Examensarbeit, 2003
101 Seiten, Note: 1
Didaktik für das Fach Englisch - Pädagogik, Sprachwissenschaft
1 Einleitung
2 Ziele und Grenzen der Lernstandsermittlung
2.1 Die Ziele der Lernstandsermittlung
2.1.1 Optimierung der Methoden des Englischunterrichts
2.1.2 Entwicklung eines Englischcurriculums und Evaluation der Erreichung der Unterrichtsziele
2.1.3 Objektive und differenzierte Diagnose von Schülerleistungen
2.1.4 Hilfestellung beim Übergang von der Grundschule in die Sekundarstufe
2.2 Grenzen der Lernstandsermittlung
3 Entwicklung einer Systematik zur Ermittlung fremdsprachlicher Kenntnisse
3.1 Die Komponenten der Inhaltsdimension
3.1.1 Wortschatz
3.1.2 Grammatik
3.1.3 Auditive Fähigkeiten
3.1.4 Vokale Fähigkeiten
3.2 Die Komponenten der Prozessdimension
3.2.1 Hörverstehen
3.2.2 Sprechen
3.2.3 Lesen
3.2.4 Schreiben
3.3 Gewichtung der Komponenten
4 Wissenschaftliche Qualitätskriterien zur Konstruktion einer Lernstandsermittlung
4.1 Gütekriterien für Tests
4.1.1 Validität
4.1.2 Reliabilität
4.1.3 Objektivität
4.1.4 Trennschärfe und Schwierigkeit
4.1.5 Normierung
4.1.6 Ökonomie
4.2 Besonderheiten der Entwicklung eines Grundschulkindes
5 Entwicklung eines exemplarischen Verfahrens
5.1 Aufgaben zur Messung des Wortschatzes
5.2 Aufgaben zur Messung der Grammatikkenntnisse
5.3 Aufgaben zur Messung der auditiven Fähigkeiten
5.4 Aufgaben zur Messung der vokalen Fähigkeiten
5.5 Aufgaben zur Messung des Hörverstehens
5.6 Aufgaben zur Messung des Sprechens
5.7 Vorschlag zum Gesamtablauf der Lernstandsermittlung
6 Diskussion und Fazit
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, ein theoretisches Rahmenmodell sowie darauf aufbauende methodische Ansätze zur Erfassung englischer Sprachkenntnisse bei Grundschülern zu entwickeln. Dabei steht die wissenschaftlich fundierte, differenzierte Diagnose im Mittelpunkt, um eine Grundlage für die Optimierung des Englischunterrichts, die curriculare Entwicklung und den erfolgreichen Übergang in die Sekundarstufe zu schaffen.
3.1.2 Grammatik
Ein weiterer Kernbereich des Fremdsprachenunterrichts ist die Grammatik (Klippel 2000: 44). Dabei geht es in der Grundschule nicht darum, grammatische Regeln als solche zu kennen. Vielmehr sollen Schüler handelnd mit ihnen umgehen (Klippel 2000: 71), d.h. Muster der Fremdsprache kennen und sie in Sprechsituationen anwenden. Durch die Kenntnis der Muttersprache haben Schüler ein implizites Wissen wie Sprache aufgebaut ist (Quetz 1998: 273). Sie sind im Stande, Sprachmuster zu erkennen und zu dekodieren. Auf dieser muttersprachlichen Basis und mit Hilfe des situativen Kontexts (z.B. der Umgebung im Klassenraum, der Gestik und Mimik des Lehrers oder der Spielsituation) sind Schüler in der Lage, englische Sätze zu entschlüsseln, also den Sinnzusammenhang der erkannten Vokabeln zu erschließen und, im Rahmen ihres Wortschatzes, durch Bilden von Analogien, neue Sätze zu formulieren.
Mittels häufiger Wiederholung prägen sie sich diese ein und lernen auch die Fälle kennen, wo sich Muster der Mutter- und Fremdsprache unterscheiden. Je schneller und differenzierter diese Dekodierung und das Bilden der Analogien gelingt, desto besser ist die Grammatik des Schülers.
So lernt der Schüler, mit Ein- und Zweiwortsätzen beginnend, die Bildung von Nominalphrasen und elliptischen Sätzen sowie schließlich die Konstruktion von vollständigen Sätzen (vgl. Kahl & Knebler: 48-49; Cameron 2001: 101). In der Regel werden Grundschüler einfache Aussage- und Fragesätze im Präsens (simple present und present progressive) produktiv beherrschen, während sie das simple past rezeptiv verstehen (Klippel 2000: 71). Die verwendete Komplexität der Satzstruktur eines Schülerbeitrags ist also ein zentrales Kriterium zur Beurteilung der Grammatikkenntnisse. Doyé und Lüttge (1977: 133/137) haben eine Liste von Satzstrukturen vorgeschlagen, die in der vierten Klasse erarbeitet werden können. Diese Liste beinhaltet Phrasen, wie beispielsweise sich vorzustellen (My name is...) oder etwas benennen können (This is a...). Sie kann bei der Entwicklung der Lernstandsermittlung als Basis für die Beschreibung dienen, was Schüler am Ende der vierten Klasse können sollten.
1 Einleitung: Diese Einleitung beleuchtet die steigende Bedeutung des Englischunterrichts in der Grundschule und begründet die Notwendigkeit valider Lernstandsdiagnosen für die Unterrichtsqualität.
2 Ziele und Grenzen der Lernstandsermittlung: Hier werden die diagnostischen Potenziale von Lernstandsermittlungen definiert und von der konventionellen Leistungsmessung abgegrenzt, wobei auch die Limitierungen des Ergebnisfokus diskutiert werden.
3 Entwicklung einer Systematik zur Ermittlung fremdsprachlicher Kenntnisse: In diesem Kapitel wird ein zweidimensionales Modell (Inhalts- und Prozessdimension) hergeleitet, das als theoretisches Fundament für die Messung fremdsprachlicher Kompetenzen dient.
4 Wissenschaftliche Qualitätskriterien zur Konstruktion einer Lernstandsermittlung: Dieser Abschnitt erläutert die zentralen gütheoretischen Kriterien wie Validität, Reliabilität und Objektivität, die für die wissenschaftliche Konstruktion von Testverfahren unabdingbar sind.
5 Entwicklung eines exemplarischen Verfahrens: Hier wird die praktische Umsetzung des Messmodells beschrieben, indem konkrete Aufgabenformate für die verschiedenen Kompetenzbereiche und ein Gesamtablauf der Lernstandsermittlung vorgeschlagen werden.
6 Diskussion und Fazit: Der abschließende Teil reflektiert die Ergebnisse der Arbeit, erörtert die Anwendbarkeit des Modells und diskutiert die Konsequenzen für die zukünftige Forschung und Schulpraxis.
Englischunterricht, Grundschule, Lernstandsermittlung, Sprachdiagnose, Inhaltsdimension, Prozessdimension, Testgütekriterien, Kompetenzmessung, Fremdsprachendidaktik, Validität, Reliabilität, Objektivität, Curriculum, Computer Based Testing, Sprachförderung
Die Arbeit beschäftigt sich mit der wissenschaftlichen Entwicklung von Methoden zur Erfassung des Lernstands im Fach Englisch an Grundschulen.
Im Fokus stehen die theoretische Definition von Fremdsprachenkompetenz, die Ableitung wissenschaftlicher Gütekriterien für Tests sowie die praktische Konstruktion exemplarischer Messinstrumente.
Das Ziel ist die Erstellung eines theoretischen Modells, das eine präzise und differenzierte Erfassung von Englischkenntnissen ermöglicht, um daraus praktische Schlussfolgerungen für den Unterricht ziehen zu können.
Die Arbeit nutzt ein zweidimensionales Konstrukt (Inhalts- und Prozessdimension) zur Definition der Sprachkenntnisse und wendet testtheoretische Gütekriterien zur methodischen Ausarbeitung der Testaufgaben an.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Systematik der Sprachkompetenz, die Diskussion wissenschaftlicher Qualitätskriterien sowie die Entwicklung konkreter Testformate für Wortschatz, Grammatik, auditive und vokale Fähigkeiten sowie Hörverstehen und Sprechen.
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Englischunterricht, Grundschule, Lernstandsermittlung, Sprachdiagnose, Messmodell und Testgütekriterien beschreiben.
Da es in der Grundschule oft an verbindlichen Curricula mangelt, ist der Lernstand der Schüler beim Übergang meist unbekannt; die Arbeit argumentiert, dass standardisierte Lernstandsermittlungen hier als Orientierungshilfe für Sekundarschullehrkräfte dienen können.
CBT wird als effiziente Alternative zu klassischen Testverfahren gesehen, da es Vorteile wie Zeitersparnis bei der Auswertung, individuelle Anpassungsfähigkeit und eine kindgerechte, motivierende Durchführung bietet.
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