Masterarbeit, 2016
95 Seiten, Note: 1,3
Einleitung
1. Der Eliminative Materialismus (EM)
1.1 Die Grundlagen des EM
1.1.1 Das Körper-Geist-Problem
1.1.2 Lösungsansätze für das Körper-Geist-Problem.
1.1.3 Der Einfluss von Hanson, Feyerabend und Sellars
1.2 Die Thesen Paul Churchlands
1.2.1 Der Theoriecharakter der Alltagspsychologie (AP)
1.2.2 Die AP ist eine falsche Theorie
1.2.3 Reduktion, Elimination oder Revision
1.3 Konsequenzen der Elimination mentaler Zustände
1.3.1 Positive Auswirkungen
1.3.2 Negative Auswirkungen
1.4 Zusammenfassung von Kapitel 1
2. Argumente gegen den EM
2.1 Einwände gegen die Defizite der AP
2.2 Einwände gegen den Reduktionsansatz
2.2.1 Das Primat der Physik
2.2.2 Die AP ist keine empirische Theorie
2.2.3 Eine Reduktion der AP ist prinzipiell nicht möglich
2.3 Das Inkohärenzargument
2.4 Zusammenfassung von Kapitel 2
3. Eliminiert der EM sich selbst?
3.1 Gibt es Ansatzpunkte für eine zukünftige Bedeutung?
3.2 Warum der EM (voraussichtlich) scheitern wird?
4. Schlussbetrachtungen
Die Arbeit untersucht Paul Churchlands 'Eliminativen Materialismus' (EM), welcher die Existenz mentaler Zustände (wie Überzeugungen oder Wünsche) bestreitet und eine Ersetzung durch eine neurowissenschaftliche Sprache fordert. Das Ziel ist es, diese radikale Position zu beschreiben, kritisch zu analysieren und sie mit den profunden Einwänden ihrer Kritiker zu konfrontieren, um die Haltbarkeit der Theorie zu bewerten.
1. Der Eliminative Materialismus (EM)
Wer in der Nähe des Äquators steht, dreht sich auf der Erde mit einer Geschwindigkeit von ca. 1670 km pro Stunde und trotzdem: die Frisur sitzt! Gleichzeitig rotieren wir um die Sonne mit rd. 100000 km/Stunde und unser Sonnensystem rast mit fast 900000 km/Stunde um das Zentrum der Milchstraße, ohne dass uns schwindlig wird. Diese Bewegungen zu glauben fällt schwer, weil sie mit unseren Sinnen nicht wahrnehmbar und damit kontraintuitiv sind. Ebenso kontraintuitiv ist die Behauptung, dass es keine mentalen Zustände wie Empfindungen, propositionale Einstellungen und Emotionen geben soll. Aber es gibt eine Reihe von Philosophen, die genau das behaupten:
Mentale Zustände gibt es ebenso wenig wie es Dämonen und Hexen oder einen Wärmestoff oder Phlogiston gibt. (Beckermann 2008: 273)
Beide Arten von Aussagen erscheinen unglaubwürdig und eher absurd, aber bzgl. der Erdbewegung haben physikalische Experimente deren Gültigkeit belegt. Gilt die Widerlegung eines kontraintuitiven Verständnisses nun auch eines Tages aufgrund des wissenschaftlichen Fortschritts für mentale Zustände, nämlich dass sie nicht existieren? Die Vertreter des EM behaupten dies und würden bei einer Bestätigung das Körper-Geist-Problem eher beseitigen als es lösen.
Einleitung: Die Einleitung führt in das zentrale Körper-Geist-Problem ein und stellt den Eliminativen Materialismus (EM) sowie das Ziel der Untersuchung dar, PMCs Position kritisch zu beleuchten.
1. Der Eliminative Materialismus (EM): Dieses Kapitel ordnet den EM in die Philosophie des Geistes ein, erläutert die Thesen von Paul Churchland und diskutiert die Konsequenzen einer Elimination mentaler Zustände.
2. Argumente gegen den EM: Hier werden die vielfältigen Einwände gegen den EM systematisch behandelt, darunter die Verteidigung der Alltagspsychologie, antireduktionistische Ansätze und das Inkohärenzargument.
3. Eliminiert der EM sich selbst?: Das Kapitel untersucht die Zukunftsfähigkeit des EM im Lichte neuerer neurowissenschaftlicher Erkenntnisse und diskutiert, warum der EM voraussichtlich scheitern wird.
4. Schlussbetrachtungen: Die Schlussbetrachtungen fassen die Argumentation zusammen und stellen fest, dass der EM in seiner radikalen Form kaum haltbar ist und bei der Lösung des Körper-Geist-Problems eher eine Pattsituation hinterlässt.
Eliminativer Materialismus, Paul Churchland, Alltagspsychologie, Körper-Geist-Problem, Qualia, Propositionale Einstellungen, Reduktion, Revision, Neurowissenschaft, Intentionalität, Inkohärenzargument, Mentaler Zustand, Physikalismus, Dualismus, Bewusstsein.
Die Masterarbeit befasst sich mit der philosophischen Position des 'Eliminativen Materialismus' von Paul Churchland, der die Existenz mentaler Zustände leugnet und durch neurowissenschaftliche Konzepte ersetzen möchte.
Zu den zentralen Feldern gehören die Grundlagen der Philosophie des Geistes, das Verständnis von Alltagssprache gegenüber wissenschaftlicher Sprache sowie die kritische Auseinandersetzung mit der Möglichkeit, mentale Zustände auf neuronale Prozesse zu reduzieren.
Ziel ist es, Churchlands EM-Ansatz detailliert zu beschreiben, die immense Kritik anderer Philosophen daran darzulegen und am Ende zu bewerten, ob diese Theorie plausibel oder haltbar ist.
Die Arbeit nutzt eine philosophische Analyse- und Diskursmethode, indem sie Churchlands Thesen und Argumentationen systematisch analysiert und der Kritik prominenter Gegenpositionen gegenüberstellt.
Im Hauptteil werden zunächst die Grundlagen des EM erläutert, dann die Thesen Churchlands detailliert vorgestellt, gefolgt von einer breiten, thematisch geordneten Kritik, die von explanatorischen Defiziten bis hin zum Inkohärenzvorwurf reicht.
Wichtige Begriffe sind Eliminativer Materialismus, Alltagspsychologie, Qualia, Physikalismus, Reduktion und Introspektion.
Der Autor kommt zu dem Schluss, dass der EM in seiner radikalen Form voraussichtlich scheitern wird, da er keine überzeugenden Lösungen für moralische und soziale Interaktionen bietet, die auf intentionalen Zuständen beruhen.
Beide Churchlands räumen ein, dass der Begriff 'Eliminativer Materialismus' unglücklich gewählt war; 'Revisionary Materialism' würde ihre Zielsetzung einer Anpassung und Weiterentwicklung des Vokabulars statt einer radikalen Auslöschung besser treffen.
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