Bachelorarbeit, 2016
65 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
2. Theoretische Grundlagen
2.1 Zum Begriff der Kinder- und Jugendliteratur
2.2 Erzähltheoretische Grundlagen der Kinder- und Jugendliteratur
2.2.1 Das „Wie“ des Erzählens
2.2.1.1 Zeit, Modus, Stimme
2.2.1.2 Erzählinstanzen
2.2.2 Das „Was“ des Erzählens
2.2.2.1 Die Handlung
2.2.2.2 Die Figuren
2.2.2.3 Der Raum
2.2.2.4 Spannung und Spannungsaufbau
3. Kinder begegnen dem Tod
3.1 Todeskonzepte und -vorstellungen von Kindern und Jugendlichen
3.1.1 Todesvorstellungen von Kindern bis sechs Jahre
3.1.2 Todesvorstellungen von Kindern zwischen sechs und zehn Jahren
3.1.3 Todesvorstellungen von Kindern ab zehn Jahren und Jugendlichen
3.2 Zur Selbst– und Fremderfahrung von tödlichen Erkrankungen
3.2.1 Selbsterfahrung von Kindern in Krankheit und Sterben
3.2.2 Das Erleben der Krankheit durch Kinder und ihr Umfeld
4. Analyse ausgewählter Romane aus der Kinder- und Jugendliteratur
4.1 Analyse von John Greens Das Schicksal ist ein mieser Verräter
4.1.1 Analyse der Ebene des „Wie“ des Erzählens
4.1.1.1 Analyse der Zeit
4.1.1.2 Analyse des Modus
4.1.1.3 Analyse der Stimme und Erzählinstanz
4.1.2 Analyse der Ebene des „Was“ des Erzählens
4.1.2.1 Analyse der Hauptfigur Hazel
4.1.2.2 Analyse der Räume
4.1.2.3 Analyse des Spannungsaufbaus
4.1.3 Das Erleben von Krankheit und Tod im Roman
4.1.3.1 Hazels Selbsterfahrung
4.1.3.2 Die Fremderfahrung durch Hazels Umfeld
4.2 Analyse von Sally Nicholls Wie man unsterblich wird
4.2.1 Analyse der Ebene des „Wie“ des Erzählens
4.2.1.1 Analyse der Zeit
4.2.1.2 Analyse des Modus
4.2.1.3 Analyse der Stimme und Erzählinstanz
4.2.2 Analyse der Ebene des „Was“ des Erzählens
4.2.2.1 Analyse der Hauptfigur Sam
4.2.2.2 Analyse des Raums
4.2.2.3 Analyse des Spannungsaufbaus
4.2.3 Das Erleben von Krankheit und Tod im Roman
4.2.3.1 Sams Selbsterfahrung
4.2.3.2 Die Fremderfahrung durch Sams Umfeld
5. Fazit und Vergleich
Diese Bachelorarbeit untersucht die Darstellung von Krankheit und Sterben in zeitgenössischer Kinder- und Jugendliteratur. Im Fokus steht die Frage, wie die kindliche bzw. jugendliche Perspektive auf tödliche Erkrankungen erzähltheoretisch vermittelt wird und ob diese Erfahrungen realistisch abgebildet oder beschönigt werden.
4.1.1.1 Analyse der Zeit
Bezüglich der zeitlichen Ebene erfolgt die Erzählung der Handlung in John Greens Roman überwiegend chronologisch. Zudem finden sich einzelne Rückblenden, in denen sich die Protagonistin Hazel an vergangene Ereignisse erinnert. Dies ist zum Beispiel der Fall, als Hazel von ihren vorherigen Krankheitsstadien berichtet, wie ihrem Aufenthalt auf der Intensivstation. An einer anderen Stelle erinnert sich Hazel an eine Gegebenheit aus ihrer Kindheit: Die Schaukel war noch da, und Unkraut wuchs auch in der kleinen Grube darunter, wo ich mich als Kind abgestoßen hatte, um immer höher zu fliegen. Ich erinnerte mich sogar noch, wie Dad [...] mit einem Nachbarn die Schaukel aufgebaut hatte. Er ließ sich nicht ausreden, die Schaukel als Erster auszuprobieren, um sie zu testen, und das Ding wäre unter ihm fast zusammengekracht.
Diese Rückblenden lassen die Erzählung realistisch erscheinen, da aus Hazels Sicht heraus erzählt wird und Rückblenden zu authentischen Darstellung innerer Vorgänge dazugehören. Aus demselben Grund lassen sich auch keine Prolepsen vorfinden, weil das erlebende Ich von seinem Standpunkt aus nicht die Zukunft vorhersehen kann. Hinsichtlich der zeitlichen Dauer lässt sich im Buch überwiegend zeitdeckendes Erzählen vorfinden. Als Hazel zum Beispiel im elften Kapitel mit Augustus und ihrer Mutter nach Amsterdam fliegt, berichtet sie von den einzelnen Etappen: Zunächst schläft sie im Flugzeug ein, betrachtet nach dem Aufwachen den Ausblick aus dem Fenster und berichtet anschließend von der Landung sowie der Taxifahrt in die Stadt.
1. Einleitung: Einführung in das Thema der Krankheit und des Todes in der Kinder- und Jugendliteratur sowie Vorstellung der zentralen Forschungsfragen und der methodischen Vorgehensweise.
2. Theoretische Grundlagen: Erläuterung der Begriffe zur Kinder- und Jugendliteratur sowie Einführung in erzähltheoretische Analysemethoden, unterteilt in Ebenen des „Wie“ und des „Was“ des Erzählens.
3. Kinder begegnen dem Tod: Pädagogische und psychologische Analyse, wie Kinder und Jugendliche verschiedene Todeskonzepte entwickeln und wie tödliche Erkrankungen durch die Betroffenen und ihr Umfeld erfahren werden.
4. Analyse ausgewählter Romane aus der Kinder- und Jugendliteratur: Anwendung der theoretischen Konzepte auf John Greens „Das Schicksal ist ein mieser Verräter“ und Sally Nicholls „Wie man unsterblich wird“, inklusive der Analyse von Erzählstrukturen und inhaltlichem Erleben.
5. Fazit und Vergleich: Zusammenfassende Auswertung der Ergebnisse und Vergleich der beiden Romane hinsichtlich ihrer erzählerischen Mittel und der Thematisierung von Krankheit und Sterben.
Kinderliteratur, Jugendliteratur, Krankheit, Tod, Erzähltheorie, John Green, Sally Nicholls, Todeskonzept, Selbsterfahrung, Fremderfahrung, Sterbeprozess, Narrative Analyse, Jugendliche Protagonisten, Leukämie, Krebs
Die Arbeit untersucht, wie moderne Kinder- und Jugendliteratur die existenzielle Thematik von Krankheit und Tod verarbeitet und welche erzählerischen Mittel dabei verwendet werden.
Im Zentrum stehen die kindliche Entwicklung von Todeskonzepten, die erzähltheoretische Strukturierung von Romanen sowie das psychologische Erleben von schwerkranken Kindern und deren sozialem Umfeld.
Das Ziel ist die Beantwortung der Frage, wie das Erleben von Krankheit durch die Hauptfiguren dargestellt wird und ob diese Schilderungen eine realistische oder beschönigende Perspektive vermitteln.
Es werden erzähltheoretische Analysen nach Gansel sowie Martínez und Scheffel mit entwicklungspsychologischen Ansätzen verschiedener Theoretiker kombiniert.
Der Hauptteil konzentriert sich auf die Analyse von John Greens "Das Schicksal ist ein mieser Verräter" und Sally Nicholls "Wie man unsterblich wird".
Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Erzählinstanz, Fokalisierung, zeitdeckendes Erzählen, Todeskonzept, Sterbeprozess und die Interaktion zwischen Kranken und Angehörigen.
Ein zentraler Unterschied ist, dass der Protagonist bei Nicholls am Ende stirbt, während Greens Hazel überlebt; beide Romane nutzen jedoch die Ich-Perspektive, um ein authentisches Erleben zu vermitteln.
Das Umfeld, insbesondere die Eltern, neigt oft zur Tabuisierung des Todes, was beim erkrankten Kind Gefühle der Isolation und Einsamkeit auslösen kann, da das Kind oft intuitiv um seine Lage weiß.
Die Ich-Erzählinstanz ermöglicht dem Leser einen unmittelbaren und authentischen Einblick in die Gedanken- und Gefühlswelt der jungen Protagonisten, was die emotionale Empathie erhöht.
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