Bachelorarbeit, 2017
26 Seiten, Note: 1
Philosophie - Praktische (Ethik, Ästhetik, Kultur, Natur, Recht, ...)
1 Einleitung
2 Was ist Natürlichkeit?
3 Natürlichkeit als Wert und Norm
3.1 Die Alltagsmoral und das Natürliche
3.2 Natürlichkeitsargumente in der Philosophie
4 Veganismus und Unnatürlichkeit
4.1 Gesundheit und die naturgemäße Ernährung
5 Ursprüngliche und naturgemäße Ernährungsweise
5.1 Ursprüngliche Ernährung im genetischen Sinne
5.2 Naturgemäße Ernährung im qualitativen Sinne
6 Natürlichkeit als Rechtfertigung
6.1 Natürlichkeit als psychologischer Abwehrmechanismus
6.2 Natürlichkeit und der Konsum von Fleisch
7 Die Natur als Vorbild
8 Sein-Sollen-Fehlschlüsse
8.1 Das logische Sein-Sollen-Problem
8.2 Das semantische Sein-Sollen-Problem
9 Abschließende Bemerkungen
Die Arbeit untersucht kritisch die Verwendung von Natürlichkeitsargumenten in der ethischen Debatte um den Veganismus, um zu klären, ob die Kennzeichnung einer veganen Ernährung als „unnatürlich“ eine moralische Ablehnung rechtfertigen kann.
Natürlichkeit als psychologischer Abwehrmechanismus
An dieser Stelle lässt sich daher fragen, warum die Aussage, die vegane Ernährung ist unnatürlich, unterschwellig hingegen eher bedeuten kann, dass es natürlich ist, Tiere zu essen. Wird hier ein bestimmter Sachverhalt nicht unnötig kompliziert? Und findet hier nicht vielmehr eine Unterstellung statt?
Nun heißt es so schön: Angriff ist die beste Verteidigung. Schon an einer früheren Stelle wurde der Gedankengang skizziert, dass VeganerInnen von manchen Leuten durchaus als eine Bedrohung für ihre vertraute Welt, beziehungsweise ihre „natürliche Ordnung“ wahrgenommen werden können. Da VeganerInnen nicht dieser „natürlichen Ordnung“, welche eben das Essen von Tieren beinhaltet, entsprechen, werden sie einfach abgewertet („Eine vegane Ernährung ist unnatürlich.“). Es wird sozusagen die vegane Ernährungsweise angegriffen, um die eigene „natürliche Ordnung“ zu verteidigen und dieser Prozess kann insofern als ein Abwehrmechanismus betrachtet werden.
Dieser Abwehrmechanismus lässt sich dahingegen nicht nur bei Menschen beobachten, die Ängste entwickeln, wenn ihre vertraute Welt bedroht wird, sondern kann überdies in einer anderen Hinsicht auftreten. Viele Menschen dürften, obwohl sie selber Fleisch (und tierische Produkte) konsumieren, trotzdem eine allgemein positive Einstellung zu Tieren haben. Tieren wird meist auch von fleischessenden Menschen einen Wert zugeschrieben, der selbst jedoch nicht ausreicht, das Tötungsverbot aufzuheben. Die meisten Menschen in Mitteleuropa sind sich darüber einig, dass Tieren kein grundloses Leid zugefügt werden darf. Daher lehnen viele auch die industrielle Massentierhaltung ab und fordern eine artgerechte Haltung von Nutztieren. Viele Menschen zeigen zudem Mitleid mit Tieren, die in nicht artgerechten Bedingungen leben.
1 Einleitung: Einführung in den Trend des Veganismus und Skizzierung der Problematik von Natürlichkeitsargumenten in ethischen Debatten.
2 Was ist Natürlichkeit?: Untersuchung der begrifflichen Mehrdeutigkeit von „natürlich“ und der Schwierigkeit, diesen Begriff präzise zu definieren.
3 Natürlichkeit als Wert und Norm: Erörterung, warum Natürlichkeit in der Alltagsmoral als positiv besetzt gilt und als Grundlage für Handlungsnormen dient.
4 Veganismus und Unnatürlichkeit: Analyse, warum Veganismus oft als „unnatürlich“ kritisiert wird, insbesondere mit Bezug auf die menschliche Biologie.
5 Ursprüngliche und naturgemäße Ernährungsweise: Differenzierung zwischen genetischer und qualitativer Natürlichkeit sowie kritische Auseinandersetzung mit steinzeitlichen Ernährungsstandards.
6 Natürlichkeit als Rechtfertigung: Beleuchtung der psychologischen Funktion von Natürlichkeitsargumenten als Abwehrmechanismus bei kognitiver Dissonanz.
7 Die Natur als Vorbild: Untersuchung der Frage, ob die Natur überhaupt als moralische Instanz dienen kann, angesichts ihrer ethischen Indifferenz.
8 Sein-Sollen-Fehlschlüsse: Metaethische Analyse der logischen und semantischen Probleme bei der Ableitung von moralischen Normen aus deskriptiven Naturtatsachen.
9 Abschließende Bemerkungen: Zusammenfassende Betrachtung der Ergebnisse und Fazit zur Plausibilität von Natürlichkeitsargumenten.
Veganismus, Natürlichkeit, Natur, Ethik, Ernährung, Natürlichkeitsargument, Sein-Sollen-Fehlschluss, Alltagsmoral, Abwehrmechanismus, kognitive Dissonanz, Fleischkonsum, Moralinstanz, Tierethik, Anthropozentrismus, Rechtfertigung.
Die Arbeit untersucht die philosophische Stichhaltigkeit von Argumenten, die den Veganismus mit dem Vorwurf der „Unnatürlichkeit“ ablehnen.
Die Themen umfassen die Definition von Natürlichkeit, die Rolle der Natur in der Ethik, psychologische Rechtfertigungsstrategien beim Fleischkonsum sowie metaethische Fragen.
Das Ziel ist es zu analysieren, ob die Behauptung, eine vegane Ernährung sei unnatürlich, eine moralische Ablehnung derselben sinnvoll rechtfertigen kann.
Es handelt sich um eine analytische Untersuchung unter Rückgriff auf philosophische Debatten zur Metaethik, zur Tierethik und zu psychologischen Konzepten wie der kognitiven Dissonanz.
Der Hauptteil analysiert die Mehrdeutigkeit des Begriffs „Natürlichkeit“, hinterfragt historische Ernährungsstandards und legt dar, wie Natürlichkeitsargumente oft als psychologisches Werkzeug zur Gewissensberuhigung dienen.
Zu den zentralen Begriffen gehören Veganismus, Natürlichkeit, Natürlichkeitsargument, Sein-Sollen-Fehlschluss und kognitive Dissonanz.
Der Autor argumentiert, dass die Natur als moralische Instanz ungeeignet ist, da sie moralisch indifferent ist und nahezu jedes Verhalten – auch moralisch verwerfliches – in ihr vorkommt.
Sie dienen laut Autor häufig als Abwehrmechanismen, um kognitive Dissonanz bei Menschen zu reduzieren, die Fleisch essen, aber eigentlich eine positive Einstellung zu Tieren haben.
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