Diplomarbeit, 2010
91 Seiten, Note: 3,0
1. Einleitung
2. Warum eine Handlungstheorie?
2.1. Klärung der Begrifflichkeiten
2.1.1. Definition Jugendlicher - Eingrenzung
2.1.2. Definition Jugendarbeit
2.1.3. Definition Bewusstsein - Bewusstseinsbildung
2.1.4. Definition Handlungstheorie
2.2. Status Quo
2.3. Derzeitige Rolle der SA im Jugendbereich
3. Theoretische Begründung
3.1. Humanismus
3.1.1. Radikaler Humanismus
3.1.2. Empowerment
3.2. Psychotherapie
3.2.1. Personen-zentrierter Ansatz
3.2.2. Stufenmodell der psychosozialen Entwicklung
3.2.3. Bindungstheorie
3.3. Methoden
3.3.1. Konfrontative Soziale Arbeit
3.3.2. Akzeptierende Soziale Arbeit
4. Ebenen der Theorie
4.1. Mikroebene: Autonomie der Jugendlichen
4.1.1. Identitätsfindung
4.1.2. Das “Ego”
4.1.3. Jugendlichen Bewusstheit lehren
4.2. Mesoebene: Familie und Gemeinschaft
4.2.1. Ansprüche an die Jugendlichen und die Moral
4.2.2. Systeme, in denen Jugendliche sich bewegen
4.2.3. Ego in Familien
4.3. Makroebene: Gesellschaft und Umwelt
4.3.1. Menschenrechte
4.3.2. Sozialer Wandel
4.3.3. Das kollektive Ego
5. Bewusstseinsbildende Jugendarbeit
5.1. Humanismus als Wertebasis
5.1.1. Wertesystem
5.1.2. Liebe
5.1.3. „Äußere Welt“
5.1.4. „Innere Welt“
5.2. Psychotherapeutische Einflüsse
5.2.1. Arbeit mit „Herz“ und „Kopf“
5.2.2. Bindungen erkennen und Störungen vermeiden
5.2.3. Zeitfaktor
5.3. Interventionsmethoden
5.3.1. Erikson’s Stufenmodell
5.3.2. Akzeptierende Arbeit
5.3.3. Konfrontative Arbeit
5.3.4. Abbau egomotivierter Verhaltensweisen
5.4. Umsetzung der Ebenen
5.4.1. Jugendlicher autonom
5.4.2. Jugendlicher in der Gemeinschaft
5.4.3. Jugendlicher in der Welt
5.5. Elternarbeit
5.5.1. Bedeutung der Eltern
5.5.2. Bewusstseinsarbeit
5.6. Zusammenfassung
6. Bedeutung für die Soziale Arbeit
6.1. Funktion der SozialarbeiterInnen
6.1.1. Anforderungen an SozialarbeiterInnen/ Skills
6.1.2. Verantwortlichkeit
6.1.3. Bewusstsein schulen
6.2. Ausblick/ Zukunftsvisionen
7. Schlusswort
8. Literaturverzeichnis
Die Arbeit entwickelt die Handlungstheorie „Bewusstseinsbildende Jugendarbeit“, um dissoziale und orientierungslose Jugendliche zwischen 16 und 19 Jahren zu stärken, indem sie durch Bewusstwerdung ihrer inneren Vorgänge befähigt werden, ihr Leben aktiv und eigenverantwortlich zu gestalten.
4.1.2. Das “Ego”
Ein maßgeblicher Teil der Identitätsentwicklung/ -findung ist das Ego. Identität und Ego sind eng miteinander verbunden, denn das Eine beeinflusst das Andere.
Ich widme dem Ego des Menschen ein extra Kapitel, da ich es als eines der wichtigsten Punkte ansehe, mit dem sich Menschen, in meinem Fall die Jugendlichen, auseinandersetzen müssen. Gerade im Zuge der Identitätsfindung und –ausbildung hat das Ego einen gewichtigen Platz.
Anfänglich war es meine Absicht die unterschiedlichen Verständnisse des Ego von Freud und Tolle einander gegenüberzustellen, jedoch macht es inhaltlich hier keinen Sinn. Beide Männer beschreiben unterschiedliche Arten und Verständnisse des Ego, die wenig bis nichts miteinander zu tun haben.
Freud hat den Begriff des Ego nachhaltig geprägt. Bei Freud gibt es die Dreierspaltung der Persönlichkeit in das Es, das Ego (oder Ich) und das Über-Ich. Das Es beinhaltet die animalischen Triebe, die rudimentären Bedürfnisse ohne Moral oder Ordnung. Das Über-Ich hat die Rolle des schlechten Gewissens, das nach Regeln und Normen agiert. Meist sind diese Regeln, jene, die einem Menschen anerzogen wurden und welche einem die Gesellschaft vorgibt. Das Ego (oder Ich) ist der Teil der Persönlichkeit, der versucht diese zwei konträren Standpunkte zu verbinden und das Spannungsfeld zu minimieren.
Obwohl Freuds Ansatz und Verständnis passen könnte, möchte ich Tolles Verständnis des Egos verwenden, weil es zur Theorie der Bewusstseinsbildenden Jugendarbeit besser passt, daher stützen sich die weiteren Ausführungen auf den Egobegriff von Eckhart Tolle. Dieser neuartige Ansatz wird hier vorgestellt. In seinem Buch Eine neue Erde. Bewusstseinssprung anstelle von Selbstzerstörung beschreibt er das Ego als „das falsche Bild, das man sich von sich selbst macht“. (Tolle 2005, 36)
1. Einleitung: Die Einleitung thematisiert die Wahrnehmung auffälliger Jugendlicher in der Gesellschaft und begründet die Entwicklung der Handlungstheorie aus der praktischen Erfahrung heraus.
2. Warum eine Handlungstheorie?: Dieses Kapitel klärt zentrale Begriffe, den Status Quo der Jugendarbeit und die Notwendigkeit, Jugendlichen bei ihrer Desorientierung zu unterstützen.
3. Theoretische Begründung: Hier werden die theoretischen Fundamente der Arbeit, namentlich Humanismus, Psychotherapie und verschiedene sozialarbeiterische Methoden, hergeleitet und begründet.
4. Ebenen der Theorie: Die Theorie wird in drei Ebenen unterteilt: Die Mikroebene (Autonomie), die Mesoebene (Familie und Gemeinschaft) und die Makroebene (Gesellschaft und Umwelt).
5. Bewusstseinsbildende Jugendarbeit: Dieses Hauptkapitel erläutert konkret das Wertesystem, die psychotherapeutischen Einflüsse und die methodische Umsetzung der Bewusstseinsbildung sowie Elternarbeit.
6. Bedeutung für die Soziale Arbeit: Abschließend werden die Anforderungen an SozialarbeiterInnen, deren Verantwortlichkeit und Möglichkeiten der praktischen Implementierung der Theorie diskutiert.
7. Schlusswort: Das Schlusswort fasst den Entstehungsprozess der Diplomarbeit zusammen und äußert den Wunsch, die Theorie in der Praxis weiterzuentwickeln.
8. Literaturverzeichnis: Hier sind sämtliche im Text verwendeten Quellen und Internetressourcen aufgelistet.
Bewusstseinsbildende Jugendarbeit, Handlungstheorie, Soziale Arbeit, Identitätsfindung, Ego, Humanismus, Empowerment, Personenzentrierter Ansatz, Konfrontative Pädagogik, Akzeptierende Arbeit, Bindungstheorie, Selbstverantwortung, Persönlichkeitsentwicklung, Jugendliche, Psychische Stabilität.
Die Arbeit befasst sich mit der Entwicklung einer neuen Handlungstheorie für die Soziale Arbeit, die explizit darauf ausgerichtet ist, die Identitätsfindung und das Bewusstsein von Jugendlichen zu fördern.
Zentrale Themen sind die Arbeit mit dem menschlichen „Ego“, die Bedeutung von Bindungserfahrungen, die Balance zwischen akzeptierenden und konfrontativen Arbeitsmethoden sowie die Förderung der Eigenverantwortung.
Das primäre Ziel ist es, Jugendlichen im Alter zwischen 16 und 19 Jahren, die durch Orientierungslosigkeit oder dissoziales Verhalten auffallen, durch einen neuen Handlungsansatz dabei zu unterstützen, ein stabiles Selbstbild und einen eigenen Platz in der Gesellschaft zu finden.
Es wird ein eklektischer Ansatz verfolgt, der Elemente aus dem Humanismus, der Psychotherapie (insbesondere nach Carl Rogers), der Bindungstheorie und der systemischen Betrachtungsweise kombiniert.
Im Hauptteil werden die theoretischen Grundlagen (Mikro-, Meso- und Makroebene) und die konkrete Ausgestaltung der Bewusstseinsbildenden Jugendarbeit, inklusive Interventionsmethoden wie Konfrontation und Akzeptanz, detailliert dargelegt.
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Bewusstsein, Identität, Empowerment, Ego-Auflösung, Selbstverantwortung und Humanismus charakterisiert.
In dieser Theorie wird Konfrontation nicht primär als Druckmittel zur Normeinhaltung gesehen, sondern als pädagogisches Instrument, um Jugendlichen eine positive Streitkultur zu vermitteln und ihnen ihren Handlungsspielraum bewusst zu machen.
Eltern spielen eine essenzielle Rolle, da sie durch ihre eigene Beziehungsgestaltung und ihr Vorbild die Basis für das Urvertrauen und die Bindungsfähigkeit ihrer Kinder legen; daher wird Bewusstseinsarbeit mit Eltern als präventives Element verstanden.
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