Examensarbeit, 2001
171 Seiten, Note: sehr gut
1. Einleitung
2. Die Tabaksteuer
2.1 Die Bedeutung der Tabaksteuer für den Staatshaushalt
2.2 Die Struktur der Tabaksteuer
2.2 Die effektive Steuerbelastung einer einzelnen Zigarette
2.3 Fazit
3. Nationale Richtlinien zu Werbung und Sponsoring bezüglich Tabakerzeugnissen
3.1 Die Gesetzgebungen der einzelnen EU-Mitgliedsstaaten
3.2 Fazit
4. Chronologie der Entstehung der EU-Richtlinie über Werbung und Sponsoring zugunsten von Tabakerzeugnissen
4.1 Zeitlicher Verlauf
4.2 Fazit
5. Gesellschaftliche Mißstände, die eine Stärkung der Jugend notwendig machen
5.1 Systemprägung der Gesellschaft
5.2 Die Ausnutzung der Geschlechterrollen durch die Werbung
5.3 Fremdbestimmung des Selbstbildes
5.4 Kinder und Wertesystem
5.5 Gesellschaftliche Rahmenbedingungen
5.5.1 Rahmenbedingungen der Kindheit
5.5.2 Kommerzialisierung der Jugendkultur
5.5.3 Kommerzialisierung der Gesamtgesellschaft
5.6 Familie und Erziehung
5.7 Ungünstige sozioökonomische Bedingungen
6. Folgen einer dem Leben zuwiderlaufenden Orientierung
6.1 Suchtorientierung der Gesellschaft
6.2 Der Dualismus der Erziehung
6.3 Erziehungsziele
6.3.1 Gesellschaftliche Fortentwicklung
6.3.2 Erziehung und Lernen in der Schule
6.3.3 Erziehung innerhalb der Familien
6.4 Fazit
7. Was ist Werbung
7.1 Definition: Werbung
7.2 Zielstellung einer Werbekampagne
7.3 Werbestrategien
7.3.1 Die Positionierung am Markt
7.3.2 Zielgruppenbestimmung
7.3.3 Wahrnehmung der Werbung
7.3.4 Die Werbebotschaft und die Bedeutungsverleihung
7.3.5 Kritik an der Werbung
8. Disskussion des Tabakwerbeverbotes
8.1 Befürwortung und Ablehnung des Tabakwerbeverbotes
8.2 Ist durch das Tabakwerbeverbot die Meinungsfreiheit bedroht?
8.3 Wirksamkeit von Tabakwerbeverboten als gesundheitspolitische Maßnahme
8.4 Zigarettenkonsum vor und nach der Einführung totaler Tabakwerbeverbote in Italien, Norwegen und Finnland
8.5 Die Ursachen für Tabakkonsum bei Jugendlichen liegen nicht nur in der Werbung
8.6 Werbeverbot als gesundheitspolitische Maßnahme
8.6 Weitere gesundheitspolitische Regelungen der EU-Kommission
8.7 Verändert Tabakwerbung nur den Konsum oder nur Marktanteile?
8.9 Rechtlicher Hintergrund
8.9.1 Die gesundheitspolitische Zuständigkeit der EU
8.9.2 Disversifizierungsprodukte
8.9.3 Schadensersatzklagen gegen Tabakkonzerne
8.10 Die Kritik an der EU-Bürokratie
8.10.1 Zur Bevormundung
8.10.2 Zur wachsenden Kritik an der EU-Bürokratie
8.11 Fazit
9. Konzepte der Tabakkonzerne für die Zeit nach einem totalen Werbeverbot
10. Tabakwerbung im Internet – Ein rechtsfreier Raum?
11. Prävention
11.1 Was ist Prävention?
11.2 Dimensionen der Prävention
11.2.1 Die Spezifität
11.2.2 Die Zielgruppe
11.2.3 Die Interventionsebene
11.3 Wandel der Präventionsstrategie in der Öffentlichkeitsarbeit
11.4 Social Marketing
11.5 Strategien und Maßnahmen der angewandten Drogenprävention
11.6 Risikowahrnehmung und Risikoeinschätzung
11.7 Furchtappelle und die Vermittlung geeigneter Handlungskompetenzen
11.8 Die Effektivität der unterschiedlichen Präventionsstrategien
11.9 Fazit
12. Geschlechtsbezogene Suchtprävention
12.1 Die Bedeutung des Geschlechtes für die Prävention
12.2 Begründung für den Einsatz geschlechtsbezogener Suchtprävention
12.3 Theorie der geschlechtsbezogenen Suchtprävention
12.5 Mädchenspezifische Suchtprävention
12.6 Jungenspezifische Suchtprävention
12.7 Geschlechterübergreifende Konzepte der Suchtprävention bei Jugendlichen
12.8 Die Peergroup
12.9 Rauchen als Bewältigungsstrategie der Pubertätskonflikte
13. Vorstellung konkreter Präventionbemühungen
13.1 Einzelfallhelfer des Jugendamtes
13.2 Prävention an Schulen
13.2.1 Die Willy-Brandt-Gesamtschule in Köln-Höhenhaus
13.2.2 Die Heinrich-Böll-Gesamtschule in Köln-Chorweiler
13.3.3 Städtisches Gymnasium Thusneldastraße in Köln Deutz
13.4 Fazit
14. Schlußwort
Die Arbeit untersucht die Mechanismen, durch die Tabakwerbung eine Suchtstruktur bei Jugendlichen fördert, und analysiert kritisch, inwieweit präventive Maßnahmen und gesetzliche Werbeverbote der Europäischen Union effektiv dazu beitragen können, die Raucherquote zu senken. Die Forschungsfrage fokussiert dabei auf die Notwendigkeit ganzheitlicher Erziehungsansätze, die soziale Kompetenzen stärken und Jugendliche resistenter gegenüber manipulativen Konsumanreizen machen.
Systemprägung der Gesellschaft
Unsere Gesellschaft ist von einem System geprägt, dessen Kultur auf den Werten und Normen des christlichen Abendlandes basiert, diese jedoch, wie beispielsweise die Zehn Gebote, nicht befolgt. Innerhalb dieser Kultur hat der Einzelne sich anzupassen, da Normverletzungen und Grenzüberschreitungen eine Bedrohung des etablierten Systems sein könnten und, aus einer Selbsterhaltungsmotivation der Eliten, mit Sanktionen versehen und unterbunden werden. Normkonformes Verhalten führt dagegen zu Belohnungen, wird verstärkt und stützt das bestehende System mit seinem Normen-Gefüge.
Dies ist der Grund, warum in unserer säkularisierten Gesellschaft, Veränderungen, die den kirchlichen Moralvorstellungen, mit ihren ungenannten, ins Unterbewußtsein gedrungen Regeln entgegenstehen, nur schwerlich durchsetzbar sind.
1. Einleitung: Die Arbeit führt in die Fragestellung ein, wie Tabakwerbung die Suchtstruktur Jugendlicher manipuliert und welche Rolle staatliche Prävention in diesem Kontext spielen sollte.
2. Die Tabaksteuer: Dieses Kapitel erläutert die steuerliche Struktur und die wirtschaftliche Bedeutung des Zigarettenverkaufs für den Staatshaushalt.
3. Nationale Richtlinien zu Werbung und Sponsoring bezüglich Tabakerzeugnissen: Hier werden die unterschiedlichen gesetzlichen Regelungen der EU-Mitgliedsstaaten zur Tabakwerbung detailliert vorgestellt.
4. Chronologie der Entstehung der EU-Richtlinie über Werbung und Sponsoring zugunsten von Tabakerzeugnissen: Es wird der langwierige politische Prozess nachgezeichnet, der zur EU-Richtlinie über das Tabakwerbeverbot führte.
5. Gesellschaftliche Mißstände, die eine Stärkung der Jugend notwendig machen: Dieses Kapitel analysiert gesellschaftliche Rahmenbedingungen wie Geschlechterrollen, das Selbstbild und die Kommerzialisierung, die Jugendliche anfällig für Sucht machen.
6. Folgen einer dem Leben zuwiderlaufenden Orientierung: Es wird untersucht, wie eine suchtorientierte Gesellschaft und ein dualistisches Erziehungsmodell die Identitätsbildung Jugendlicher negativ beeinflussen.
7. Was ist Werbung: Grundlagen der Werbepsychologie und -strategien sowie deren manipulatives Potenzial werden hier definiert und kritisch hinterfragt.
8. Disskussion des Tabakwerbeverbotes: Das Kapitel diskutiert die Argumente von Befürwortern und Gegnern eines Tabakwerbeverbots vor dem Hintergrund gesundheitspolitischer und juristischer Aspekte.
9. Konzepte der Tabakkonzerne für die Zeit nach einem totalen Werbeverbot: Es werden alternative Marketinginstrumente analysiert, die Tabakkonzerne trotz Werbeverboten nutzen.
10. Tabakwerbung im Internet – Ein rechtsfreier Raum?: Dieses Kapitel beleuchtet die Schwierigkeiten der Regulierung von Tabakwerbung im digitalen Zeitalter.
11. Prävention: Hier werden verschiedene Präventionsstrategien, ihre Effektivität und der Wandel von der Abschreckung hin zur Förderung von Lebenskompetenzen erörtert.
12. Geschlechtsbezogene Suchtprävention: Der Fokus liegt auf der Bedeutung des Geschlechts bei der Suchtprävention und der Notwendigkeit spezifischer Ansätze für Jungen und Mädchen.
13. Vorstellung konkreter Präventionbemühungen: Praktische Beispiele aus der Jugendarbeit und von verschiedenen Schultypen zeigen Möglichkeiten einer ganzheitlichen Prävention auf.
14. Schlußwort: Das Fazit fasst zusammen, dass eine effektive Suchtprävention primär bei der Stärkung der Persönlichkeit und der sozialen Kompetenzen ansetzen muss.
Tabakwerbung, Suchtprävention, Jugendliche, Europäische Union, Sozialisation, Konsumzwang, Gesundheitsvorsorge, Lebenskompetenzen, Jugendarbeit, Medienmanipulation, Raucherquote, Tabaksteuer, Erziehung, Wertevermittlung, Jugendschutz
Die Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen Tabakwerbung, gesellschaftlichen Rahmenbedingungen und der Entstehung von Suchtverhalten bei Jugendlichen.
Die Themenfelder umfassen Marketingstrategien, die gesundheitspolitische Regulierung durch die EU sowie pädagogische Konzepte zur Prävention an Schulen.
Das Ziel ist aufzuzeigen, dass ein reines Werbeverbot zur Suchtbekämpfung nicht ausreicht, und stattdessen die Stärkung der sozialen Kompetenzen und Persönlichkeit Jugendlicher gefordert werden muss.
Der Autor führt eine Literaturanalyse sowie eine Auswertung politischer und ökonomischer Dokumente durch und vergleicht verschiedene Präventionsansätze.
Im Hauptteil wird kritisch hinterfragt, ob Werbeverbote tatsächlich wirken, und es werden Alternativen in Form von Lebenskompetenz-Training an Schulen präsentiert.
Zu den wichtigsten Begriffen gehören Tabakwerbung, Suchtprävention, Jugendliche, Medienmanipulation und Lebenskompetenzen.
Der Autor sieht das Verbot kritisch, da es sich eher um eine populistische Maßnahme handelt, die die tieferliegenden gesellschaftlichen Ursachen für das Suchtverhalten vernachlässigt.
Die Schule wird als zentraler Ort gesehen, der über die reine Wissensvermittlung hinausgehen muss, um Jugendliche durch ein gesundes Sozialklima vor Sucht zu schützen.
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