Bachelorarbeit, 2013
57 Seiten, Note: 1,5
I. Einleitung
II. Begriffsbestimmungen
II.1. Definition Armut
II.1.1. Absolute Armut
II.1.2. Relative Armut
I.2. Definition soziale Ungleichheit
II.2.1. Bildungsungleichheit und Chancengleichheit
II.3. Überblick: Das deutsche Bildungssystem
III. Kinderarmut in Zahlen
III.1. Kinderarmut in Deutschland
III.1.1. Unterschied zwischen Ost – und Westdeutschland
III.1.2. Urbanisierung der Kinderarmut
III.1.3. Differenzierung der Kinderarmut nach dem Alter der Betroffenen
III.2. Deutschland im Vergleich zu anderen westlichen Industriestaaten
IV. Ursachen der Kinderarmut
IV.1. Nicht – strukturelle Faktoren
IV.2. strukturelle Faktoren
V. Folgen der Kinderarmut
V.1. Differenzierung nach Lebenslagendimensionen
V.1.1. Materielle Versorgung
V.1.2. Soziale Lage
V.1.3. Gesundheitliche Lage
V.1.4. Kulturelle Lage
VI. Theorien zur Bildungsungleichheit
VI.1. Der Ansatz von Raymond Boudon
VI.1.1. Primäre Herkunftseffekte
VI.1.2. Sekundäre Herkunftseffekte
VI.1.3. Das Modell für die Entstehung und Reproduktion von sozialer Ungleichheit der Bildungschancen nach Raymond Boudon
VI.2. Die Illusion der Chancengleichheit nach Pierre Bourdieu
VI.2.1. Bildungsprivileg und Bildungschancen
VI.2.2. Die Aufrechterhaltung der Ordnung
VII. Darstellung ausgewählter staatlicher Maßnahmen gegen relative Kinderarmut in Deutschland
VII.1. Das Betreuungsgeld
VII.2. Das Bildungs- und Teilhabepaket
VIII. Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht die Auswirkungen von Kinderarmut auf die Bildungschancen betroffener Kinder in Deutschland und bewertet staatliche Maßnahmen zur Armutsbekämpfung kritisch hinsichtlich ihrer Effektivität im Bereich der Chancengleichheit.
VI.2.1. Bildungsprivileg und Bildungschancen
Die Grundlage des ersten Teils „Bildungsprivileg und Bildungschancen“ bildet die statistische Untersuchung der beiden Soziologen Anfang der 1960er Jahre an französischen Universitäten, die zu dem Ergebnis führte, dass ungleiche Bildungschancen nach der Zugehörigkeit zu den verschiedenen sozialen Klassen bestehen.
Die gewonnen Statistiken zeigen, dass die verschiedenen sozialen Klassen sehr ungleich in den Hochschulen vertreten waren und eine starke Abhängigkeit des Hochschulbesuches vom Beruf der Eltern, insbesondere dem des Vaters, besteht.
Diese schichtspezifischen Bildungsunterschiede treten nicht erst im Tertiärbereich des Bildungssystems auf, sie zeigen sich, wie aus dem Verlauf dieser Arbeit hervorgeht, schon wesentlich früher und nehmen ihren Anfang noch vor dem Beginn der Grundschule.
Auch Pierre Bourdieu und Jean – Claude Passeron kamen zu dem Schluss, dass die Chancen für den Hochschulbesuch das Ergebnis einer Auslese sind, die die gesamte Schulzeit mit einer je nach der sozialen Herkunft der Schüler unterschiedlichen Strenge gehandhabt wird, was gerade bei den unterprivilegierten Klassen zu einer Eliminierung aus dem Bildungssystem führt.
Nun stellte sich für die beiden Soziologen jedoch die Frage, welche verborgenen Mechanismen diese Bildungsunterschiede begünstigen. Hier zeigen sich Parallelen zu Raymond Boudons Ansatz der sozialen Distanz verschiedener sozialer Klassen zu bestimmten Bildungsabschlüssen.
I. Einleitung: Die Arbeit stellt die Problematik der Kinderarmut in Deutschland dar und fokussiert auf die Auswirkungen auf Bildungschancen sowie die kritische Hinterfragung staatlicher Gegenmaßnahmen.
II. Begriffsbestimmungen: Hier werden zentrale Begriffe wie absolute und relative Armut, soziale Ungleichheit sowie das deutsche Bildungssystem definiert und in den theoretischen Kontext gesetzt.
III. Kinderarmut in Zahlen: Dieses Kapitel liefert eine statistische Bestandsaufnahme der Kinderarmut unter Berücksichtigung regionaler Unterschiede sowie eines internationalen Vergleichs.
IV. Ursachen der Kinderarmut: Die Arbeit unterscheidet zwischen nicht-strukturellen und strukturellen Faktoren und analysiert insbesondere das Zusammenwirken von Staat, Markt und Familie.
V. Folgen der Kinderarmut: Der Fokus liegt hier auf den Auswirkungen der Armut in vier Dimensionen der Lebenslage, namentlich materielle Versorgung, soziale Lage, Gesundheit und Bildung.
VI. Theorien zur Bildungsungleichheit: Die Ansätze von Raymond Boudon und Pierre Bourdieu dienen als theoretische Erklärungsgrundlage für die Reproduktion von Bildungsungleichheit.
VII. Darstellung ausgewählter staatlicher Maßnahmen gegen relative Kinderarmut in Deutschland: Es erfolgt eine kritische Betrachtung des Betreuungsgeldes und des Bildungs- und Teilhabepakets.
VIII. Fazit: Die Arbeit schließt mit einer kritischen Bewertung der Wirksamkeit staatlicher Maßnahmen und gibt Ausblicke auf notwendige strukturelle Reformen im Bildungssystem.
Kinderarmut, Bildungsungleichheit, Chancengleichheit, Soziale Ungleichheit, relative Armut, Bildungssystem, Bildungs- und Teilhabepaket, Betreuungsgeld, Raymond Boudon, Pierre Bourdieu, kulturelles Kapital, soziale Herkunft, Bildungsabschluss, Bildungsreform, Sozialstaat.
Die Bachelor-Thesis befasst sich mit der Situation von Kindern in relativer Armut in Deutschland und untersucht, wie diese Lebenslage die Bildungschancen der betroffenen Kinder beeinflusst.
Die Arbeit verknüpft statistische Analysen der Kinderarmut mit soziologischen Theorien zur Bildungsungleichheit und einer politischen Bewertung staatlicher Fördermaßnahmen.
Das Hauptziel ist es, den Zusammenhang zwischen Kinderarmut und Bildungsungleichheit aufzudecken und staatliche Maßnahmen wie das Bildungs- und Teilhabepaket kritisch zu hinterfragen.
Die Arbeit basiert auf einer Literatur- und Datenanalyse, wobei insbesondere soziologische Modelle (Boudon, Bourdieu) auf die aktuelle Situation in Deutschland angewendet werden.
Der Hauptteil gliedert sich in eine statistische Bestandsaufnahme, eine Analyse der Folgen von Armut in verschiedenen Lebensbereichen sowie die theoretische Fundierung der Bildungsungleichheit durch etablierte soziologische Konzepte.
Wesentliche Begriffe sind Chancengleichheit, kulturelles Kapital, soziale Herkunft, relative Kinderarmut und der staatliche Sozialstaatseinfluss auf Bildungsentscheidungen.
Der Autor argumentiert, dass das Betreuungsgeld Eltern finanziell dafür entlohnt, Kinder aus frühkindlichen Bildungseinrichtungen fernzuhalten, was herkunftsbedingte Bildungsungleichheiten eher verfestigt als minimiert.
Kritisiert werden vor allem der hohe bürokratische Aufwand, die geringe Quote für individuelle Lernförderung und die reine Defizitorientierung der Maßnahmen.
Das kulturelle Kapital wird als entscheidendes Hindernis oder Privileg für den schulischen Erfolg identifiziert, da das Bildungssystem Einstellungen und Sprachformen voraussetzt, die benachteiligte Kinder oft nicht im Elternhaus erwerben können.
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