Bachelorarbeit, 2016
43 Seiten, Note: 1,7
Germanistik - Komparatistik, Vergleichende Literaturwissenschaft
1. Einleitung
2. Einführung
2.1 Definition Metafiktion
2.2 Medienspezifik von Roman und Serie
3. Analyse von Imperium (2012)
3.1 Plotlinien
3.2 Erzählerfigur
3.3 Intertextualität
3.4 Pastiche-Elemente
4. Analyse von Community (2009-2015)
4.1 Plot und Personal
4.2 Intertextualität
4.3 Das Spiel mit dem Genre
4.4 Bildmittel
5. Zusammenfassung der Ergebnisse
Die vorliegende Arbeit untersucht und vergleicht die unterschiedlichen Strategien der Metafiktionalität in den Medienformen Roman und Fernsehserie, wobei sie aufzeigt, wie diese in Christian Krachts Roman Imperium und der Sitcom Community eingesetzt werden, um die Grenzen zwischen Fiktion und Realität zu hinterfragen sowie Aussagen über die Funktionsweise des jeweiligen Mediums zu treffen.
3.2 ERZÄHLERFIGUR
Der Roman verspricht seinem Rezipienten einen gewissen Wahrheitsgehalt des Geschriebenen, auch wenn es keine Versicherung dafür gibt.
In einem Roman können Aussagen wie "Am Montag schien in Frankfurt die Sonne" nicht überprüft werden, sie sind weder falsifizierbar noch verifizierbar, da sie sich auf keinen bestimmten Zeitpunkt beziehen. [...] Die Leser rezipieren solche Aussagen als 'wahr', weil sie nicht an einer überprüfbaren Wirklichkeit gemessen werden müssen.
In Fiktion, deren Wirklichkeit ähnliche "Funktionsmechanismen wie unsere empirisch erfahrbare Welt" wiedergibt, fällt dies einfach, sofern es keine eindeutigen Hinweise unzuverlässiger Erzählweise gibt. Mit dem Anliegen "menschliches Leben widerzuspiegeln", fällt dem traditionellen Roman eine didaktische Funktion zu: Der Leser soll nach der Lektüre in der Lage sein, "Realität mit Hilfe eines verbesserten Verständnisses zu bewerten". Da der metafiktionale Roman dagegen "nicht länger gemäß der externen Realität aufgebaut" ist, unterbricht er die Verbindung "zwischen Wirklichkeit und dem erzählerischen Werk sowie zwischen Wirklichkeit und Leser". Doch auch wenn ein Werk nicht unsere gewohnte Realität widerspiegelt, bricht dies nicht automatisch seinen Wahrheitsanspruch. Wenn wir ein Buch lesen, das sich explizit einer fiktionalen Gattung wie Phantastik, Märchen oder Science-fiction zuordnen lässt, "sind wir sofort bereit, diese virtuelle Welt nur an den ihr eigenen wahrheitskonditionalen Bedingungen zu messen".
1. Einleitung: Hinführung zum Thema Metafiktionalität und Vorstellung der zu untersuchenden Werke Imperium und Community.
2. Einführung: Theoretische Definition der Metafiktion und Erörterung der medienspezifischen Unterschiede zwischen Roman und Film/Serie.
3. Analyse von Imperium (2012): Detaillierte Untersuchung des Romans hinsichtlich seiner Plotlinien, der Erzählerfigur, intertextueller Verweise und der Verwendung von Pastiche-Elementen.
4. Analyse von Community (2009-2015): Analyse der Sitcom in Bezug auf Plot, Personal, Intertextualität, den bewussten Genrebruch sowie den Einsatz visueller Bildmittel zur Metafiktionalisierung.
5. Zusammenfassung der Ergebnisse: Synthese der gewonnenen Erkenntnisse und Vergleich der unterschiedlichen Metafiktionsstrategien der beiden Medienformen.
Metafiktion, Literatur, Fernsehserie, Selbstreflexivität, Intertextualität, Pastiche, Christian Kracht, Community, Medienspezifik, Erzähltheorie, Postmoderne, Genre, Filmnarratologie, Popkultur, Illusionsbruch.
Die Arbeit untersucht, wie verschiedene Medienformen – namentlich der Roman und die Fernsehserie – das Konzept der Metafiktionalität nutzen, um auf ihre eigene Beschaffenheit als fiktionales Konstrukt hinzuweisen.
Die Untersuchung konzentriert sich auf den Roman Imperium (2012) von Christian Kracht sowie auf ausgewählte Episoden der ersten und vierten Staffel der Sitcom Community (2009-2015).
Ziel ist es, Strategien der Metafiktionalität zu identifizieren und zu vergleichen, die den beiden unterschiedlichen Medienformen zur Verfügung stehen, um die Beziehung zwischen Fiktion und Realität zu reflektieren.
Die Arbeit nutzt Ansätze der Erzähltheorie, der Filmnarratologie sowie gängige Konzepte der Metafiktionsforschung (z.B. von Patricia Waugh oder William H. Gass), um narrative Strukturen und visuelle Gestaltungsmittel zu analysieren.
Der Hauptteil gliedert sich in eine textanalytische Untersuchung des Romans Imperium (mit Fokus auf Erzähler, Zitate und Pastiche) und eine bildanalytische Untersuchung der Serie Community (mit Fokus auf Intertextualität, Genrebruch und visuelle Ebenen).
Zu den zentralen Begriffen gehören Metafiktion, Selbstreflexivität, Intertextualität, Pastiche, Medienspezifik sowie der gezielte Einsatz von narrativen und visuellen Strategien zur Offenlegung von Fiktionalität.
Während der Roman Imperium vor allem durch eine unzuverlässige Erzählerfigur und textuelle Einschübe agiert, nutzt Community visuelle Mittel, Animationen und den bewussten Bruch mit Genrekonventionen, um die künstliche Natur der Serie zu unterstreichen.
Das Umschlagbild dient als intertextueller Verweis auf Comic-Ästhetik und fungiert somit als eine visuelle, den Roman einleitende Ebene, die den Pastiche-Charakter des Werkes unterstreicht.
Der Pastiche-Begriff ermöglicht es, Krachts Imitationstechnik – wie etwa die Adaption eines altertümlichen Erzähltons oder die Anlehnung an Abenteuercomics – als bewusstes Mittel zur Erzeugung von Komik und zur Reflexion über Literatur zu verstehen.
Dieses Schaubild in der Folge Heroic Origins dient als gestalterisches Element, das die Rückblenden der Charaktere visuell verknüpft und damit für den Zuschauer offenlegt, dass die Serie als ein durch die Autoren beliebig manipulierbares fiktionales Werk konstruiert ist.
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