Bachelorarbeit, 2016
40 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
2. Hinführung zur „Würde des Menschen“ bei Pico della Mirandola
2.1. Der Renaissance-Humanismus
2.2. Der Begriff der Menschenwürde
2.2.1. Die Etymologie von „Würde“
2.2.2. Exkurs: „Würde“ im heutigen Sprachgebrauch
3. Der Kosmos und der Mensch bei Pico della Mirandola
3.1. Der Kosmos
3.2. Die Stellung des Menschen im Kosmos
4. Die Würde des Menschen durch seine Freiheit bei Pico della Mirandola
4.1. Die Freiheit durch Unbestimmtheit
4.2. Die Wahlfreiheit
4.3. Die Schöpferische Freiheit
4.4. Das Risiko der Freiheit
5. Der Aufstieg zu Gott als Weg zur Menschenwürde bei Pico della Mirandola
5.1. Der philosophische Teil des Weges zu Gott
5.2. Der Weg der Liebe zu Gott
6. Der Begriff der Menschenwürde bei Pico della Mirandola
7. Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht das Menschenbild und das spezifische Konzept der Menschenwürde bei Giovanni Pico della Mirandola. Dabei wird analysiert, wie Pico die Sonderstellung des Menschen im Kosmos durch dessen Freiheit, Unbestimmtheit und die Fähigkeit zur Selbsterschaffung begründet, und wie diese Überlegungen als Grundlage für ein philosophisches Aufstiegsmodell zum Göttlichen dienen.
4.1. Die Freiheit durch Unbestimmtheit
Wie bereits gesagt, ist der Mensch in seiner Äußerlichkeit nicht festgelegt. Die Betonung der Wesenseigenschaften des Menschen liegt weniger auf dem, was er ist, als vielmehr auf dem was er nicht ist, aber potentiell sein kann. Freilich hat der Mensch seine Existenz von Gott erhalten, aber dennoch ist sein Wesen vollkommen unbestimmt. Aus dieser Unbestimmtheit resultiert bei Pico die erste hier zu beschreibende Form der Freiheit. Denn aus dem was er noch nicht ist, kann der Mensch alles werden und besitzt somit eine Vielzahl an Optionen. Statt einem festgelegten Äußeren gab Gott dem Menschen viele Anlagen, die er aus den anderen drei Welten in sich vereint. (Vgl. Wolf 2009, 136f.; Monnerjahn 1960, 27) Denn „[d]em Menschen hat bei der Geburt der Vater Samen jedweder Art und Keime zu jeder Form von Leben mitgegeben.“ (Pico 1997 [1486], 7) Die Freiheit besteht hier also darin, dass der Mensch zwar von allen möglichen Existenzformen die Keime und Samen in sich hat, aber nicht auf eine bestimmte Daseinsform festgelegt ist. Der Mensch kann demnach also sehr wohl Mikrokosmos und ebenso das freieste Wesen sein, denn er vereint alle Geschöpfe durch seine Anlage in sich und ist ihnen dennoch nicht unterworfen. (Vgl. Schwaetzer 2002, 562f.)
Für den Begriff der Freiheit Picos und der daraus resultierenden Würde ist der Mensch als Chamäleon ohne feste Natur und ohne festen Platz in der Welt essentiell. Erst daraus entsteht die Möglichkeit für den Menschen, seine Daseinsform frei wählen zu können. Dies führt nun zur zweiten Art der Freiheit – die Freiheit der Wahl. (Vgl. Monnerjahn 1960, 27f.)
1. Einleitung: Die Arbeit führt in die Relevanz der Menschenwürde ein, verortet Picos Denken im Kontext des Renaissance-Humanismus und definiert die methodische Zielsetzung der Untersuchung.
2. Hinführung zur „Würde des Menschen“ bei Pico della Mirandola: Dieser Abschnitt beleuchtet den Renaissance-Humanismus als Epoche sowie die etymologische und philosophische Herleitung des Begriffs der Menschenwürde.
3. Der Kosmos und der Mensch bei Pico della Mirandola: Es wird der Aufbau der drei Welten nach Pico dargelegt und die Position des Menschen darin als unbestimmtes Wesen in der Mitte des Kosmos analysiert.
4. Die Würde des Menschen durch seine Freiheit bei Pico della Mirandola: Das zentrale Kapitel analysiert die verschiedenen Facetten der menschlichen Freiheit und das Risiko, das durch die Möglichkeit der Degenerierung entsteht.
5. Der Aufstieg zu Gott als Weg zur Menschenwürde bei Pico della Mirandola: Hier wird das dreistufige Modell der Läuterung, Erleuchtung und Liebe als Methode zur Erreichung der göttlichen Daseinsform beschrieben.
6. Der Begriff der Menschenwürde bei Pico della Mirandola: Das Kapitel systematisierte Picos doppeltes Verständnis von Würde als Menschheitswürde und als individuelle Auszeichnung.
7. Fazit: Die Arbeit resümiert, dass Picos Würdekonzeption maßgeblich auf der anthropologischen Freiheit beruht und eine lebenslange Aufgabe der Selbsterschaffung umfasst.
Giovanni Pico della Mirandola, Menschenwürde, Renaissance-Humanismus, Freiheit, Unbestimmtheit, Oratio de hominis dignitate, Aufstieg zu Gott, Daseinsform, Mikrokosmos, homo faber, Wahlfreiheit, Philosophie, Theologie, Selbsterschaffung, Menschenrechte.
Die Arbeit untersucht das Menschenwürdekonzept bei dem Renaissance-Philosophen Giovanni Pico della Mirandola, insbesondere im Hinblick auf seine Anthropologie und sein Werk „Oratio de hominis dignitate“.
Zu den zentralen Themen gehören die Freiheit des Menschen, die metaphysische Einordnung des Menschen als Mikrokosmos, der Einfluss des Humanismus und die philosophischen Stufen des Aufstiegs zu Gott.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, worin nach Picos Auffassung die Würde des Menschen besteht, welche Rolle die Freiheit dabei spielt und wie sich das Verhältnis zwischen der Freiheit und der moralischen Vervollkommnung gestaltet.
Die Autorin wählt einen philologisch-philosophischen Ansatz, bei dem sie Picos zentrale Werke analysiert und in den historischen Kontext des Renaissance-Humanismus sowie der scholastischen Tradition einbettet.
Im Hauptteil werden die Freiheit des Menschen durch Unbestimmtheit, die Wahlfreiheit, die schöpferische Freiheit und die notwendigen Schritte (Reinigung, Erleuchtung, Liebe) für den Aufstieg zur göttlichen Daseinsform detailliert erörtert.
Die wichtigsten Schlüsselwörter sind Menschenwürde, Freiheit, Unbestimmtheit, Mikrokosmos, Pico della Mirandola und Renaissance-Humanismus.
Der wesentliche Unterschied liegt darin, dass der Mensch laut Pico ohne feste Natur, ohne festgelegten Platz im Kosmos und ohne vorgegebene Merkmale geschaffen wurde, was ihm die Freiheit zur Selbstgestaltung gibt.
Pico differenziert zwischen einer generellen Menschheitswürde, die jedem Menschen aufgrund seiner Freiheit innewohnt, und einer zweiten, höheren Würde, die ein Individuum durch die aktive Ausrichtung seines Lebens auf Gott erlangt.
Da der Mensch die Wahl zwischen verschiedenen Daseinsformen hat, besteht stetig die Gefahr, dass er sich für eine „niedere“ oder sündhafte Form entscheidet, anstatt seine Freiheit zur Erreichung der höchsten Würde zu nutzen.
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