Diplomarbeit, 2004
158 Seiten, Note: 2,0
I. Einleitung
II. Die Bindungstheorie von John Bowlby
2.1 Der theoretische und experimentelle Hintergrund der Bindungstheorie
2.1.1 Einleitung
2.1.2 Das Instinktverhalten
2.2 Das Verhaltenssystem
2.2.1 Adaption, Anpassung, Angepasstheit, Umwelt der Angepasstheit
2.2.2 Angepasstwerden und der Prozess der Anpassung
2.2.3 Die Umwelt der evolutionären Angepasstheit
2.2.4 Instinktverhalten und dessen Vermittlung durch Verhaltenssysteme
2.2.5 Exkurs: Affekt, Gefühl und Emotion
2.2.6 Prozesse, die durch Gefühlsempfindungen erfasst werden
2.2.7 Die Einteilung interpretierten Inputs in Kategorien
2.3 Bindungsverhalten
2.3.1 Das Wachstum des Bindungsverhaltens im Verlauf der ersten Lebensjahre: Phasen der Entwicklung
2.3.2 Der weitere Verlauf des Bindungsverhaltens beim Menschen: Zusammenfassung und Ausblick
2.3.3 Die Funktion des Bindungsverhaltens
2.3.4 Bindung vermittelnde Verhaltensformen und ihre Organisation beim Menschen
2.3.5 Aktivierung und Beendigung von zielkorrigierten Systemen, die Bindungsverhalten vermitteln
2.3.6 Die Veränderungen mit zunehmenden Alter
III. Bindungsstile im Erwachsenenalter und ihre Dimensionen: Messung des Konstruktes „Bindung“
IV. Aspekte der Bindungsentwicklung
4.1 Einleitung
4.2 Die Bedeutung der Emotionen für die Entwicklung und Organisation des Bindungsverhaltenssystems
4.3 Weitere Aspekte der Bindungsentwicklung
4.4 Bindungstypen (nach Ainsworth et al., 1978 und Main, 1995)
4.5 Emotionale Ausdrucksmuster der Bindungstypen
4.6 Physiologisches Modell der Stressbewältigung (Bewältigungsmodell)
V. Emotionsregulationsmodelle: Der aktuelle Forschungsstand
5.1 Modelle
5.1.1 Das sieben Ebenenmodell von Thompson
5.1.2 Ist Emotionsregulation gleich Coping?
5.1.3 Bridges und Grolnick: Unterscheidung zwischen Emotionsregulation und Coping
5.2 Interaktive Regulationsstrategien als Entwicklungsfaktor
5.3 Von der interpsychischen zur intrapsychischen Emotionsregulation: Vier Phasen
5.5 Emotionsregulation im Jugendalter
5.5.1 Einleitung
5.5.2 Bewertung, Reaktion und Ziel
VI. Emotionsregulation: Ärger
6.1 Die Emotion Ärger
6.1.1 Einleitung
6.2 Die bewertende Einschätzung der Situation
6.2.1 Der Ansatz von Scherer
6.2.2 Der Ansatz von Lazarus und Smith
6.2.3 Der Ansatz von Averill
6.3 Formen der Ärgerreaktion und zielgerichteter Ärger
6.3.1 Einleitung: Ausdruck und Reaktion
6.3.2 Exkurs: Empirische Studien zur Ärgerreaktion und zielgerichtetem Ärger: Averill und Nell
6.3.2.1 Ärgerreaktionen
6.3.2.2 Zielgerichteter Ärger
6.3.3 Zielgerichteter Ärger: Die Bewältigungsziele nach Weber
6.3.4 Fazit: Zielgerichtete Ärgerreaktionen
VII. Hypothesenbildung
7.1 Ungerichtete Hypothesen nach den Kategorien sichere vs. unsichere Bindungsrepräsentation
7.1.1 Die sichere Bindungsrepräsentation
7.1.2 Unsichere Bindungsrepräsentation
7.2 Gerichtete Hypothesen
7.2.1 Überkategorial
7.2.2 Sichere Bindungsrepräsentation
7.2.3 Ängstliche Bindungsrepräsentation
7.2.4 Ängstlich-vermeidend gebundene Personen
7.2.5 Der vermeidende Bindungsstil
VIII. Methode
8.1 Stichproben
8.1.1 Hauptstichprobe
8.1.2 Nebenstichprobe (Vorteststichprobe)
8.2 Eingesetzte Verfahren
8.2.1 Der Bindungsfragebogen von Grau (BinFB)
8.2.1.1 Einleitung
8.2.1.2 Der BinFB
8.2.1.3 Exkurs: Kategoriale oder dimensionale Messung?
8.3 Die Anwendung des BinFB
8.4 Ärgerbezogene Reaktionen und Ziele (AERZ)
8.4.1 Einleitung
8.4.2 Die Anwendung des AERZ
8.4.2.1 Die sechs Ärgerreaktionsskalen
8.4.2.2 Ärgerbezogene Verhaltensziele
8.4.3 Teststatistische Kennwerte der Skalen
8.5 Testverfahren
IX. Ergebnisse
9.1 Deskriptive Maßzahlen der Stichprobe
9.2 Effektive Reaktionen
9.2.1 ANOVA (Konfidenzintervall 95%)
9.2.2 Effektive Reaktionen (Konfidenzintervall 90%)
9.3 Ineffektive Reaktionen
9.4 Die Reaktionsziele
9.4.1 Assertive Ziele
9.4.1.1 ANOVA
9.4.1.2 Tukey-Test (α = 0,10)
9.4.2 Defensive Ziele
9.4.2.1 ANOVA
9.4.2.2 Tukey-Test (α = 0,10)
9.4.3 Selbstbezogene Ziele
9.4.3.1 ANOVA
9.5 Hypothesenvergleich
X. Diskussion
XI. Ausblick
Die Arbeit untersucht das Zusammenspiel zwischen Bindungsstilen bei Erwachsenen und deren spezifischen Reaktionen sowie Zielen in Ärgerepisoden. Die zentrale Forschungsfrage lautet, ob sich die vier Bindungsstile (sicher, ängstlich, vermeidend und ängstlich-vermeidend) signifikant in ihren Ärgerreaktionen und den verfolgten Ärgerzielen unterscheiden.
I. Einleitung
Das Bindungsverhalten zwischen Mutter und Kind bzw. zwischen der Bindungsperson und dem Kind, wurde in vielen Studien und Forschungsarbeiten eingehend untersucht (vgl. dazu Ainsworth, Blehar, Waters, E. & Wall, 1978; Bowlby, 1975, 1976, 1983, 1985, 1995, 2001; Hazan & Shaver, 1987; Bartholomew, 1990; Main, Kaplan & Cassidy, 1985).
Die immer wieder auftauchenden Fragen lauten: Wie entsteht das Band der Bindung zwischen Kind und seiner Bindungsperson, wie entwickeln sich die sog. inneren Arbeitsmodelle der Bindung - die Partnerschaft zwischen Mutter und Kind und wie äußert sich diese Bindungserfahrung im Erwachsenenalter - z.B. in sozialen Interaktionen?
Wegweisend sind dabei die Arbeiten von John Bowlby. Mit der Entwicklung der Bindungstheorie, der kontinuierlichen Erweiterung seiner Forschung, seinem psychoanalytischen und ethologischen Blickwinkel, gelang ihm ein Grundmodell, das die Reichhaltigkeit der menschlichen Beziehungsmuster auf eine fundamentale Grundstruktur zurückführt, ohne sich dabei dem Vorwurf der Simplifikation auszusetzen. Das Erbe der Evolution ist in uns wirksam und wir kommen auf die Welt mit einem aktivierungsfähigen Bindungsverhaltenssystem, das aber nicht nach andauernder Aktivierung drängt, sondern in bestimmten Situationen eine zufriedenstellende Reaktion der Umwelt, genauer der Bindungsperson verlangt, um dadurch deaktiviert zu werden.
I. Einleitung: Die Einleitung führt in die theoretischen Grundlagen der Bindungstheorie und die Zielsetzung der Arbeit ein, welche die Zusammenhänge zwischen Bindungsstilen und Ärgerregulation erforscht.
II. Die Bindungstheorie von John Bowlby: Dieses Kapitel erläutert die Ursprünge der Bindungstheorie, das Instinktverhalten sowie die Mechanismen der Bindung und deren Entwicklung im Lebensverlauf.
III. Bindungsstile im Erwachsenenalter und ihre Dimensionen: Messung des Konstruktes „Bindung“: Hier wird der Übergang von kindlichen Bindungsmodellen zu Bindungsmustern bei Erwachsenen diskutiert und die Messung dieser Konstrukte thematisiert.
IV. Aspekte der Bindungsentwicklung: Dieses Kapitel vertieft die Entwicklung von Bindung, die Rolle von Emotionen bei der Organisation von Bindungsverhalten sowie physiologische Stressbewältigungsmodelle.
V. Emotionsregulationsmodelle: Der aktuelle Forschungsstand: Es werden verschiedene Modelle zur Emotionsregulation präsentiert und deren Entwicklung von der Kindheit bis zur Adoleszenz dargestellt.
VI. Emotionsregulation: Ärger: Das Kapitel fokussiert auf die Emotion Ärger, deren Bewertung in Situationen und verschiedene theoretische Ansätze zur Ärgerregulation.
VII. Hypothesenbildung: Hier werden auf Basis der theoretischen Darlegungen die ungerichteten und gerichteten Hypothesen für den empirischen Teil der Arbeit formuliert.
VIII. Methode: Dieses Kapitel beschreibt das methodische Vorgehen, die Stichproben sowie die eingesetzten psychometrischen Verfahren (BinFB und AERZ).
IX. Ergebnisse: Die empirischen Befunde werden dargestellt, einschließlich der deskriptiven Statistiken und der inferenzstatistischen Analysen der Hypothesen.
X. Diskussion: Die Ergebnisse werden interpretiert, kritisch reflektiert und in den Kontext der bestehenden Bindungsforschung eingeordnet.
XI. Ausblick: Der Ausblick skizziert zukünftige Forschungsrichtungen und die Relevanz der Untersuchung von Bindung in verschiedenen sozialen Kontexten.
Bindungstheorie, John Bowlby, Bindungsstile, Bindungsdimensionen, Emotionsregulation, Ärger, Ärgerreaktionen, Ärgerziele, Stressbewältigung, innere Arbeitsmodelle, Bindungssicherheit, Erwachsenenalter, Sozialpsychologie, psychologische Diagnostik, Verhaltenssteuerung
Die Diplomarbeit untersucht den Zusammenhang zwischen den Bindungsstilen von Erwachsenen und ihren individuellen Ärgerreaktionen sowie Zielen in sozialen Interaktionen.
Die zentralen Felder sind die Bindungstheorie nach John Bowlby, moderne Modelle der Emotionsregulation sowie die psychologische Forschung zum Thema Ärger und dessen Bewältigung.
Das primäre Ziel besteht darin zu klären, ob sich Personen mit unterschiedlichen Bindungsstilen (sicher, ängstlich, vermeidend, ängstlich-vermeidend) in ihrem Ärger-Management sowie den damit verfolgten Absichten signifikant voneinander unterscheiden.
Die Arbeit basiert auf einer empirischen Untersuchung von 99 Probanden, bei denen mittels des Bindungsfragebogens (BinFB) und des Fragebogens zu ärgerbezogenen Reaktionen und Zielen (AERZ) Daten erhoben und statistisch (u.a. ANOVA, Tukey-Test) ausgewertet wurden.
Der Hauptteil gliedert sich in eine ausführliche theoretische Herleitung der Bindungstheorie, eine Darstellung der Emotionsregulationsmodelle sowie eine detaillierte empirische Untersuchung der Ärgerreaktionen und -ziele.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Bindungstheorie, Emotionsregulation, Ärgerreaktionen, Bindungsstile und soziale Interaktion charakterisiert.
Während die Bindungsforschung bei Kindern primär das beobachtbare Verhalten in Stresssituationen (z.B. Fremde-Situation) fokussiert, betrachtet die Arbeit bei Erwachsenen verstärkt die internen Arbeitsmodelle, Kognitionen und bewusst gesetzten Bewältigungsziele.
Die Analyse ineffektiver Reaktionen wie "Brüten" oder "Ausbruch" ist entscheidend, um zu verstehen, warum bestimmte Personen trotz Ärger keine konstruktive Verhaltensänderung beim Gegenüber bewirken können und in negativen emotionalen Zuständen verharren.
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