Masterarbeit, 2016
111 Seiten, Note: 1,3
Medien / Kommunikation - Medien und Politik, Pol. Kommunikation
1 Einführung
2 Theoretischer Hintergrund
2.1 Soziale Netzwerke
2.2 Politische Online-Kommunikation
2.3 Twitter als politisches Diskursmedium
3 Forschungsstand
3.1 Twitter im politischen Alltag
3.2 Twitter im Wahlkampf
3.3 Obama als Pionier politischer Online-Kommunikation
4 Methodik und Datenerhebung
4.1 Untersuchungsmodell und Ziel
4.2 Datenerhebung
4.3 Inhaltsanalyse
5 Ergebnisdarstellung
5.1 Das Verhältnis von Wahlkampf- und Alltagskommunikation
5.2 Das Verhältnis von Tweets und Retweets
5.3 Tweets pro Politiker
5.4 Soziodemographische und politische Verteilung
5.5 Generierung der Subkategorien
5.6 Häufigkeit der Subkategorien
5.7 Modifizierung der Subkategorien
5.8 Cluster im Überblick
5.9 Profilierung der Twittertypen
5.10 Typologie im Überblick
6 Zusammenfassung und Ausblick
Die Arbeit untersucht, wie deutsche Bundespolitiker die Plattform Twitter während des Landtagswahlkampfs 2016 nutzen. Im Fokus steht die Forschungsfrage, ob diese Aktivitäten als authentische politische Kommunikation gewertet werden können oder ob sie primär der reinen Wahlkampfstrategie dienen.
2.2.2 Disintermediation
Eine zentrale theoretische Basis dieser vorliegenden Masterarbeit bildet auch der aus den Wirtschaftswissenschaften entlehnte Begriff der Disintermediation, den unter anderem Christoph Neuberger und Roberto Simanowski nutzen, um das sich seit Beginn des 21. Jahrhunderts in modernen Demokratien wie Deutschland transformierende Verhältnis zwischen den traditionellen Massenmedien Zeitung, Radio und TV als Sendern und der Öffentlichkeit als Empfänger von Nachrichten beziehungsweise Botschaften zu beschreiben. Durch die Etablierung des World Wide Webs als einer der primären Kommunikationskanäle nimmt die Relevanz der klassischen Massenmedien und ihrer Funktionen ab. Als Gatekeeper ist es laut der Lippmannschen Nachrichtenforschung das traditionelle Selbstverständnis von Print-, TV- oder Radiomedien, in der genannten Literatur zumeist als „Intermediäre“ bezeichnet, für die breite Öffentlichkeit von Bedeutung zu sein scheinende Neuigkeiten auf der Grundlage unterschiedlicher Filter zu selektieren und zu veröffentlichen (vgl. Quandt/Neuberger 2010: 67ff.). Die Rollen zwischen Sender und Empfänger sind eindeutig: Während die klassischen Massenmedien und deren Quellen als Sender von Nachrichten im kommunikativen Prozess fungieren,
partizipiert die Öffentlichkeit als Empfänger der durch die Gatekeeper vorselektierten Neuigkeiten. Durch die massenhafte Nutzung des Internets und vor allem der unterschiedlichen sozialen Medien kann diese statische Rollenverteilung nicht mehr aufrechterhalten werden. Durch die beschriebenen interaktiven Funktionen von beispielswiese Facebook oder Twitter erlaubt die zweite Internetgeneration „einen flexiblen Wechsel zwischen der Kommunikator- und der Rezipientenrolle“ (Neuberger 2008: 256). „An die Stelle der linearen, einseitigen Vermittlung standardisierter Medienangebote für ein Massenpublikum tritt ein weit verzweigtes Netzwerk von Angeboten, in dessen Kontext Akteure vielfach nicht nur rezipieren, sondern auch kommunizieren können“ (Nuernbergk et al. 2009: 174) und damit ein eigenes Angebot für Dritte schaffen, indem der Rezipient nun gleichzeitig auch als Sender von Botschaften agieren kann und dem Journalismus ähnlich handelt (vgl. Neuberger 2009, Neuberger et al. 2009).
1 Einführung: Diese Einleitung führt in den Medienwandel durch soziale Netzwerke ein und erläutert die zentrale Relevanz von Twitter in der modernen politischen Kommunikation sowie das Forschungsinteresse am Landtagswahlkampf 2016.
2 Theoretischer Hintergrund: Dieses Kapitel definiert zentrale Begriffe wie soziale Medien, politische Online-Kommunikation und das Konzept der Disintermediation und setzt diese in den Kontext politischer Kampagnen.
3 Forschungsstand: Hier werden bestehende wissenschaftliche Erkenntnisse zur Twitternutzung durch Politiker im Alltag und im Wahlkampf zusammengefasst, inklusive der Pioniervorbild-Funktion Barack Obamas.
4 Methodik und Datenerhebung: Dieses Kapitel erläutert das methodische Vorgehen, insbesondere die qualitative Inhaltsanalyse der Tweets, die Kriterien der Fallauswahl sowie die technischen Aspekte der Datengenerierung.
5 Ergebnisdarstellung: Hier werden die erhobenen Daten präsentiert, die Subkategorien generiert und die daraus resultierende Typologie der Twitter-Nutzung von Politikern anhand verschiedener Cluster analysiert.
6 Zusammenfassung und Ausblick: Das Fazit resümiert die Hauptergebnisse der Untersuchung und gibt einen Ausblick auf die zukünftige Bedeutung digitaler Kanäle in der politischen Kommunikation.
Twitter, politische Kommunikation, Landtagswahlkampf, Online-Medien, Wahlkampfstrategien, Disintermediation, Inhaltsanalyse, Typologie, Social Media, Digitale Partizipation, Gatekeeper, Wahlwerbung, Prozesstransparenz, Nutzerverhalten, Online-Wahlkampf.
Die Arbeit analysiert, wie deutsche Bundespolitiker während des Landtagswahlkampfs 2016 das soziale Netzwerk Twitter für ihre Öffentlichkeitsarbeit und Wähleransprache eingesetzt haben.
Im Zentrum stehen die Unterscheidung zwischen alltäglicher und wahlkampfspezifischer Kommunikation sowie die Frage nach Authentizität und strategischer Planung der Politiker-Accounts.
Ziel ist es, Strategien der Twitter-Nutzung zu identifizieren und eine Typologie zu entwickeln, die zeigt, wie Politiker in Deutschland soziale Medien in intensiven Wahlkampfphasen einsetzen.
Es handelt sich um eine qualitative Inhaltsanalyse mit einer thematischen Indizierung, ergänzt durch eine Fallkontrastierung zur Bildung von Politikertypen.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung, die Aufarbeitung des Forschungsstandes, eine detaillierte methodische Beschreibung sowie die Auswertung der erhobenen Tweets inklusive der Profilierung spezifischer Typen.
Die wichtigsten Schlagworte umfassen Twitter, politische Kommunikation, Wahlkampfstrategien, Disintermediation, digitale Partizipation und quantitative sowie qualitative Inhaltsanalyse.
Der Wahlkampf führt dazu, dass Politiker gezielte Inhalte zur Prozesstransparenz und direkten Wahlwerbung verbreiten, wobei der Anteil dieser Inhalte im Vergleich zur Alltagskommunikation je nach Politikertyp stark variiert.
Dieser Typ stellt mit 40% der untersuchten Politiker die größte Gruppe dar und zeichnet sich durch ein ausgeglichenes, durchschnittliches Kommunikationsverhalten aus, das weder extrem auf Wahlkampf noch auf Alltagsthemen fokussiert ist.
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