUNIGUNG
5. ZEIT
5.1 Eine Annäherung
5.2 Zeit und Medien
6. CYBERSPACE
6.1 Simultaneität
7. VERÄNDERUNGEN
7.1 Nutzungsgeschwindigkeit
7.2 Zeitwahrnehmung
7.3 Gedächtnis
7.4 Abhängigkeit
8. FAZIT UND SCHLUSSBETRACHTUNG
Die vorliegende Arbeit untersucht die Auswirkungen des Cyberspace auf den Menschen, wobei der Fokus insbesondere auf den Phänomenen Geschwindigkeit und Zeit liegt. Ziel ist es, kritisch zu beleuchten, inwiefern digitale Medien und die darin verortete Beschleunigung unsere Wahrnehmung, unser Gedächtnis sowie unser Sozialverhalten nachhaltig verändern und potenziell in eine Abhängigkeit führen.
2.2 Echtzeit
So grundlegend die von der ersten dromokratischen Revolution verursachten Veränderungen auch erscheinen mögen, bleibt diese Entwicklung doch eine rein materielle - denn die Transportmedien sind alle „relativ zu Raum und Zeit, sie beziehen sich noch auf einen im Raum zu verortenden Körper“ (Kloock 1997, S. 136). Mit der Revolution der elektromagnetischen Übertragungsmedien wird die Verortung des Körpers im Raum-Zeit-Gefüge überflüssig. In der materiellen Welt werden bspw. Autobahnen gebaut, um Wege zu verkürzen. Die Autobahn lässt sich als Sinnbild des Wunsches nach einem schnellsten Weg lesen, um mit einem PKW die Distanz zwischen zwei Punkten zu überwinden. Auf ihr lässt sich ein Körper räumlich verorten. Spricht man daher in Bezug auf digitale Medien von einer Datenautobahn, um die Schnelligkeit der Reise zu verdeutlichen, ist das eine treffende Analogie, jedoch im Sinne der Dromologie insofern unzureichend, als dass in der Welt der digitalen Übertragungsmedien theoretisch überhaupt keine Distanz - und damit kein schnellster Weg - mehr existiert. Ebenso wie im Cyberspace, dem globalen Dorf, dem Chatroom und dem virtuellen Raum ist auch im Begriff Datenautobahn eine raumbezogene Semantik versteckt, obwohl der Raum theoretisch obsolet wird. Der Mensch scheint an der Ordnung des Raums zu hängen.
Die digitalen Transmissionsmedien unterliegen keinen räumlichen und zeitlichen Beschränkungen mehr, denn die Daten reisen mit der “absoluten Geschwindigkeit” (Virilio 1993, S. 20): der Geschwindigkeit des Lichts, das in etwa mit 300.000 km/h reist. Es gibt also keine Abfahrt mehr, keine Autobahn und keine Reise. Die Geschwindigkeit ist so hoch, dass alles sofort eintritt. Virilio spricht in diesem Zusammenhang von der Echtzeit, die nicht etwa “echter” wäre als andere Zeiten, sondern einen Zustand der absoluten Gleichzeitigkeit ausdrückt, in dem sich Materialität, Räumlichkeit und Distanz in der Allmacht der medial vermittelten Geschwindigkeit auflösen. Am Punkt der absoluten Mobilität, der größtmöglichen Geschwindigkeit, am Endpunkt der Beschleunigung, wird jede physische Bewegung des Senders und Empfängers obsolet, es kommt zum Rasenden Stillstand.
1. GESCHICHTE DER BESCHLEUNIGUNG: Dieses Kapitel erläutert den historischen Prozess der zunehmenden Beschleunigung von der agraischen Welt bis hin zur Demokratisierung durch die Technik ab 1950.
2. DROMOLOGIE: Hier wird Paul Virilios Lehre der Dromologie eingeführt, die den Einfluss von Geschwindigkeit auf Machtverhältnisse und die Entwicklung von Transport- sowie Übertragungsmedien kritisch analysiert.
3. DER DISKURS: Das Kapitel kontrastiert die optimistischen und pessimistischen Standpunkte in der aktuellen Debatte um die gesellschaftliche Bedeutung von Geschwindigkeit.
4. SOZIALE BESCHLEUNIGUNG: Der Fokus liegt auf Hartmut Rosas temporalanalytischem Ansatz, der soziale Beschleunigung in technische Fortschritte, sozialen Wandel und Lebenstempo unterteilt.
5. ZEIT: Dieses Kapitel nähert sich dem schwierigen Begriff der Zeit durch eine interdisziplinäre Perspektive und beleuchtet die enge Verflechtung von Mediennutzung und Zeitwahrnehmung.
6. CYBERSPACE: Das Kapitel definiert den Cyberspace als virtuellen Handlungsraum, in dem Informationen in Lichtgeschwindigkeit distribuiert werden und neue Formen der Live-Berichterstattung entstehen.
7. VERÄNDERUNGEN: Hier werden die Auswirkungen der Cyberspace-Nutzung auf die Nutzungsgeschwindigkeit, das Gedächtnis sowie die psychische Abhängigkeit der Anwender konkret untersucht.
8. FAZIT UND SCHLUSSBETRACHTUNG: Die Arbeit fasst die zentralen Erkenntnisse zusammen und plädiert für einen reflektierten Umgang mit digitalen Räumen, um trotz der technologischen Dynamik die eigene kognitive Souveränität zu bewahren.
Geschwindigkeit, Zeit, Cyberspace, Dromologie, Soziale Beschleunigung, Echtzeit, Multitasking, Gedächtnis, Internetabhängigkeit, Medien, Wahrnehmung, Tele-Präsenz, Digitalisierung, Kybernetik, Cybernaut.
Die Arbeit untersucht, wie sich die zunehmende Geschwindigkeit und die Verlagerung des Lebens in den Cyberspace auf das menschliche Individuum auswirken.
Die zentralen Felder sind die medientheoretische Bedeutung von Geschwindigkeit, die Struktur von Zeit im digitalen Zeitalter und die psychologischen Folgen der permanenten Internetnutzung.
Das Ziel ist es, die Auswirkungen der modernen "Beschleunigungsgesellschaft" auf die menschliche Kognition, das Gedächtnis und die psychische Gesundheit anhand konkreter Beispiele kritisch zu hinterfragen.
Die Arbeit stützt sich primär auf eine medien- und kulturkritische Analyse, basierend auf den Theorien von Paul Virilio und Hartmut Rosa sowie aktuellen psychologischen Studien zum Medienkonsum.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung (Dromologie, Zeitbegriff) und die Anwendung dieser Konzepte auf Phänomene wie Multitasking, das Gedächtnis im Internet und die Internetabhängigkeit.
Schlüsselbegriffe sind unter anderem Beschleunigung, Cyberspace, Echtzeit, Cybertime-Paradoxon, Multitasking und Internetabhängigkeit.
Es beschreibt das Phänomen, dass Zeit im Cyberspace während der Nutzung extrem schnell vergeht, aber im Rückblick aufgrund der Banalität der Reize kaum erinnerungswerte Spuren im Gedächtnis hinterlässt.
Suchmaschinen führen dazu, dass wir uns eher den Speicherort von Informationen merken ("wo" etwas zu finden ist), als den Inhalt selbst ("was" die Information besagt), was langfristig die Kapazität des menschlichen Langzeitgedächtnisses schwächen kann.
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