Bachelorarbeit, 2016
55 Seiten, Note: 1,7
1. Vorwort
2. Ausgewählte Theorien der Nachrichtenselektion
2.1 Gatekeeping-Ansatz
2.2 Nachrichtenwerttheorie
2.3 Forschungsstand
2.4 Ableitung von Hypothesen
3. Begriffserklärungen
3.1 Minoritäten-Thema
3.2 Ausgewähltes Minoritäten-Thema: LGBTI
3.3 Publikationsplattform: massenmediale Presse
4. Methodik
4.1 Vorgehen
4.2 Material- und Unterthemenauswahl
4.2.1 Unterthema: „Homo-Ehe“
4.2.2 Unterthema: Queere Flüchtlinge
4.2.3 Unterthema: Adoptionsrecht/Regenbogenfamilie
4.3 Analysierte Onlineauftritte von Zeitungen
4.3.1 Bild
4.3.2 Süddeutsche Zeitung
4.4 Angaben zum Codebuch
5. Ergebnisse
5.1 Gesamtüberblick
5.2 Überprüfung der Hypothesen und Auswertung der Ergebnisse
6. Fazit und Ausblick
Diese Bachelorarbeit untersucht, ob die Berichterstattung über LGBTI-Themen in deutschen Online-Medien zufälligen Auswahlprozessen unterliegt oder ob dabei festen journalistischen Regeln der Nachrichtenselektion gefolgt wird.
2. Ausgewählte Theorien der Nachrichtenselektion
Schon Ignaz Wrobel alias Kurt Tucholsky stellte 1921 fest, dass der Charakter einer Tageszeitung daraus besteht, was sie bringt und was sie nicht bringt.
„Niemand wird annehmen, daß [sic!] täglich grade so viel geschieht, wie in sechzehn Seiten hineingeht - aber fast Jeder wird annehmen, daß [sic!] da das Wesentlichste, gewissermaßen der Extrakt aller täglichen Geschehnisse, zu lesen sei. [...] - fest steht, daß [sic!] die Presse nicht einfach spiegelt, sondern auswählt [...].“
Und diese Auswahl durchläuft mehrere Stadien: Angefangen bei der Tatsache, dass nur ein Bruchteil des täglichen Geschehens überhaupt zur Kenntnis der Presse gelangt, über den Journalisten, der nach subjektiven Kriterien und einem vermeintlichen Mehrwert für den Rezipienten weiterhin selektiert, bis hin zu dem, was am Ende des Tages dann wirklich publiziert wird oder aus Platzmangel niemals den Weg in die Medien findet. Doch damit ist dieser Prozess noch lange nicht abgeschlossen. Auch auf Seiten der Konsumenten eines Medienproduktes wird fleißig weiter selektiert. In dieser Arbeit finden jedoch nur die Schritte zwei (Gatekeeping-Ansatz und Nachrichtenwerttheorie) und drei (Publikation) Beachtung (siehe Abbildung 1).
Man kann darüber streiten, ob zuerst die Nachrichtenwerttheorie oder der Gatekeeping-Ansatz zu betrachten ist. Muss ein Ereignis über gewisse Nachrichtenfaktoren verfügen, um vom Journalisten ausgewählt zu werden oder wählt ein Journalist ein Ereignis aus und fügt erst durch seine redaktionelle Bearbeitung diese gewissen Faktoren hinzu? Beispielsweise ist ein Erdbeben in Ostsibirien zwar ein Ereignis, ohne einen Bezug dazu - sei es räumlicher, zeitlicher oder persönlicher Art - aber noch lange keine Meldung wert. Erst mit dem Hintergrundwissen, dass zum Beispiel eine ostsibirische Pipeline Erdgas nach Deutschland transportiert, gewinnt das Ereignis an Wert für den durchschnittlichen deutschen Medienkonsumenten.
1. Vorwort: Einleitung in die Themenwahl und Formulierung des journalistischen Anspruchs an die Berichterstattung.
2. Ausgewählte Theorien der Nachrichtenselektion: Vorstellung der theoretischen Grundlagen (Gatekeeping-Ansatz und Nachrichtenwerttheorie) als Basis für die Analyse.
3. Begriffserklärungen: Definition der zentralen Konzepte „Minoritäten-Thema“, „LGBTI“ und „massenmediale Presse“.
4. Methodik: Beschreibung des Forschungsdesigns, der Datengrundlage (150 Artikel) und der Operationalisierung mittels eines Codebuchs.
5. Ergebnisse: Deskriptive Auswertung der erhobenen Daten sowie Überprüfung der Hypothesen zur Nachrichtenselektion.
6. Fazit und Ausblick: Zusammenführung der Erkenntnisse und Beantwortung der Forschungsfrage zu den Spielregeln der Randgruppenberichterstattung.
LGBTI, Nachrichtenselektion, Inhaltsanalyse, Gatekeeping, Nachrichtenwerttheorie, Presse, Journalismus, BILD, Süddeutsche Zeitung, Homo-Ehe, Minderheiten, Medienwirkungsforschung, Online-Berichterstattung, Publizistik, Medien.
Die Bachelorarbeit untersucht, nach welchen journalistischen Kriterien Themen über Minderheiten – am Beispiel von LGBTI – in der deutschen massenmedialen Presse ausgewählt und publiziert werden.
Zentrale Felder sind die Nachrichtenauswahlprozesse, die Rolle von Journalisten als „Gatekeeper“ sowie die Anwendung klassischer Nachrichtenwerttheorien auf Special-Interest-Themen.
Das Ziel ist herauszufinden, ob die Aufnahme von Minderheiten-Themen in die Agenda der Massenmedien „purer Zufall“ ist oder ob es klare „Spielregeln“ gibt, nach denen Nachrichten für eine breite Masse relevant werden.
Es wurde eine quantitative Inhaltsanalyse von 150 Online-Artikeln der Zeitungen „Bild“ und „Süddeutsche Zeitung“ durchgeführt, die auf einem eigens erstellten Codebuch basiert.
Im Hauptteil werden zunächst die theoretischen Ansätze der Nachrichtenselektion diskutiert, anschließend die methodische Vorgehensweise erläutert und schließlich die Ergebnisse der empirischen Analyse zu den Themen „Homo-Ehe“, „Queere Flüchtlinge“ und „Adoptionsrecht/Regenbogenfamilie“ ausgewertet.
Wichtige Begriffe sind insbesondere LGBTI, Nachrichtenselektion, Gatekeeping, Nachrichtenwerttheorie und der Vergleich zwischen Boulevard- und Qualitätsjournalismus.
Ja, die Analyse zeigt, dass beide Medien unterschiedliche redaktionelle Schwerpunkte setzen; während die SZ stärker auf Hintergrundinformationen setzt, zeigt die BILD eine spezifische, teils unerwartet seriöse Herangehensweise bei bestimmten LGBTI-Themen.
Die Autorin kommt zu dem Ergebnis, dass originäre und seriös aufbereitete Beiträge mit einer mittleren Artikellänge und einer gewissen Personalisierung die besten Publikationschancen haben, um in den massenmedialen Fokus zu rücken.
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