Diplomarbeit, 2004
71 Seiten, Note: 2,0
A. Einleitung
B. Definitionen
1. Sozialwissenschaftliche Begriffsbestimmung
2. Ökonomische Definitionen
C. Ausprägungsformen
1. Allgemeine Unterteilung
2. Spezielle Formen von Korruption
3. Korruptionsformen im Strafrecht
4. Positive Korruption
D. Ausgewählte Fälle aus Politik und Wirtschaft
1. Korruption im Gesundheitswesen
2. Die Übernahme von Leuna/Minol durch Elf-Aquitaine
3. Der Kölner Müllskandal
E. Angriffsflächen für Korruption
1. Interdependenzen zwischen Wirtschaft und Politik
2. Korruption in ausgewählten Politikfeldern
3. Anfälligkeiten von politischen Systemen
4. Gefährdete Bereiche und Positionen in Unternehmen
F. Ökonomische Analyse
1. Institutionenökonomische Analyse von Korruption
2. Korruption - Eine Transaktionskostenanalyse
3. Neue Politische Ökonomie – Ein Analyseansatz zur Bestechung
4. Die ökonomische Analyse der Belastungs- und Entlastungskorruption
G. Wirkungen von Korruption
1. Ökonomische Wirkungen
1.1. Einschränkung der Markttransparenz durch Korruption
1.2. Wettbewerbsverzerrungen
1.3. Korruption als Markteintrittsbarriere
1.4. Suboptimale Allokation der Ressourcen
1.5. Ressourcenverschwendung
1.6. Erhöhte Transaktionskosten
1.7. Korruptionsinduzierte Preiserhöhung
1.8. Produktdifferenzierung
1.9. Die Wohlfahrtswirkungen der Korruption
1.10. Korruptionsbedingte Innovationshemmung
2. Gesellschaftliche Wirkungen
H. Prävention und Repression
1. Organisatorische und institutionelle Prävention und Repression
1.1. Der Integritätspakt
1.2. Prävention durch Job-Rotation
1.4. Ethik-Kodizies
1.5. Einengung der diskretionären Handlungsspielräume
1.6. Wertemanagementsystem
1.7. Individuelle Selbstbindung
1.8. Unternehmensseitige Selbstbindung
2. Strafrechtliche Prävention und Repression
2.1. Kontrollverstärkung
2.2. Erhöhung des Strafmaßes
2.3. Erhöhung der Entdeckungswahrscheinlichkeit
2.4. Kronzeugenregelung
2.5. Ausschlussregister für Unternehmen
2.6. Strafmildernde Selbstanzeige
I. Zusammenfassung
Das primäre Ziel dieser Diplomarbeit besteht in einer fundierten ökonomischen Betrachtung des Phänomens Korruption. Es soll erörtert werden, inwiefern Korruption mithilfe ökonomischer Theorien analysiert werden kann, welche Anreizstrukturen für korrupte Transaktionspartner bestehen und welche ökonomischen Wirkungen infolge von Korruption feststellbar sind.
1. Sozialwissenschaftliche Begriffsbestimmung
Oft wird Korruption individualethisch hergeleitet, indem korruptive Vergehen als persönliche Defekte einzelner Mitarbeiter in Unternehmen oder als individuelle Charakterprobleme eines Beamten angesehen werden. Bei einer reinen individualethischen Zuordnung werden jedoch die organisatorischen und institutionenethischen Aspekte außer Acht gelassen. Nicht nur die charakterlichen Eigenschaften des Individuums sind maßgeblich für Korruption, sondern ebenfalls die Funktion und Stellung der Person in einer Verwaltungseinheit oder in einem Unternehmen. Das Entstehen und die Verbreitung von korrupten Handlungen sind zudem abhängig von organisatorischen Strukturen in einem Betrieb. Zu diesen Strukturen gehören beispielsweise die Befehlshierarchie, die Leistungsvorgaben, der Grad der Arbeitsteilung oder die Gruppenkohäsion. Es handelt sich bei diesen Beispielen um Möglichkeiten zwischenmenschliches Handeln zu koordinieren.
Ethische Vorgaben in einem Unternehmen, z.B. in Form eines Ethik-Kodex, werden oft durch eine wettbewerbsbedingt einseitige Orientierung an ökonomischen Leistungszielen ausgehebelt. Selbstredend gilt dies ebenso für die öffentliche Verwaltung. Bedingt durch die Hierarchie in einem Unternehmen und aus Angst vor Kündigung werden korrupte Aktivitäten eines Vorgesetzten selten von untergeordneten Mitarbeitern angezeigt. Besteht ein starker Zusammenhalt in einer korrupten Abteilung, ist die Aufdeckung und Sanktionierung von Korruption unwahrscheinlich.
A. Einleitung: Stellt das Thema Korruption vor, umreißt die wissenschaftliche Relevanz und definiert das Ziel der Arbeit sowie die methodische Vorgehensweise.
B. Definitionen: Erläutert den Begriff Korruption aus verschiedenen sozialwissenschaftlichen und ökonomischen Blickwinkeln, um die Unschärfe und Vielschichtigkeit des Phänomens aufzuzeigen.
C. Ausprägungsformen: Differenziert Korruption in situative, strukturelle und netzwerkartige Formen und erläutert spezielle Phänomene wie Nepotismus oder "Anfüttern" sowie strafrechtliche Tatbestände.
D. Ausgewählte Fälle aus Politik und Wirtschaft: Illustriert durch Beispiele aus dem Gesundheitswesen und dem Leuna/Minol-Skandal, wie Korruption in realen Strukturen funktioniert.
E. Angriffsflächen für Korruption: Identifiziert Bereiche in Politik und Wirtschaft, die aufgrund ihrer Struktur besonders anfällig für korrupte Einflussnahme sind.
F. Ökonomische Analyse: Analysiert Korruption mithilfe institutionenökonomischer Ansätze, der Transaktionskostenanalyse und der Neuen Politischen Ökonomie.
G. Wirkungen von Korruption: Untersucht die ökonomischen Folgen, darunter Markttransparenzverlust, Wettbewerbsverzerrungen, Innovationshemmung und Wohlfahrtsverluste.
H. Prävention und Repression: Diskutiert institutionelle Präventionsmaßnahmen wie Integritätspakte sowie strafrechtliche Repressionsmöglichkeiten zur Korruptionsbekämpfung.
I. Zusammenfassung: Fasst die Kernergebnisse der Arbeit zusammen und zieht Schlussfolgerungen zur Zukunftsfähigkeit des Phänomens.
Korruption, Bestechung, Institutionenökonomik, Transaktionskosten, Wettbewerbsverzerrung, Prinzipal-Agent-Modell, Rent-Seeking, Korruptionsprävention, Strafrecht, Markttransparenz, Compliance, Nepotismus, Wirtschaftskriminalität, Wohlfahrtswirkung, Integritätspakt.
Die Diplomarbeit widmet sich einer umfassenden ökonomischen Analyse des Phänomens Korruption, um deren Ursachen, Erscheinungsformen und Wirkungen wissenschaftlich zu durchdringen.
Zentrale Themen sind die Definition von Korruption, ihre verschiedenen Ausprägungsformen (situativ, strukturell), die ökonomische Modellierung mittels Institutionenökonomik sowie Strategien zur Prävention und Repression.
Ziel ist es zu überprüfen, ob Korruption mit ökonomischen Theorien konsistent analysierbar ist und aufzuzeigen, wie institutionelle Anreize gestaltet sein müssen, um Korruption wirksam zu bekämpfen.
Die Arbeit nutzt vorrangig institutionenökonomische Analyserahmen, darunter das Prinzipal-Agent-Klient-Modell, eine Transaktionskostenanalyse und den Ansatz der Neuen Politischen Ökonomie.
Der Hauptteil gliedert sich in die Definition des Phänomens, die Analyse von Korruptionsfällen, die Untersuchung von Angriffsflächen in Politik und Wirtschaft sowie eine eingehende ökonomische Wirkungsanalyse.
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Institutionenökonomik, Transaktionskosten, Korruptionsprävention, Wettbewerbsverzerrung und Bestechlichkeit definiert.
Das Modell dient dazu, den illegalen Tausch zwischen einem Agenten (z.B. Beamter) und einem Klienten (z.B. Unternehmen) unter Berücksichtigung der unvollständigen Vertragsbeziehung zum Prinzipal (Gesellschaft) ökonomisch darzustellen.
Diese Differenzierung erlaubt eine präzisere ökonomische Analyse, je nachdem, ob ein Bürokrat mit einem privaten Akteur kooperiert (Entlastung) oder diesen erpresserisch ausbeutet (Belastung).
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