Magisterarbeit, 2009
137 Seiten, Note: 1,0
Einleitung
Vorbemerkung, Aufbau und Thema der Arbeit
Kurze Vorstellung der Person des Maimonides (Mūsā Ibn Maimūn, RaMBa"M)
Vorstellung der untersuchten Primärquellen
Kurze Geschichte und Beschreibung der jüdischen mittelalterlichen Philosophie
A. Die jüdische mittelalterliche Philosophie in ihrer Zeit
1. Das Verhältnis der jüdischen Philosophie zum Islam und zur islamischen Philosophie
1.1. Die allgemeine Haltung des mittelalterlichen Judentums zum Islam
1.2. Gemeinsamkeiten zwischen jüdischer und islamischer Philosophie im Mittelalter
1.3. Hauptunterschiede
2. Das Kitāb al-Farā'iḍ und Maimonides’ Konzept eines Jüdischen Staates
2.1. Der Inhalt des Kitāb al-Farā'iḍ
2.2. Erläuterungen zu einzelnen Miṣwot und Aussagen in anderen halakhischen Werken
3. Maimonides’ Haltung zum Islam und zur islamischen Philosophie
3.1. In seinen philosophischen und halakhischen Schriften und seinen Iggerot
3.2. Biographischer Hintergrund und Einbettung in die Zeitumstände
B. Die Rezeption der Werke des Maimonides durch den modernen Jüdischen Fundamentalismus (seit `67)
1. Jüdischer Fundamentalismus – Definition und kurze Geschichte
1.1. Definition
1.2. Geschichte und wichtigste Gruppierungen
2. Die Maimonides-Rezeption des Jüdischen Fundamentalismus
2.1. Die Rezeption des ‚Halakhischen Staatskonzepts’ des Maimonides durch fundamentalistische Gruppierungen
Anhang: Eine mögliche Interpretation der Maimonidischen Philosophie
Hebräische Wortliste
Quellen/Literatur
Die Arbeit untersucht das historische Verhältnis der jüdischen Philosophie und des Judentums zum Islam sowie zur islamischen Philosophie im Mittelalter, kontrastiert dies mit der heutigen Situation und analysiert, wie moderne fundamentalistische Gruppierungen die Werke des Maimonides zur Legitimierung ihrer politischen Forderungen nutzen.
A.1.1. Die allgemeine Haltung des mittelalterlichen Judentums zum Islam
Die Haltung des mittelalterlichen Judentums zum Islam gleicht mitnichten einem „monolithischen“ Block, dennoch lassen sich gewisse mehrheitliche Tendenzen feststellen. Bis zu einem gewissen Grad hing die Haltung zum Einen von den historischen Umständen ab: In Zeiten, in denen das geistig-politische Klima in der islamischen Welt ungewöhnlich intolerant war – in einigen kurzen Perioden sogar intoleranter als in der zeitgleichen christlichen Welt – konnte es als Ausnahme vorkommen, dass Juden sich positiver zum Christentum stellten als zum Islam.
Gewöhnlich war hingegen das Umgekehrte der Fall, besonders wiederum in den nicht seltenen Zeiten der Verfolgung in christlichen Ländern.
Ein weiterer Faktor ist der Hintergrund der jeweils sich äußernden Person bezüglich Herkunft und religiösen Standpunkten: Bei den Juden aus christlichen Ländern mit z.T. Ausnahme des christlichen Spanien und Südfrankreichs (das einen intensiven wirtschaftlichen und kulturellen Austausch mit der islamischen Welt unterhalten hatte) wurde die aristotelische Philosophie als Fremdkörper empfunden, da die jüdische Bildung in diesen Ländern (Nordfrankreich und Deutschland) sich auf halakhische Gelehrsamkeit und eine asketisch-magische Mystik (der sog. Ḥassidē Aškenaz; „Fromme von Aškenaz“) beschränkte. Da die Philosophie nun offenkundig aus dem islamischen Kulturkreis stammte, wurde die Feindseligkeit gegen erstere offensichtlich z.T. auf die islamische Religion übertragen.
Einleitung: Es werden der Aufbau der Arbeit, die behandelten Primärquellen sowie die historische Einordnung der jüdischen mittelalterlichen Philosophie dargelegt.
A. Die jüdische mittelalterliche Philosophie in ihrer Zeit: Dieser Hauptteil analysiert das Verhältnis der jüdischen Philosophie zum Islam, das Konzept des "Jüdischen Staates" bei Maimonides sowie die biographische Einbettung von Maimonides' Werk.
B. Die Rezeption der Werke des Maimonides durch den modernen Jüdischen Fundamentalismus (seit `67): Dieser Teil untersucht, wie zeitgenössische fundamentalistische Gruppierungen Maimonides' Schriften instrumentalisieren, insbesondere um Forderungen nach einer halakhischen Staatsordnung zu stützen.
Maimonides, Jüdische Philosophie, Islam, Mittelalter, Fundamentalismus, Halakha, Jüdischer Staat, Prophetentum, Aristotelismus, Neoplatonismus, Taqlīd, Šarīʿa, Religionsgeschichte, Jüdisch-Islamische Beziehungen.
Die Arbeit analysiert das historische Verhältnis zwischen jüdischer Philosophie und dem Islam im Mittelalter und setzt dieses in Bezug zur modernen Rezeption maimonidischer Texte durch jüdisch-fundamentalistische Bewegungen.
Die Schwerpunkte liegen auf der mittelalterlichen Philosophie (insbesondere Maimonides), den halakhischen Staatsvorstellungen, der gegenseitigen Wahrnehmung von Religionen sowie der politischen Instrumentalisierung historischer Texte im modernen Israel.
Die Forschungsfrage lautet, wie das damalige Verhältnis der jüdischen Philosophie und des Judentums zum Islam sowie zur islamischen Philosophie beschaffen war und wie sich dieses Verhältnis in der heutigen fundamentalistischen Rezeption widerspiegelt.
Es handelt sich um eine geistesgeschichtliche und textanalytische Arbeit, die Primärquellen (arabische und hebräische Texte des Maimonides und anderer) in ihrer historischen und ideengeschichtlichen Kontextualisierung untersucht.
Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Analyse der mittelalterlichen jüdischen Philosophie in ihrer islamischen Umgebung und eine Untersuchung der modernen, teils fundamentalistischen Maimonides-Rezeption seit 1967.
Maimonides, Fundamentalismus, Jüdische Philosophie, Islam, Halakha, Jüdischer Staat, Prophetentum, Aristotelismus, Taqlīd.
Maimonides' Erfahrungen mit der almohadischen Verfolgung in Spanien und Nordafrika prägten seine teils sehr kritische Haltung zu bestimmten islamischen Ausprägungen, was sich in seinen halakhischen Schriften niederschlug.
Die Arbeit argumentiert, dass die fundamentalistische Nutzung maimonidischer Texte deren historischen Kontext ignoriert und sie zu unkritischen, totalitären Maßstäben für die heutige politische Realität umdeutet.
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